#740 Von Rubtulpen und schwarzen Rittern

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

Zu den Wahlen des Studierendenparlaments treten in diesem Jahr einige neue Listen an. Die bsz hat nachgefragt, wie ältere Listen ihre Konkurrenz sehen. Ein Gespräch mit Karsten Finke (Grüne Hochschulgruppe), Sascha Bednarz, Thomas Herwig (RCDS), Uwe Bullerjahn, Till Feltes (Rubrosen - Juso Hochschulgruppe) und Martin Degeling (alternative liste).

 

bsz: Zu den Wahlen des 41. Studierendenparlaments treten fünf neue Listen an. Warum waren die bisherigen Listen nicht genug?

Thomas H.: Wahrscheinlich, weil die Gründer der neuen mit der Arbeit der bestehenden Listen nicht so zufrieden sind.
Sascha B.: Es muss auch klar sein, dass einige reine Spaßlisten dabei sind – zum Beispiel die Rubtulpen oder "Der Schwarze Ritter ist unbesiegbar".
Martin D.:Â Der RCDS, LHG, Juso AStA im letzten Jahr viele negative Schlagzeilen gemacht. Das hat sicherlich dazu beigetragen Leute zu motivieren.

Könnte der Andrang auch daran liegen, dass Mitglieder des StuPas keine Studiengebühren zahlen müssen?

Karsten F.: Dann wären sie eher bei einer großen Liste angetreten...
Sascha B.: ...Denn die Wahrscheinlichkeit, als Kandidat einer großen Liste ins StuPa gewählt zu werden, ist größer.
Martin D.: Alle Möglichkeiten zu Nutzen um diese ungerechten Gebühren nicht zu bezahlen kann ich durchaus nachvollziehen, gerade die Gremienarbeit lebt aber von viel persönlichem Engagement. Ich hoffe, dass auch die neuen Listen dies aufbringen werden.

Einige Listen sind seit Jahren zerstritten. Ist auch das eine Motivation, etwas Neues zu wagen?

Karsten F.: Das ist wohl unterschiedlich. Eine Liste wie "Der schwarze Ritter ist unbesiegbar" hat vermutlich nicht vor, die hochschulpolitische Landschaft umzuwälzen. Die Gruppe SDS.Die Linke ist meiner Meinung nach die einzige politisch ernst zu nehmende neue Liste.
Martin D.: Zustimmung.
Sascha B.: Wobei ich sie politisch nicht ernst nehme.
Uwe B.: Sie ist aber wohl die einzige, die mit politischen Hintergründen antritt.
Thomas H.: SDS.Die Linke wird aber die politischen Gräben im linken Spektrum eher vertiefen.
Uwe B.: Ich traue dem SDS eher zu, sich an demokratische Spielregeln zu halten als anderen.
Thomas H.: ...Wobei die Partei Die Linke, auf die sich die Gruppe SDS.Die Linke bezieht, vom Verfassungsschutz beobachtet wird.
Uwe B.: Immerhin steht hinter der Liste eine Partei, die im Bundestag vertreten ist.
Karsten F.: Grundsätzlich kann ich aber sagen, dass mehr Listen begrüßenswert sind – schließlich ist es demokratisch, wenn sich viele Listen zur Wahl stellen.
Sascha B.: Die Koalitionsverhandlungen könnten natürlich schwieriger werden, wenn mehr Listen beteiligt sind...
Thomas H.: ...die kleinen Listen könnten aber auch das Zünglein an der Waage werden und so die hochschulpolitische Landschaft positiv beeinflussen.
Martin D.: Vorausgesetzt sie wollen die Landschaft mitbeeinflussen. Wenn mehr Sitze an Spaßlisten gehen die sich so verhalten wie "Gottkaiser" im letzten Jahr und nicht an den SP Sitzungen teilnehmen wäre das eher kontraproduktiv.

Es fällt auf, dass es mehr Listen im Mitte-links – und linken Spektrum gibt.

Till F.: Studentische Kultur ist ganz klar alternativ ausgerichtet, und das ist auch gut so. Deshalb gibt es natürlich mehr Listen, die dieses Spektrum vertreten.

Martin D.: alternativ ist gut.
Sascha B.: Das letzte Jahr hat allerdings gezeigt, dass mehr als 50 Prozent der hochschulpolitisch Aktiven eher Politik für die Mitte macht als linke.
Martin D.: Wenn die Mitte 100 000 Verlust bedeutet dann gute Nacht.

