#742- Und was sich beim BAföG sonst noch ändert

Geschrieben von Cornelia Temme-Ferber/rvs am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

BAföG-Erhöhung kommt ab dem 1.8.
Und was sich beim BAföG sonst noch ändert
Zum 1.1.2008 trat die 22. Novellierung des BAföG in Kraft – und mit ihr einige Verbesserungen bei der Ausbildungsförderung, aber auch einige Verschlechterungen.

Verbessert hat sich die Situation für studierende Eltern: Neu ist ein Kinderbetreuungszuschlag, der ab dem ersten Kind gezahlt wird. Er beträgt 113 Euro für das Erste und 83 Euro für jedes weitere Kind. Voraussetzung dafür ist, dass die oder der Auszubildende mit mindestens einem Kind, welches das 10. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, im eigenen Haushalt lebt. Sind beide Elternteile BaföG-berechtigt, so bestimmen sie, wer den Betreuungszuschlag in Anspruch nehmen möchte.

Zuckerbrot und Peitsche

Für bereits bewilligte, noch laufende Anträge kann der Kinderzuschlag nachträglich beantragt werden; bis spätestens zum Ende des Bewilligungszeitraums muss dafür ein entsprechender Antrag beim Amt für Ausbildungsförderung eingegangen sein. Wenn die übrigen Voraussetzungen für den Betreuungszuschlag vorliegen, ist eine Förderung rückwirkend ab einschließlich Dezember 2007 möglich.
Einen Wermutstropfen gibt es aber ab 2010: Die bisherige Möglichkeit des BAföG-Teilerlasses wegen Erziehung von Kindern entfällt.

Kein BAföG im Master

Eine wesentliche Verschlechterung wurde für die Studierenden beschlossen, die nach Vollendung ihres Bachelor dreißig werden und noch einen Masterstudiengang anhängen wollen. War es bisher zweifelhaft, ob ein Masterstudiengang ohne Berücksichtigung der Altersgrenze gefördert wird, ist nun in
§ 2 Abs. 5 BAföG festgelegt, dass der Masterstudiengang im Verhältnis zu dem Studiengang, auf den er aufbaut, als eigener Ausbildungsabschnitt gilt. Das bedeutet, dass abgesehen von wenigen Ausnahmen der Masterstudiengang nicht mehr gefördert wird.

Auslandsförderung ab dem 1. Semester

Weitere Änderungen gibt es in den Bereichen Förderung von Studierenden ausländischer Herkunft und der Förderung einer Ausbildung im Ausland. So können Studierende mit Migrationshintergrund ab sofort leichter gefördert werden. Sind diese bereits langfristig aufenthaltsberechtigt, kann die Förderung ohne Anrechnung der Mindesterwerbszeit der Eltern möglich sein. Durch die 22. Novelle kann eine vollständige Ausbildung im europäischen Ausland und der Schweiz ab sofort gefördert werden. Bislang war es erforderlich mindestens ein Semester in Deutschland studiert zu haben, bevor man das BAföG für ein Auslandsstudium "mitnehmen" kann.

Und ab dem 1.8. mehr Geld

Die oben beschriebenen Änderungen gelten bereits seit dem 1.1.2008. Ab dem 1.8.2008 treten dann auch um acht beziehungsweise zehn Prozent erhöhte Freibeträge und Bedarfssätze in Kraft. Die Zuverdienstgrenze, bei der das Einkommen der Studierenden anrechnungsfrei bleibt, wird von 215 auf 255 Euro angehoben.
Mit der 22. Novelle hat der Bundestag damit erstmals seit der großen Reform im Jahr 2001 die Bedarfssätze und Freibeträge angepasst und somit einen Ausgleich für die Preissteigerungen der letzten Jahre geschaffen. Damit hinkt er noch immer der allgemeinen Kostenentwicklung hinterher, kritisiert der Präsident des Deutschen Studentenwerks: "Es ist unverständlich, warum die Bundesregierung so viel Zeit bis zum nächsten Bericht [dieser Bericht ist wissenschaftliche Grundlage für die Anpassungen] verstreichen lassen will." Das Deutsche Studentenwerk fordert eine kontinuierliche Anpassung der Bedarfssätze.

