Warum bloß?

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Nun sind sie vorbei, die Semesterstartpartys. Keine Hochglanz-Flyer mehr in der Mensa. Tja. Warum gibt es davon eigentlich so viele? Und so wenige Mitte-Oktober-Feste? Beide Anlässe sind nämlich gleich aufregend.

Wer geht denn da überhaupt hin? Es gibt vier Arten von Menschen, die man dort treffen kann. Erstens die Cocktail-Frauen. Als sie noch jünger waren, waren sie Erdbeerlikörmädchen und haben immer viel rumgekreischt. Aber inzwischen haben sie den extrem kurzen Minirock mit Jeans-in-Stiefel getauscht. Sie stehen meistens in Barnähe, klammern sich an ein Glas mit Zuckerwasser und Alkohol und sondieren ihre Umgebung. Dabei machen sie die ganze Zeit ein Gesicht, das „Blergh!“ ausdrücken soll.

Dann gibt es die Alternative Rocker. Sie tragen ihre Alternative-Rock-Shirts, Alternative-Rock-Frisuren und Alternative-Rock-Gesichtsausdrücke. Alles außer der üblichen Korn-Systemofadown-Disturbed-Playlist hassen sie. Ihre sexuellen Frustrationen leben sie auf der Tanzfläche mit Pogo aus. Meistens gehen sie dann auch alleine nach Hause – um das nächste Mal noch heftiger zu moshen.

Bros hört man schon von weitem. Ihr Revierverhalten stammt noch aus einer vorkulturellen Stufe der Evolution, das sich durch Lautstärke und Drohgebärden auszeichnet. Die Rudelzugehörigkeit wird durch Fistbumps und High Fives signalisiert. Wenn irgendwo eine Kamera auftaucht, umarmen sie sich – der homoerotische Impetus wird immer aufs heftigste verneint – und schauen böse drein. Neonfarbene Polohemden eignen sich am besten, um die sonnenbankgebräunten Bizepsmuskeln zu zeigen. Für die Clubbesitzer sind sie die reinste Goldgrube, denn mit Barcadi-Cola kann man einfach am meisten Profit machen.
Schon rein visuell zum Kotzen sind die Hipster. Man sieht ihnen sofort an, dass die Röhrenjeans und T-Shirt-Fetzen mit viel Sorgfalt ausgesucht wurden. Die unangenehm auffällige Kopfbedeckung und eine Gauloises-Zigarette  komplettieren das Outfit. Natürlich wird ein Hipster nie selber zugeben, dass er ein solcher ist. Konfrontation ist insofern ausgeschlossen. Ohnehin wird ein Gesprächsversuch in einer Art von Ironie enden, die nicht lustig oder rhetorisch klug, sondern einfach nur beleidigend ist.
Und was ist mit all den normalen Leuten? Naja, der australische Komiker Jim Jeffries hat die bittere Wahrheit schon ausgesprochen: „If you‘re over 20 and you still go to nightclubs, you‘re a dick.“