Jedes Jahr gibt es einen neuen AstA. Das macht Kontinuität von Projekten kaum möglich. Die bsz hat beispielsweise in den vergangenen drei Jahren drei verschiedene Konzepte und Belegschaften erlebt. Haltet ihr das für sinnvoll?

Uwe B.: Es wäre natürlich schön, wenn man jetzt Kontinuität schaffen und vernünftig zusammen arbeiten könnte.

Karsten F.: Ich fände es zum Beispiel sinnvoll, listenübergreifend und gemeinsam mit der Redaktion ein Konzept für die bsz zu entwickeln, dass auf einer Vollversammlung beschlossen wird und dann einige Jahre gilt.
Martin D.: ..wie es früher auch geschehen ist. Eine Satzung aus dem 90er Jahren war auf einer Vollversammlung beschlossen worden und die Linke Liste hatte auch dieses Jahr einen Antrag gestellt die Satzung zwischen FSVK und StuPa auszuhandeln und nicht über den AStA.

Nun gibt es zwar neue Listen, aber die Wahlbeteiligung ist eher niedrig – im letzten Jahr war sie mit 13 Prozent vergleichsweise hoch. Was ist die Perspektive?

Till F.: Wünschenswert sind 80 Prozent (ironisch).
Thomas H.: ...aber realistisch wäre es schön, wenn wir die Beteiligung vom letzten Jahr halten oder etwas steigern könnten.
Tim F.: Langfristig sollten wir die 20-Prozent-Marke schaffen. Viele Studenten der Ruhr-Uni pendeln und verbringen wenig Zeit hier. Das führt auch dazu, dass sie wenig Zeit haben, sich mit Hochschulpolitik zu beschäftigen...
Karsten F.: ...Was auch an der Einführung von Bachelor – und Masterstudiengängen liegt, durch die die Studierenden mehr in weniger Zeit schaffen müssen.
Martin D.: Die letzten beiden Urabstimmungen haben gezeigt, dass mehr als 13 % wissen wie man wählen geht. Allerdings ist es schade, dass nur wir eine größere Beteiligung wünschen während die Landesregierung die Mitbestimmung z.B. über den Hochschulrat, eher beschneidet.
Till F.: Wichtig bleibt, dass man den Studierenden zeigt, was mit ihrem Geld passiert – schließlich finanziert sich der AstA aus einem Teil der Sozialbeiträge aller Studierenden.
Martin D.: .. und nicht verschwendet.




sjn

#740- "Transparent bleiben"

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

"Transparent bleiben"

 

Der Spitzenkandidat des RCDS, Sebastian Latz, erzählt von seinen Plänen für die bevorstehenden Wahlen zum Studierendenparlament.

 

bsz: Welche Ziele verfolgt der RCDS bei einer eventuellen Wiederwahl?

Der RCDS wird sich weiterhin für die Senkung des AStA-Beitrages einsetzen und dafür Sorge tragen, dass der minimierte Beitrag nicht verschwendet wird, sondern allen Studenten zugute kommt.
Weiterhin soll die Zusammenarbeit mit dem Rektorat besonders in Bezug auf die Verwendung von Studienbeiträgen verstärkt werden. Es müssen konstruktive Vorschläge zur Verbesserung der Lehre gemacht werden, denn dafür sind die Studienbeiträge da und nicht um auf irgendwelchen Konten gelagert zu werden.

Mit welchem Argument möchtet ihr die Studenten der RUB dazu bewegen, Euch zu wählen?

Wir setzen uns für die Interessen der Studenten ein und wollen diese auch gegenüber der Universitätsverwaltung vertreten. Uns ist es auch wichtig, dass die Hochschulpolitik allzeit für alle Studenten transparent bleibt, da schließlich mit deren Geld gewirtschaftet wird.

Gibt es einen Themenbereich, der Dir persönlich besonders am Herzen liegt?