Noch Fragen?

Wenn am Ende noch Fragen zum neuen BAföG geblieben sind, werden diese gerne von der AStA-Beratung oder im AKAFÖ beantwortet:

BAföG-Beratung im AStA
Mo. 9.00 bis 11.00 Uhr
Do. 12.00 bis 13.30 Uhr.
AStA-BAföG-Beratung
Raum SH 0/016

InfoCenter (Grundberatung):
Mo 12.00-15.00 Uhr
Di 9.00-12.00 Uhr
Mi 9.00-12.00 und 13.00-15.00 Uhr
Do-Fr 9.00-12.00 Uhr
Raum 1/160
Cornelia Temme-Ferber/rvs

#741- Aufbruch 2008

Geschrieben von USch am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

Karten neu gemischt: Neuer AStA – neues Glück?
Aufbruch 2008
Fast auf den Tag genau 40 Jahre nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April 1968 erscheint die älteste Studierendenzeitung der Republik wieder im "Berliner Format". Mit der Rückkehr zum alten Layout ist auch ein "Zurück" zu den politischen Wurzeln der bsz verbunden, die sich nun wieder verstärkt ihrer ursprünglichen Aufgabe einer kritischen, rektoratsunabhängigen studentischen Berichterstattung wid-men wird, um eigenständig "in die universitären und gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen [einzugreifen]" und – nicht nur an den Universitäten – "eine progressive und emanzipatorische Politik" einzufordern (Statut der bsz).

Außerdem werden wir Euch natürlich regelmäßig mit brandaktuellen Campus-News versorgen – ob es nun um kulturelle Highlights wie das bevorstehende 10. Bochumer Newcomerfestival im AStA-KulturCafé geht oder um die gescheiterten Versuche des Rektorats, aus der RUB eine Elite-Uni zu machen... Bevor die neue Bsz-Redaktion voll durchstartet, um Euch immer auf dem Laufenden zu halten, wollen wir aber natürlich nicht vergessen, Euch allen erstmal ein schönes Sommersemester zu wünschen!

Nicht nur für die bsz ist 2008 ein Jahr des Aufbruchs, sondern auch für die Verfasste Studierendenschaft: Nachdem Ihr bei den Wahlen zum Studierendenparlament im Januar ein klares Votum abgegeben habt, den schwarz-rot-gelben AStA aus cdu-nahem RCDS, den RUB-Rosen (Jusos etc.) und der jungliberalen LHG durch einen links-altervativ-grünen Basisgruppen-AStA abzulösen, brechen auch dort neue Zeiten an. Die Koalition aus der u. a. den Vorsitz stellenden Linken Liste (Referat für Kritische Wissenschaft u. v. a. m.), der alternativen liste (Finanzen, Hochschulpolitik, Kultur), Grüner Hochschulgruppe (Öffentlichkeitsarbeit, Frieden) sowie der Liste Schöner Wohnen in Bochum (Ökologie, ÖPNV) arbeitet neben dieser inhaltlichen Schwerpunkte nicht nur daran, die Mensaparty-Schulden seiner VorgängerInnen in Höhe einer knappen Viertelmillion Euro zu tilgen, sondern möchte Euch im Studierendenhaus außerdem einen umfassenden Beratungsservice bieten. Zudem will der AStA natürlich alle Möglichkeiten nutzen, um darauf hinzuarbeiten, Studiengebühren in NRW möglichst bald wieder zu kippen – was sich als durchaus realistisch erweisen könnte, wie ein Blick nach Hessen zeigt. So lange die Gebühren aber Realität sind, wird sich die AStA-Arbeit auch darauf konzentrieren, fahrlässige Verschwendung und Zweckentfremdung von Studiengebühren aufzuzeigen, wenn sie – wie so oft – nicht wie behauptet zur ‚Verbesserung der Lehre‘ dienen. Dies gilt natürlich genauso für die Arbeit der Fachschaften sowie der von Euch am 3. Juni neu zu wählenden VertreterInnen im Senat und in den Fakultätsräten, für die Ihr Euch bis zum 29. April – z. B. über Eure Fachschaft – aufstellen lassen könnt. Wer sich dort einbringen möchte, ist herzlich willkommen!

