:bszKolumne: Gute Raten sind teuer

Geschrieben von Anonymus am . Veröffentlicht in Kolumne

Er befindet sich hier also im Dekanat der Fakultät für Phallologie, zwei Etagen unter dem Romantischen Institut – sofern man der dilletantischen Aufzugbeschilderung Glauben schenkt. Steifen Schrittes stapft Krümmel aufs Dekanatszimmer zu... Auf dem Weg dorthin springt ihn die laubfroschgrüne Schlagzeile eines Hochglanz-Plakats im Corporate Design an: „Standort Deutschland: Wissenschaft und Fortschritt. Gesprächsrunde mit ausgewiesenen Experten über Karriereperspektiven im Ausland“ – „Bildungsbananenrepublik…“, murmelt Krümmel und bemitleidet die vielen jungen WissenschaftlerInnen, für die es vernünftige Stellen in Forschung und Lehre nur in Transschavanien gibt. Krümmel wandert weiter den Gang hinab und beäugt das nächste Türschild kritisch. Irgendein Scherzkeks hat es mit einem handgekritzelten Post-It überklebt: „Dekanaan – wo Milch und Honig fließen…“ „Komisch“, denkt Krümmel, „das ist mir mit meinem Bachelor-Tunnelblick vorher nie aufgefallen.“ Krümmel hält kurz inne. Dann klopft er. Nach einem schroff-gespielt-freundlichen Verwaltungs-„Ja, bitte?!“ aus dem Inneren des Raumes tritt Krümmel durch die Tür ein.

:bszKolumne: Lesen du musst

Geschrieben von ck am . Veröffentlicht in Kolumne

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis…“ Nun herrscht Verwirrung und Skepsis unter den Fans. George Lucas hat sein Lebenswerk für 4,05 Milliarden US-Dollar an den Disney-Konzern verkauft. Die Hälfte davon erhält der Erfinder von „Star Wars“ und „Indiana Jones“ in bar, die andere in Form von 40 Millionen Disney-Aktien. Neben Lucasfilm wechseln auch alle Lizenzen und die Tochter­unternehmen LucasArts, Skywalker Sound und Industrial Light & Magic den Besitzer. Ein Geschäft, das sich für den immer mächtiger werdenden Unterhaltungsriesen in Hollywood lohnt.

:bszKolumne: Kürbiskirche

Geschrieben von mar am . Veröffentlicht in Kolumne

Manch einer hat es vielleicht mal in einem dieser Hefte oder Bücher oder auf einer Internetseite mit dem unsäglichen Titel „Unnützes Wissen“ gelesen; einige Wenige mögen sich vielleicht sogar an Zeiten erinnern, als jenes Wissen noch offenbar war: Am 31. Oktober ist nicht nur Halloween, sondern auch Reformationstag. Wie es dazu kam, dass das Fest der Kürbisse und Geister das Fest der Thesen und Wartburgen ablöste, möchte ich Euch hier erzählen. Es mag ein wenig verwirrend und befremdlich wirken, doch so muss es sich zugetragen haben: Vor einem guten Jahrzehnt konstruierte ein gewisser Dietrich Knickerbocker, seines Zeichens Historiker und Diplomingenieur, eine Apparatur, die es ihm ermöglichte, nicht nur emissionsfrei durch den Raum – und das unterschied die Apparatur von einem Fahrrad mit großem Propeller dran –, sondern auch durch die Zeit zu reisen.

:bszKolumne: Konsum oder Studium?

Geschrieben von mh am . Veröffentlicht in Kolumne

„Fruchtig oder klassisch?“ Hä? Ich kann nicht folgen! „Fruchtig oder klassisch?“ Es ist neun Uhr morgens, bis drei Uhr nachts habe ich gelernt, mein Frühstück bestand bisher aus zwei Tassen Kaffee. „Fruchtig oder klassisch?“ werde ich immer wieder von dem jungen Mann gefragt, kurz nachdem ich aus der U35 gestiegen bin und mir am Ende der Rolltreppe von einer Frau ein Beutel Himbeer-Tee in die Hand gedrückt wurde. Keine Ahnung, was er von mir will, aber ich wähle fruchtig. Etwas Gesundes am Morgen kann nicht schaden. Ich erhalte ein Getränk im Pappbecher, auf dem „Rock-Star“ steht. Was auch immer ich da trinke, es ist nicht fruchtig – aber egal. Mit diesem grandiosen Gefäß bin ich eh viel zu cool für jedes Getränk. Ich laufe an Plakaten vorbei, die mich auf die hippsten Partys der nächsten Woche aufmerksam machen. Als angehender Rock-Star muss ich da hin.

:bszKolumne: Digitale Nachkontrolle

Geschrieben von ck am . Veröffentlicht in Kolumne

Obwohl das Internet kein rechtsfreier Raum ist, gelten dort andere Gesetze als in der normalen Welt. Es kennt weder Moral noch unterscheidet es zwischen Geschmack oder Bedarf. Es liefert – und es vergisst nie. So auch im Fall des ehemaligen Formel-1- Chefs Max Mosley, der am 28. Februar 2012 den kalifornischen Internetriesen Google vor dem Landgericht Hamburg verklagte. Das digitale Hirn unserer Zeit – ein Sinnbild des Nicht-Vergessens. Es geht um Fotos, die den ehemaligen Formel-1-Funktionär beim Sex mit mehreren Prostituierten zeigen, Nazi-Uniformen sollen auch im Spiel gewesen sein. Aufgenommen und publiziert wurden die Bilder vom britischen Klatschblatt The Sun. Seitdem geistern sie durchs Netz.

:bszKolumne: Eine Lanze für Lanz

Geschrieben von clu am . Veröffentlicht in Kolumne

Das war es nun also. Nach Monaten des Munkelns und einer fast würdevoll anmutenden Suche nach dem Richtigen lief am vergangenen Samstag das als „TV-Event des Jahres“ angepriesene Spektakel über die Bildschirme der Nation. Natürlich, die Rede ist vom mit Spannung erwarteten Antritt des Markus Lanz zu seinem „Kriegseinsatz“ an vorderster Front der Unterhaltungsbranche. Was waren wir alle gespannt, als um 20:15 Uhr endlich die Titelmusik von „Wetten, dass..?“ erklang und ein sichtlich aufgeregter Lanz die große Treppe hinab schritt. Eine wahre Erholung für die unter Gottschalk stets stark beanspruchten Sehnerven bot der Moderator, zu dessen ersten Sätzen „Ich habe das alles nicht gewollt“ zählte.