Die sinnvolle Verwendung von Studienbeiträgen ist ein Themenbereich, der mir besonders am Herzen liegt.
Gerade beim Studiengang Maschinenbau (und vermutlich auch in vielen anderen Studiengängen) weiß ich, dass es viele sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten der Studienbeiträge gibt. Es darf nicht sein, dass jeder Student 500 € pro Semester bezahlt und sich trotzdem nichts an den Lernbedingungen verbessert.
Weiterhin finde ich, dass alle Studenten von der Arbeit des AStAs profitieren sollen. Es kann nicht sein, dass nur ein kleiner Teil der Studenten etwas von der AStA-Arbeit mitbekommt und davon etwas hat.

Wie will der RCDS in der neuen Legislaturperiode das Haushaltsdefizit in den Griff bekommen?

Ein wichtiger Punkt, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen, wird von den AStA-Wirtschaftsbetrieben (Kulturcafe, Copyshop und Druckerei) eingenommen. Diese müssen gestärkt werden, da in ihnen noch viel ungenutztes Potential steckt.
Da das Haushaltsdefizit sehr hoch ist, muss es auch Einsparungen bei allen Haushaltstöpfen geben. Diese Einsparungen müssen jedoch sozial verträglich sein.


Es gab Gerüchte, dass letzte Woche der Landesfinanzhof an der RUB zu Besuch war. Weißt Du etwas über die Hintergründe?

Ich kann nicht beurteilen, ob bei der Finanzierung der Mensaparty etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Deshalb begrüße ich es, dass eine unabhängige Stelle die Geschehnisse überprüft und bin mir sicher, dass man anhand der Ergebnisse sehen wird, dass der RCDS sich jederzeit verantwortungsvoll gegenüber der Studentenschaft verhalten hat.

Gibt es für Dich bzw. für den RCDS einen Wunsch-Koalitionspartner?

Grundsätzlich sind wir offen für eine Koalition mit jeder demokratischen Liste.

Wie wirst Du die Zeit bis zu den Wahlen verbringen?

Momentan laufen die Wahlvorbereitungen auf Hochtouren, deshalb werde ich mich die nächsten Tage intensiv damit beschäftigen.
Nebenbei muss ich auch noch Zeit in mein Studium investieren, da die ersten Klausuren für dieses Semester vor der Tür stehen.

Gibt abschließend noch etwas, was Du den Lesern auf dem Weg zur Wahlurne mitgeben möchtest?

Zunächst einmal hoffe ich, dass die Wahlbeteiligung höher sein wird als in den letzten Jahren. Denn wer nicht wählt, unterstützt die radikalen Listen.
Und schließlich liegt es in den Händen der Studenten, ob es in Zukunft einen handlungsfähigen AStA geben wird der den Studenten einen guten Service anbieten kann.
jr
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#739- "Vernunft und Fairplay"

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

"Vernunft und Fairplay"

 

Die Juso-Hochschulgruppe tritt in diesem Jahr mit den beiden Kulturreferenten Semiha Idrizovic und Sascha Roncevic als Spitzenkandidaten zur StuPa-Wahl an. Die bsz wollte wissen, was sie erreichen wollen und stellte die Koalitionsfrage.

 

Semiha und Sascha, ihr seid Spitzenkandidaten der Juso-Hochschulgruppe. Was wollt ihr erreichen?

Semiha: Wir wollen die soziale Ruhr-Universität verwirklichen. Das bedeutet für uns vor allem, dass wir die gleichen Chancen für alle Studierenden an dieser Universität schaffen. Dass wir mehr Service bieten und autonome Referate stärken, aber trotzdem den AStA-Beitrag senken.
Sascha: Der letzte Punkt liegt uns besonders am Herzen, da durch die sozial ungerechten Studiengebühren für viele Studierende die Belastbarkeitsgrenze erreicht ist. Deswegen wollen wir auch, mit Einführung des NRW-Semestertickets einen Sozialfonds schaffen, der den Studierenden hilft, die sich diese Mehrbelastung nicht leisten können.

Man kann wohl davon ausgehen, dass ihr weiter im AStA bleiben wollt. Wie sieht eure Mannschaft aus?

Sascha: Wir sind gut aufgestellt. Mit 54 Bewerberinnen und Bewerbern konnten wir unsere Kandidatenzahl vom Vorjahr noch steigern. Natürlich versuch wir, so stark wie möglich zu werden. Konkrete Aufgabenverteilungen kann man aber erst nach der Wahl in Angriff nehmen. Uns ist unsere Arbeit wichtig und nicht, wer welches Pöstchen bekommt.