Die RUB im Jahre 1 nach dem Elitewahn

Wenn wir in die nahe Zukunft blicken, sollte jedoch nicht vergessen werden, das bereits Erreichte herauszustellen. Nicht zuletzt beharrlicher Druck hochschulpolitisch aktiver Studierender hat im vergangenen Jahr dazu beigetragen, die Umwandlung der RUB in eine ‚Elite-Uni‘ bis auf weiteres aufzuhalten [-> www.protestkomitee.de -> Specials -> Exzellenz Ini (´07)]. Das Scheitern der RUB-Bewerbung bei der bundesweiten ‚Exzellenz-Initiative‘ zur Vergabe von Forschungsmitteln für künftige ‚Elite-Universitäten‘ eröffnet nun die Möglichkeit, zum Gründungsgedanken der größten Ruhrgebietsuniversität im Sinne einer für möglichst große Teile der Bevölkerung offenen Breitenbildung zurückzukehren. Dazu gehört auch ein Festhalten am Konzept der Volluniversität mit einem breiten Fächerspektrum sowie eine Abkehr von Fusionsplänen weiterer Hochschulstandorte nach dem abschreckenden Beispiel der Zusammenlegung der Unis Duisburg und Essen, die zur Abwicklung ganzer Fachbereiche führte. Daher bleibt zu hoffen, dass die Bestrebungen einer Ausweitung der ‚Universitätsallianz Metropole Ruhr‘ (UAMR) genauso scheitern werden wie der Elitewahn des Rektorats... USch

#741- Studiengebühren in Hamburg und Hessen

Geschrieben von jk am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

Studiengebühren in Hamburg und Hessen
Entscheidung mit Signalwirkung?
Das Thema Studiengebühren ist aus der Hochschulpolitik nicht mehr wegzudenken. Ein Jahr nach der Einführung hat sich jedoch vielerorts schon Resignation breitgemacht. In den letzten zwölf Monaten erregten zahlreiche Protestaktionen noch großes Aufsehen und mobilisierten tausende Studierende. Geändert hat sich seither nichts und so schwand auch die Begeisterung für den Protest. Doch veränderte Machtverhältnisse in Hamburg und Hessen machen Hoffnung auf ein Umdenken der Politik!

In Hamburg bahnt sich eine schwarz-grüne Regierung an. Besonders auf Seiten der Grünen sind die Bedenken und Ängste groß – doch das ungleiche Bündnis eröffnet auch Möglichkeiten. In Hamburg gibt es Studiengebühren – eingeführt von der CDU-Landesregierung. In den Gesprächen mit der GAL (Grün-Alternative Liste) rückte die CDU jedoch von ihren Standpunkten ab und ließ sich auf Kompromisse ein. So plant Schwarz-Grün nun, dass Studiengebühren nicht während des Studiums fällig werden, sondern erst nach dessen Beendigung, sofern der Absolvent dann über 30.000 Euro jährlich verdient. Dann werden für jedes studierte Semester 375 Euro fällig. Bereits ab dem kommenden Wintersemester soll diese Regelung in Hamburg gelten. Somit wäre wieder ein Schritt zurück in Richtung freie Bildung getan! Gleichzeitig trägt man dem Standpunkt der CDU Rechnung, dass HochschulabgängerInnen aufgrund ihres hohen Einkommens nach dem Studium auch an der Finanzierung der Universitäten beteiligt werden sollten.

