Techno-Underground

Geschrieben von mr am . Veröffentlicht in KM

„Eine Techno-Open-Air wird es dieses Jahr mindestens noch geben“, heißt es vom Kunst- und Veranstaltungskollektiv All The Time aus Dortmund. Ob diese an demselben Ort stattfinden wird wie vergangenes Wochenende, ist ungewiss. In der Nacht von Samstag auf Sonntag versammelten sich über 500 BesucherInnen am Kanal, um bis in die Mittagsstunden hinein zu tanzen. Im Vergleich zur Eröffnungsparty im Juni ist ein großer BesucherInnenzuwachs zu verzeichnen. Da am Ursprungsort direkt hinter dem Fredenbaumpark zahlreiche NachahmerInnen ebenfalls Veranstaltungen betrieben und sich nicht darum gekümmert haben, den angefallenen Müll zu beseitigen, hat der Eigentümer des Geländes die Nutzung durch die Öffentlichkeit untersagt. Das Kollektiv war daher gezwungen, sich kurzfristig einen neuen Ort zu suchen.

:boinkürze: Atomkraft? Nein! Nein!

Geschrieben von fik am . Veröffentlicht in KM

Das fünftgrößte Energieunternehmen in Deutschland, die STEAG (Steinkohlen-Elektrizität AG), hat am 27. Juni ihre restlichen Anteile am Atommüllzwischenlager in Ahaus verkauft. Damit hat der Konzern den Beschluss des Bochumer Rates auf Beendigung jeglichen atomaren Geschäfts umgesetzt. Die kommunalen Stadtwerke im Ruhrgebiet sind seit dem vergangenen Jahr Hauptanteilseignerinnen von STEAG. Die bis dahin 45-prozentige Beteiligung an Ahaus wurde an die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) verkauft, sie gehört den vier großen Energiekonzernen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall. Bevor sich die Ruhr-Kommunen an STEAG beteiligten gab es Kritik sowohl von Rechts, als auch von Links. Die Kommunalisierung des nun fünftgrößten Energieerzeugers war vielen Wirtschaftsliberalen ein Dorn im Auge. Die (wenn auch geringe) Beteiligung von STEAG am Atomgeschäft führte zu Skepsis bei Grünen und Linken. Aus diesem Grund haben die Räte der Ruhrstädte vor ihrer Entscheidung zur Beteiligung an STEAG beschlossen, dass das Unternehmen aus dem nuklearen Geschäft aussteigen muss. Diese Forderung wurde nun schließlich umgesetzt.

Campus-Maut 2.0

Geschrieben von rvr am . Veröffentlicht in KM

Da staunten die Studierenden der Ruhr-Uni nicht schlecht: Wer von ihnen am Samstagnachmittag und -abend den Campus betreten wollte, wurde von zum Teil aggressiven Securitykräften daran gehindert – und dazu genötigt, 16 Euro Eintritt zu bezahlen. Begründung: Die Nacht der Industriekultur „Extraschicht“, in deren Rahmen auch Veranstaltungen an der RUB stattfanden. Auf welcher Rechtsgrundlage die Verantwortlichen meinten, allen Studierenden pauschal den Zutritt zu ihrem eigenen Campus zu verbieten, solange sie keine Extragebühr zahlen wollten, konnte bis Redaktionssschluss nicht geklärt werden.

Brauner Zucker adé

am . Veröffentlicht in KM

Der ehemalige NPD-Bundestagskandidat Detlef Hartmann, Inhaber des Wittener Süßwarenvertriebs Osella, hat angekündigt, 2015 in den „vorzeitige(n) Ruhestand“ zu gehen. Sein Unternehmen will er verkaufen. Im vergangenen Winter hatte die bsz darauf aufmerksam gemacht, dass mit Hartmann ein NPD-naher Rechtsradikaler auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt vertreten ist. Daraufhin kam es zu Protesten. Hartmann hatte sein Firmengelände immer wieder Neonazis zu Verfügung gestellt.

Entscheidung zum Musikzentrum

Geschrieben von fik am . Veröffentlicht in KM


Am Donnerstag, den 5. Juni entscheidet der Rat der Stadt Bochum darüber, ob das Bochumer Musikzentrum gebaut wird oder nicht. Die Vorlage der Stadtverwaltung gibt einige Rätsel auf. Der Rat soll darüber entscheiden, ob die Voraussetzungen des Beschlusses vom März nun erfüllt sind. In der vergangenen Woche nahmen mehrere Fraktionen Einsicht in die Akten zum Musikzentrum. Danach gibt es sowohl für Linke, Grüne und Soziale Liste mehr neue Fragen als Antworten. Die SPD scheint den Beschluss zum Bau des Zentrums trotzdem durchdrücken zu wollen. Die mit ihnen koalierenden Grünen gaben sich skeptisch. Auf einer Mitgliederversammlung wollen sie entscheiden, ob sie entweder einen eigenen neuen Antrag in den Rat einbringen, die Verwaltungsvorlage ablehnen oder doch ihrer Koalitionspartnerin folgen wollen. Die Zeichen zwischen Rot und Grün stehen derzeit jedoch eher auf Sturm.

Burschenschafter vor Gericht

Geschrieben von nd am . Veröffentlicht in KM

Der Chefredakteur der „Burschenschaftlichen Blätter“, Norbert Weidner, geht nun gerichtlich gegen Kritik vor. Am 4. Juli beginnt der Prozess vor dem Landgericht Bonn gegen Weidners Burschenschafts-Kameraden Christian Becker. Dieser ist Mitglied der Initiative „Burschenschafter gegen Neonazis“ und hatte Weidner zuvor als „wahrscheinlich einer der Köpfe der rechtsextremen Bewegung“ bezeichnet. Begonnen hatte der Streit auf dem Burschenschaftstag in Eisenach im Juni, dort wurde Weidner als Vorstandsmitglied bestätigt – eine Niederlage für die eher liberaleren Burschenschaften. Weidner, dessen Anwalt Vizechef der Republikaner war, bestreitet, eine rechtsextreme Gesinnung zu haben. In der Vergangenheit hatte Weidner unter anderem die Hinrichtung des Nazi-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer als „rein juristisch gerechtfertigt“ genannt und ihn als „Landesverräter“ bezeichnet. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat wegen dieser Äußerung die Ermittlungen gegen Weidner aufgenommen.