Die anderen Listen werfen euch Misswirtschaft vor. Was sagt ihr dazu?

Sascha: Hier sollte man mit den Begriffen mal ganz vorsichtig umgehen. Man sollte sich mal klar machen, was Misswirtschaft heißt. Wir haben definitiv gut gewirtschaftet. Unsere Betriebe florieren wie nie. Alleine das KulturCafé hat in den letzten 9 Monaten eine Umsatzsteigerung von dreißig- bis fünfunddreißigtausend Euro erzielt. Trotz Mensaparty werden wir mit einem Überschuss aus dem Haushaltsjahr gehen.
Natürlich ist die Mensaparty nicht so gelaufen, wie wir es uns gewünscht haben und sicherlich wurden auch einige Fehler gemacht.
Semiha: Aber nur wer neue Wege geht, kann auch stolpern, während andere über Jahre mit Klientelpolitik gerade im Kulturbereich jeder Innovation aus dem Weg gegangen sind.

Mit wem würdet ihr nach der Wahl in Koalition gehen wollen?

Sascha: Man muss nach der Wahl schauen, wie das Ergebnis ist. Wir wollen in erster Linie eine vernünftige Politik für die Studierenden realisieren. Jeder Liste, die mit unseren Inhalten und unserem Wahlprogramm, die größten Überschneidungen zeigt, stehen wir konstruktiv gegenüber.
Semiha: Natürlich wollen wir unser Ergebnis von letzten Jahr verbessern. Uns ist aber erst einmal wichtig, dass viele Studierende zur Wahl gehen.

Zwischen euch und der Linken Liste bzw. dem RCDS gab es in der letzten Zeit harte Auseinandersetzungen, die auch in den persönlichen Bereich gingen. Könntet auch mit diesen Listen eine Zusammenarbeit vorstellen?

Semiha: Wir verurteilen es, wie mit einzelnen Listenmitgliedern umgegangen worden ist. Gerade Listen aus dem Bereich des Linken Spektrum, die bei der Veröffentlichung von Bildern einzelner Personen einem sofort Anti-Antifa-Arbeit vorwerfen, sollten ihr Handeln mal überdenken.
Sascha: Dies gilt nicht nur für das linke Spektrum. Egal, wo man politisch steht – solche Methoden führen dazu, dass eine Zusammenarbeit nur schwer vorstellbar ist. Interessant erscheint in diesem Kontext auch, dass gerade die Hochschulgruppe, die uns bei jeder sich bietenden Situation des Populismus bezichtigt, ihre eigenen Grundsätze mit Füßen tritt, wobei sich dies nicht auf gerade genannten Listen bezieht.

Was erhofft ihr euch vom diesjährigen Wahlkampfklima?

Sascha: Letztes Jahr ist es bekanntlich hoch hergegangen. Für diese StuPa-Wahl appelliere ich an die Vernunft und das Fairplay aller Listen.
Semiha: Dass alle sich auf das besinnen, um das es hier geht: Nämlich gute Arbeit für die Studierenden zu leisten und nicht sinnlos auf persönlicher Ebene aufeinander einzuschlagen.
abc

#739- Die Listen stellen sich vor

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

Die Listen stellen sich vor

 

Die bsz hat alle Listen, die an der StuPa-Wahl 2008 teilnehmen, angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Fast alle haben geantwortet und geben euch hier die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wo ihr nächste Woche euer Kreuzchen macht.

1. Rubtulpen

Wir finden Krawatten unsexy und waschen uns trotzdem regelmäßig; träumen weder von der sozialistischen Weltrevolution, noch von einer Karriere als Landrat oder so. Trotzdem wollen wir in den AStA! Weil der eine Studentenvertretung sein soll und kein Kindergartenparlament für Möchtegernpolitiker.

2. SWIB

Ziel der parteiunabhängigen Liste SWIB ist es, das Leben auf dem Campus angenehmer zu gestalten. Geplant ist die Ausweitung des kulturellen Angebots, z.B. durch kostenfreie Konzerte mit regionalen Nachwuchskünstlern, stärkere Kontrolle der Studiengebührenverwendung und die Förderung der Wohnheime.
3. LHG

Nur die LHG setzt sich für eine pragmatische, unpolitische Arbeit im Interesse aller Studenten ein. Keine Schlammschlacht, keine Beleidigungen. Mit Verantwortungsbewusstsein lässt sich den Studenten besser helfen, als mit jeder Ideologie.