Problematisch bleibt dieser Kompromiss jedoch unter dem Gesichtspunkt, dass Bildung so weiterhin als Ware gehandelt wird und kein öffentliches Gut darstellt. Zwar ist die finanzielle Belastung bei diesem Modell sozial unbedenklich, dem Umbau der Universitäten zu gemeinen Wirtschaftsbetrieben wird so aber nicht Paroli geboten. Daher warnen KritikerInnen vor einem faulen Kompromiss.

Hessen gegen Studiengebühren!

Noch deutlicher könnte sich schon bald die Lage in Hessen verändern. Eine Mehrheit aus SPD, Grünen und Linken ist gegen Studiengebühren. Zwar verhinderte das belastete Verhältnis zwischen SPD und Linken den Regierungswechsel (Roland Koch bleibt vorerst geschäftsführend im Amt), aber eine Mehrheit für gemeinsame Ziele wie die Abschaffung der Studiengebühren gilt als sicher. Am vergangenen Mittwoch wurde auf Antrag der Fraktionen der SPD und der Grünen über eine mögliche Abschaffung der Studiengebühren zum kommenden Wintersemester debattiert und ein erster Gesetzesentwurf vorgelegt. Zwar gibt es noch Uneinigkeiten über einige Teilpunkte der Gesetzesänderung, die SPD zeigte sich jedoch in Details verhandlungsbereit. Das Gesetz umfasst auch weitere Aspekte studentischer Interessen. So soll eine Re-Demokratisierung der Hochschulen stattfinden, die in den letzten Jahren zugunsten wirtschaftlicher Aspekte stark beschnitten wurde.

Ausblick in eine bessere Zukunft?

Wenn gleich zwei Bundesländer, die bisher für Studiengebühren eintraten, diese wieder komplett beziehungsweise teilweise abschaffen, dann hat das natürlich auch Signalwirkung für die fünf weiteren Länder (Bayern, Baden-Württemberg, Saarland, Nord-
rhein-Westfalen und Niedersachsen), die aktuell Gebühren von ihren Studierenden fordern. Die Schlüsselrolle spielt in diesem Fall aber wohl das Hamburger Modell, da hier eine CDU-geführte Regierung eine Abkehr von der bisherigen Linie vollzieht. Während die Abschaffung der Studiengebühren bei einer linken Mehrheit im Landtag (Hessen) nicht überrascht, kann das Umdenken der CDU auch auf Nordrhein-Westfalen übergreifen.

Wir dürfen gespannt sein, wie die schwarz-gelbe Landesregierung in Düsseldorf die Geschehnisse in Hamburg aufnimmt. Ein plötzliches Umdenken in Düsseldorf darf man aber nicht erwarten. Die FDP will Hochschulen die Erhebung von Studiengebühren weiter ermöglichen. Erst wenn sich das Hamburger Modell erfolgreich etabliert und weitere CDU-Landesverbände auch ohne Drängen der Grünen offen über diese Verlagerung der Gebühren diskutieren, wird auch die Regierungskoalition in NRW um eine Überprüfung des aktuellen Kurses nicht umhinkommen.
jk

#741- AStA zieht erste Bilanz

Geschrieben von rvs am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

60 Tage neuer AStA
AStA zieht erste Bilanz
Seit 60 Tagen ist der neue AStA im Amt: Zeit. um eine erste Bilanz zu ziehen. Wir sprachen mit Sven Ellmers (AStA-Vorsitzender), Christian Wolf (Finanzreferent), Karsten Finke (Referent für Frieden, Ökologie und Verkehr) und Matthias Brunnert (Referent für Kultur und Wohnen)

bsz: Bereits am 13. Februar wurde der neue AStA gewählt, wohl nach den kürzesten Koalitionsverhandlungen der letzten Jahre.
SE: Ja. Die Listen, die vor der Wahl für die Abwahl des alten AStA angetreten sind, haben einen klaren Auftrag der Wählerinnen und Wähler bekommen und diesen haben wir in zügigen Verhandlungen umgesetzt. Dies ermöglichte es uns, schon vor den Ferien den AStA zu übernehmen und die vorlesungsfreie Phase für die Planung des Sommersemesters zu nutzen.

