:bszKolumne: Bleichgesicht

Geschrieben von fik am . Veröffentlicht in Kolumne

Wie schön ist es doch, ein Land zu bereisen, in dem auch Ende September noch die Sonne scheint. Das Wetter genießen, am Strand liegen und die Sonne auf den allzu weißen Bauch scheinen lassen. Doch stopp! Die allzu weiße Haut. Schon wenige intensive Sonnenstrahlen können sie verärgern. Der bedauerliche Hauttyp 1, er kann die Sonne nie gefahrlos genießen. Deswegen darf das Bleichgesicht auch niemals die Phalanx aus Sonnenmilch, Sunblocker, After-Sun-Lotion, Cappies, Hüten und Mützen vergessen, bevor es in die sonnenverwöhnten Gebiete der Erde aufbricht. Nur richtig gecremt, geölt und geschmiert kann es gewagt werden, der Sonne direkt ins Antlitz zu blicken. Dem unbarmherzigen Lächeln unseres Gestirns widersteht das Bleichgesicht nur durch eine dicke und noch weißere Schicht Creme.

:bsz Kolumne: Talk Total

Geschrieben von mar am . Veröffentlicht in Kolumne

Er ist gelernter Metzger, doch anstatt Rinder und Rüsseltiere zu zerhacken und in ihre eigenen Därme zu pressen, zog er aus, die Medienwelt zu verwursten. Stefan Raab, was kann er nicht alles? Er singt, spielt Ukulele, fördert den deutschen Schlager, boxt gegen Frauen, macht Witze und Juxe, kreierte bereits Video-Meme, bevor es Youtube gab, und manchmal springt er ins Wasser. Bobfahren kann er vielleicht nicht, aber dafür hat er ja seine Küchenausstattung. Er spielt mit Autos Fußball und fährt sie danach kaputt. Er sitzt hoch zu Pferd und spielt Poker. Und wenn ihn einer schlagen will, dann sagt er nur: „Ach ja? Komm doch her!“
Es gibt wohl kein Gebiet, auf dem sich dieser talentierte Kölner Jung noch nicht hervorgetan hat. Kein Feld ist ihm fremd, kein Weg, den er noch nicht gegangen ist. Nein, auf eine Bühne hat er seinen Fuß noch nicht gesetzt: auf das politische Parkett. Seine bislang einzige Leistung, Politik in die populären Medien zu bringen, besteht darin, mit einer Bierbestellung des damaligen Bundeskanzlers Schröder in Dauerschleife einen Charterfolg zu landen. Und auf dieser Grundlage will Stefan Raab nun seine eigene politische Talkshow starten.

 

:bsz-Kolumne: White Noise

Geschrieben von nh am . Veröffentlicht in Kolumne

„The tendency is it to push it as far as you can“ - Was für den exzessiven Drogenrausch in Hunter S. Thompsons Fear and Loathing in Las Vegas gilt, versteht sich fast in jedem anderen Bereich menschlichen Lebens als wünschenswerte Prämisse. Ob pompös durchexerzierte, ins noch so kleinste Teilchen durchsynchronisierte und  inszenierte Olympische Spiele in London nach dem Motto „höher, schneller, weiter“ und einer immerwährenden Steigerung des körperlich Machbaren, das Ausreizen körperlicher Belastbarkeit durch chemische und körpereigene Substanzen oder gar die Modifizierung durch Prothesen: Grenzüberschreitungen, der spindeldürre Drahtseilakt.

:bszkolumne: Von Mücken und Elefanten

Geschrieben von mr am . Veröffentlicht in Kolumne

Es gab eine Zeit, da war ein Mückenstich eine kleine Sache. Einmal gestochen, half etwas Spucke oder die Wärme einer glühenden Zigarette, um den Juckreiz zu beheben. Hartgesottene kratzten sich den Stich einfach weg. Zartere Gemüter suchten auch schon mal den Weg in die Apotheke und baten um ein kühlendes Gel oder einen ausfahrbaren Stift, den man im Ausland auch gelegentlich mit Lippenbalsam verwechseln konnte und erst durch den bitteren Geschmack als das ausmachte, was es war: Beruhigungsmittel.

Blasentee

Geschrieben von mar am . Veröffentlicht in Kolumne

Es fing ganz harmlos an. Da war auf einmal dieser kleine Laden und schüttete den Bochumerinnen und Bochumern und allen Gästen der Stadt bunte Perlen ins Getränk. Anscheinend ein tolles Trendgetränk aus den USA. Oder aus Japan. Die machen da immer so komische Sachen, die Japaner. Und die Amis so ungesunde. Bubble Tea nennt sich das. Die Blasen sind deutlich zu erkennen und als solche zu identifizieren: Sie sind rund und bunt, das kennt man und ist beliebt.

Bitte oszillieren Sie!

Geschrieben von Chs am . Veröffentlicht in Kolumne

Hausarbeiten sind die Steuererklärungen des Studiums. Keiner hat so richtig Bock darauf, aber gemacht werden müssen sie trotzdem. Irgendwann. Bis dahin liegt das Werk halt nur als Fragment vor. So ein Studentenleben changiert gewöhnlich irgendwo zwischen Prokrastination und Prüfungsstress. Anscheinend lassen sich Hausarbeiten ihrem Wesen nach nur aufschieben oder zu spät abgeben. Donnerstags leiden wir unter Überforderung. Freitags beklagen wir uns über niedrig gehängte Leist­ungslatten und feiern in fröhlicher Verblendung die allgegenwärtige Unterforderung.