4. Schwarzer Ritter

Die Unbesiegbarkeit des schwarzen Ritters ist an der RUB ja hinlänglich bekannt. Nun ist die Zeit gekommen, diese unter Beweis zu stellen. Wählt den schwarzen Ritter und er wird euch aus dem Tal der Tränen (bzw. Mensa-Party) ans Licht führen! Der schwarze Ritter wird für Ordnung an seinem Hofe sorgen!
5. YES

"YES" ist wieder da. Wir stehen für studentische Kultur, Leben und Gemeinschaft der Studis. Was wir in die Hand nehmen "klappt". Der wichtige Lebensbereich der Freizeit und Entspannung, der Diskussion und Feier ist unser Ziel.
Gegen substanzloses Labern, weg mit SWIB, wählt die Profis, wählt "YES".
6. Linke Liste

"Die Linke Liste ist eine breite parteiunabhängige Bündnisliste, die für alternative Kultur auf dem Campus, Kampf gegen Studiengebühren, Antifaschismus und Kritische Wissenschaft steht. Auch zur verantwortungsvollen Haushaltsführung und einer kompetenten Arbeit im AStA hat die LiLi konstruktive Konzepte."
7. Liste der Herzen

Bis Redaktionsschluss lag von der Liste der Herzen kein Vorstellungstext vor.

Die Redaktion







8. alternative liste

Die al ist ein Zusammenschluss von Studierenden, denen die Verhältnisse an und außerhalb der Uni nicht egal sind. Unser Ziel ist es, durch die Beteiligung in Gremien und im AStA auf die Kritik der einzelnen Studierenden aufmerksam zu werden und sie in die Öffentlichkeit zu tragen, um die Verhältnisse zu ändern.
9. SDS.Die Linke

Wir gehören dem Studierendenverband Die Linke.SDS an, der sich im Mai gegründet hat und sich auf die Partei DIE LINKE bezieht. An der RUB wollen wir unter anderem gegen Studiengebühren, Anwesenheitslisten und das Hochschulfreiheitsgesetz eintreten – und für eine demokratische und solidarische Ruhr-Uni.
10. RCDS

Der RCDS (www.rcds-bochum.de) steht für eine Hochschulpolitik, die sich auf Ihre Kernaufgaben konzentriert: Service, Kultur und Mobilität. Wir bekämpfen roten Klüngel und Geldverschwendung, der RCDS steht für Transparenz und Kompetenz. Wir holen Euch Euer Geld zurück, deshalb RCDS-Team wählen!
11. Jusos & Friends

Wir als Juso-Hochschulgruppe wollen u.a. erreichen: 1. Erhöhung der Sozialleistungen, 2. Senkung des AStA-Beitrags, 3. Starke autonome Referate, 4. Mehr Unterstützung für Fachshaften, 5. Sozialleistungen erhöhen, 6. Studiengebühren abschaffen, alles in allem: Die soziale Ruhr-Universität. Also: Wählt uns!
12. GHG

Die GHG setzt sich für eine ökologische, soziale, demokratische und geschlechtergerechte RUB ein.
Wenn Ihr eine Alternative zu den Jusos haben wollt, die nicht nur links blinkt, die nachhaltig mit Eurem Geld umgeht und für einen politischen AStA streitet würden wir uns über ein Kreuz bei uns freuen.

#739- RUB- Rückblick 2007

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

RUB- Rückblick 2007

 

Ein neues spannendes Jahr liegt vor uns: Die guten Vorsätze sind gefasst, nun werden sie in die Tat umgesetzt – oder verdrängt: Wir könnten zum Beispiel an unserem Sprungbrett in die Berufswelt feilen oder uns auf Bewerbungsgespräche vorbereiten.