bsz: Was habt ihr in der vorlesungsfreien Zeit getan?
CW: Uns eingearbeitet. Zunächst einmal mussten wir die Reste der Vorgänger aufarbeiten. Nicht nur die Mensaparty im Dezember war noch nicht abgerechnet, auch Überweisungen von über 100.000 Euro hat der alte AStA auf Halde gelegt. Mittlerweile haben wir aber alles überwiesen, wobei auch immer noch Rechnungen wegen der Mensaparty auflaufen. Aber wie gesagt, wir haben auch fürs Semester geplant

bsz: Was sind eure konkreten Pläne?
SE: Meine Pläne klingen ganz einfach: Mehr Geld verdienen. Die Wirtschaftsbetriebe sind in den letzten Jahren immer teurer für den AStA geworden. Wir wollen mit neuen Produkten im Kulturcafé neue Kundengruppen erschließen und die Angebote in den Kopierbetrieben besser in der Studierendenschaft bewerben.

bsz: Karsten, mit dir gibt es wieder einen Friedensreferenten im AStA, diesmal gemeinsam mit dem Referat für Ökologie und Verkehr. Warum?
KF: Nun, das ist wohl am ehesten den Personen geschuldet, die in diesem Referat tätig sind. Wir sind der Meinung, dass Frieden in dieser Zeit ein Tätigkeitsfeld ist, dass nicht brach liegen darf, haben aber weder die finanzielle noch personelle Ressourcen, dies in einem eigenen Referat unterzubringen...

CW: Der AStA muss sparen.
KF: ... deshalb haben wir Frieden ins Öko gepackt, da mir beides am Herzen liegt. Wir sind in Semester 1 des NRW-Tickets, da wird es viel Fragen geben, was man mit dem Ticket machen kann und was nicht und gerade im Bereich Campussanierung gibt es eine Menge zu tun, jetzt wo der erste Spatenstich für das neue Gebäude ID getan ist.

bsz: Auch das Kulturreferat hat einen neuen Zuschnitt zusammen mit dem Bereich Wohnen erhalten.
MB: Ja, das passt ja auch zusammen, Wohnen und Kultur sind halt wichtige Bereiche im Leben die zeitlich neben dem Studium stehen. Und um diesen Bereich wollen wir uns kümmern.

bsz: Was habt ihr vor?
MB: Im Sommersemester steht als Höhepunkt natürlich wieder das Sommerfest an, an dem wir zusammen mit FSVK und den Fachschaften ein Angebot auf dem Nordforum stellen wollen. Aber auch das Kulturcafé wird voll im kommenden Semester, und das auch vermehrt wieder mit eigenen Veranstaltungen

bsz: Von Euch?
SE: Ja auch, schließlich gibt es wieder ein Referat für kritische Wissenschaften, das schon einige Veranstaltungen plant. Aber auch das Referat für Grund und Freiheitsrechte und das für Internationalismus werden Vorträge, Filmabende etc. veranstalten.

MB: Wir wollen den kurz PolDi (politischer Dienstag, Anm. d. Redaktion) ) wieder aufleben lassen und jeden Dienstag Abend - ein Abend, der von den meisten Partyveranstaltern geschmäht wird - der einem politischen Thema im Kulturcafé die Bühne geben.

bsz: Zum Schluss möchte ich noch zum Referat für Hochschulpolitik kommen. Wird es das vom alten AStA geplante Volksbegehren gegen Studiengebühren geben?
SE (lacht): Wohl eher nicht. Aber man weiß nicht, was die Opposition so plant, weder in Düsseldorf noch hier. Der AStA wird aber kein Geld mehr in dieses Projekt stecken. Dieses Begehren ist ein stumpfes Schwert: Es zwingt den Landtag lediglich zur erneuten Befassung, wenn es denn erfolgreich ist, und da haben CDU und FDP die Mehrheit.
KF: Genau! Der AStA ist konsequent gegen Studiengebühren, aber wir setzen darauf, zu informieren, zu politisieren und dem Bochumer Senat klar zu machen, warum Studiengebühren wieder abgeschafft gehören.

bsz: Vielen Dank für dieses kämpferische Schlusswort.
rvs

#741- Das neue Semesterticket

Geschrieben von Karsten Finke am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

.... und Bielefeld gibt es doch
Das neue Semesterticket

Zumindest könnt Ihr Euch mit dem NRW-Ticket nun selbst davon überzeugen...