 

Andere setzen lieber an der Basis an: gesündere Ernährung in 2008, mehr Sport oder einfach neue, interessante Leute kennen lernen. Das gilt nicht nur für die Erstis, die sich auch dieses Jahr in Scharen für dubiose Studienrichtungen an den vielen Fakultäten der RUB einschreiben werden.
Das TV hat das vergangene Jahr auf sämtlichen Sendern Revue passieren lassen, das studentische Leben hingegen wurde höchstens als Randschlagzeile erwähnt. Doch ein Jahr ist immer schnell vorbei, die Ereignisse schnell vergessen. Für all diejenigen, die Silvester zu tief ins Glas geschaut haben, ihre Gehirnzellen außerhalb der Uni zermarterten und für diejenigen, die noch nicht seit Beginn des Jahres mit im Boot sitzen, kommt hier der RUB-Rückblick auf das Jahr 2007.
2007 an der Ruhr-Uni
Das Jahr 2007 begann zunächst wie alle anderen – auch an der RUB: mit Ferien. Dann füllte sich der Campus langsam wieder: Studierende hetzten von Veranstaltung zu Veranstaltung, reihten sich ein in die Schlangen in den Copyshops, kopierten in der Cafeteria die Mitschriften ihrer Leidensgenossen, schrieben, bestanden beziehungsweise fielen durch die Klausuren. Dann schon wieder Semesterferien - oder: vorlesungsfreie Zeit. Denn nur wenn kein offizieller Unibetrieb für jedermann stattfindet heißt das ja nicht, dass alle Ferien haben. Viele Studierende nutzen die Gelegenheit, endlich mal einen Platz in der ersten Reihe zu erhaschen und Blockveranstaltungen zu besuchen.
Zudem gab es auch in 2007 die Wahlen des neuen AStA. Nachdem auch der letzte Studi seinen Wahlzettel in die Urne geworfen hatte, stand fest: Fabian Ferber heißt der neue AStA-Vorsitzende. Doch er war nicht der einzige, der im vergangenen Jahr etwas zu sagen hatte: Eve Ensler gab im Rahmen ihrer legendären Vagina-Monologe zahlreichen Vaginen eine Stimme. Auf der Bühne im Musischen Zentrum erzählten sie auch 2007 fröhliche, dramatische und traurige Geschichten. Der Eintritt zu der Veranstaltung war noch frei. Und dass es an der Uni, die Wahlkampfperiode mit Gratisglühwein einmal ausgenommen, etwas umsonst gibt, ist nicht selbstverständlich. Geld war ein großes Thema 2007. Die Rede ist von den Studiengebühren. Für die Erstsemester bereits seit dem Wintersemester 2006/07 traurige Wahrheit, mussten auch die höheren Semester seit dem Sommer tiefer in den Geldbeutel langen.
Da war doch noch was?
Richtig, die Exzellenzinitiative. Schnell wurden noch die (oberen) Betonbalken der Brücke gestrichen und sämtliche schwarzen Bretter von allzu viel Ballast befreit, da standen die Herren auch schon auf dem Hof und begutachteten die Ruhrpott-Uni argwöhnisch. Vom neuen Edward’s Coffeeshop in der Universitätsbibliothek über den Campus bis in die hintersten Winkel von NC rüber zu MA. Geklappt hat es mit dem Elite-Feeling zwar nicht, wer sich dennoch mit RUB-Pullovern im Unifanshop eindecken möchte, dem sei dies verziehen. Wer, wenn nicht die Studis, soll die modischen Sweater auch kaufen? Das haben jetzt auch die Lehrenden der Uni erkannt: Verstärkt beschäftigt sich unsere Uni jetzt gleich mit mehreren Forschungsprojekten mit dem demographischen Wandel. Das Konzept der Hörsaal City brachte Vorträge von Lehrenden der Ruhr-Universität direkt in die Stadt ins Haus der Geschichte.
Und noch in einem anderen Zusammenhang wurden Stimmen laut: 2Raumwohnung und Juli auf der umstrittenen Party in den neuen Räumlichkeiten der Mensa. Das hat gerockt. Mensaparty. Gepoppt wurde woanders. Bestimmt.
Last but not least durfte natürlich auch der blaue Weihnachtsbaum auf dem Campus nicht fehlen. Der zwielichtige Geselle leuchtete Hundertschaften von Studierenden den Weg in die Hörsaalgebäude und zurück. Und wer weiß, wenn von den Studiengebühren etwas übrig bleibt, vielleicht liegen Ende 2008 endlich mal Geschenke drunter...?
Wir werden’s im Auge behalten...

jbö
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#742- Studentische Revolte war gestern – stimmt das wirklich?

Geschrieben von jk am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

Politik? Nein danke!
Studentische Revolte war gestern – stimmt das wirklich?
Nahezu täglich liest man zurzeit Berichte über die 68er-Generation und ihre Auswirkungen auf die heutige Gesellschaft. Unabhängig davon, ob der Tenor eher positiv oder negativ ist, einig sind sich die AutorInnen fast immer darin, dass die politisch aktiven Studierenden dieser Generation Deutschland nachhaltig verändert haben. Wie sieht es heute aus? Gehen noch politische Impulse von deutschen Hochschulen aus? Oder interessiert es in Zeiten von Bachelor/Master-Studiengängen nur noch, die Uni möglichst fix wieder zu verlassen?

"Die Zeiten haben sich verändert." – Diese viel zitierte und oftmals sinnentleerte Floskel trifft in diesem Zusammenhang ziemlich genau zu. Viele Aspekte, die die Studierendenbewegung in den späten Sechzigern hervorgebracht haben, sind heute nicht mehr gegeben. Die Bundesrepublik ist gereift und ein Generationenkonflikt im Ausmaße der ersten drei Nachkriegsjahrzehnte erscheint unwahrscheinlich. Gesellschaftliche Probleme sind breiter geworden und lassen sich nicht mehr nur auf Generationen oder andere grobmaschige Raster zurückführen. Vielleicht ist es also ein völlig falscher Ansatz, zum 40-jährigen "Jubiläum" dieser studentischen Revolution diese zum Vorbild für heutige Veränderungen zu nehmen. Die Geschehnisse in den späten Sechziger und frühen Siebziger Jahren waren historisch einmalig und sind nicht einfach wiederholbar. Wer seine heutigen Taten an den Errungenschaften der 68er misst, der kann nur scheitern.

Was ist also zu tun?

Unwissenheit und politische Gleichgültigkeit sind der verbreitete Alltag an deutschen Hochschulen. Nur wenige Studis machen von ihrem demokratischen Wahlrecht an der Uni Gebrauch und studentischer Protest wird häufig nur belächelt. Wer sein Studium wirtschaftlich effizient in sechs (Bachelor) beziehungsweise zehn Semestern (Master) abschließen möchte, dem bleibt auch kaum Zeit für Protest und Politik. Kein Wunder also, dass sich der gemeine Studi lieber erst gar nicht mit der zähen und oft undurchsichtigen Hochschulpolitik beschäftigt. Beachtung und Aufwind erfährt sie offensichtlich nur, wenn es um das liebe Geld geht. Die Einführung der Studiengebühren zum Sommersemester 2007 und das finanzielle Debakel rund um die Mensa-Party Ende letzten Jahres generierten vergessene Energien und Wahlbeteiligungen (wobei diese mit knapp 18 Prozent bei den letzten Studierendenparlaments-Wahlen im Januar im Grunde noch immer erschreckend niedrig ausgefallen sind). Doch elementare Probleme, die diesen Erscheinungen vorangingen, werden kaum beleuchtet, und so verschwinden studentische Initiativen meist ähnlich schnell wieder aus der öffentlichen Wahrnehmung, wie sie aufgetaucht sind. Schwierig, aus diesen Voraussetzungen Mut zu schöpfen. Gerade der schleichende Demokratieabbau an Hochschulen scheint so kaum aufzuhalten zu sein.

Chancen und Möglichkeiten!

Um seine Möglichkeiten nutzen zu können, muss man diese erstmal kennen. Daran hapert es meistens bereits – nicht nur bei Studienanfängern, sondern auch bei langjährigen Studierenden an der Ruhr- Uni. Die Möglichkeiten der studentischen Mitbestimmung sind tatsächlich nicht sehr groß, aber sie sind (noch) vorhanden! So ist auch die Einführung des NRW-Tickets nicht dem Rektorat, sondern den Studierenden zu verdanken! Listenübergreifend wurde in den letzten Jahren an der Umsetzung dieses ehrgeizigen Ziels gearbeitet. Genaue Informationen zum NRW-Ticket lieferten wir Euch ja bereits in unserer letzten Ausgabe. Erfolge wie dieser machen Mut, dass sich Protest auch weiterhin lohnt und Hochschulpolitik tatsächlichen Einfluss nehmen kann! Nächste Woche werden wir Euch die einzelnen Gremien und Institutionen (AStA, Studierendenparlament, Senat etc.) näher vorstellen.
jk