Ab dem 1. April könnt Ihr jetzt alle den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Nordrhein-Westfalen nutzen, ohne zusätzlich ein Ticket zu kaufen. Normalerweise muss man für ein halbes Jahr für ein NRW-Ticket bei der Deutschen Bahn 1.200 Euro bezahlen – wir zahlen nur 33,60 Euro.
Zwischen dem 12. und 16. November 2007 konntet Ihr darüber abstimmen, ob Ihr das NRW-Ticket haben möchtet. Bei dieser Urabstimmung habt Ihr mit einer überwältigenden Mehrheit von 68,3 Prozent Ja zum NRW-Ticket gesagt. Kurz darauf hat das Studierendenparlament das Ticket beschlossen und der AStA einen Vertrag mit den Verkehrsverbünden geschlossen.

Das "Ticket-To-Print"

Wenn Ihr nun außerhalb des VRR-Gebiets fahren möchtet, müsst Ihr Euch dafür das NRW-Ticket ausdrucken. Ihr könnt also nicht nur mit Eurem Studierendenausweis in ganz NRW fahren. Dieses sogenannte "Ticket-To-Print" könnt Ihr Euch entweder über RUBICON an den Rechnern in der Verwaltung, der Bibliothek und anderen CIP-Inseln ausdrucken, die ein Kartenlesegerät haben, oder Ihr könnt Euch das Ticket zuhause oder woanders ausdrucken; dafür müsst Ihr Euch unter diesem Link https://nrw-ticket.uv.ruhr-uni-bochum.de/Login.aspx mit Eurer LoginID und Eurem Passwort anmelden (so wie bei Eurem Uni-Mailaccount). Das System generiert dann ein PDF-Dokument, das Ihr Euch dann ausdrucken oder auch speichern könnt. Beim Ausdruck nutzt Ihr möglichst weißes Papier und eine hohe Druckqualität. Die Größe des Tickets darf nicht verändert werden also nicht zwei Tickets pro Blatt ausdrucken. Ihr könnt das Ticket ruhig ausschneiden, aber es ist wichtig, dass der graue Rand vollständig am Ticket bleibt. Dann könnt Ihr es sehr gerne falten und in der Brieftasche verstauen. Falls Ihr eine Schutzhülle verwenden möchtet, müsst Ihr aufpassen, dass das Ticket nicht eingeschweißt wird. Das "Ticket-To-Print" gilt nur zusammen mit Eurem Studierendenausweis und einem weiteren Lichtbildausweis (Personalausweis, Reisepass, Führerschein). Falls Ihr das Ticket mal verlieren solltet, könnt Ihr es Euch jederzeit wieder ausdrucken. Ihr braucht es Euch auch nur einmal im Semester auszudrucken und nicht etwa für jede Fahrt...

Wo darf ich hin?

Das NRW-Ticket gilt natürlich in ganz Nordrhein-Westfalen: Ihr könnt alle Regionalexpresse (RE), Regionalbahnen (RB) und S-Bahnen nutzen sowie alle in Verkehrsverbünden befindlichen Straßenbahnen, U-Bahnen, Bussen und Schwebebahnen. Ausgeschlossen sind die 1. Klasse, ICEs, ECs und ICs. Darüber hinaus gilt das NRW-Ticket auch für das Stadtgebiet von Osnabrück, und der Weg dorthin ist auch kostenlos, wie Ihr im Folgenden sehen könnt.
Außerhalb von NRW kommt Ihr auf bestimmten Strecken nach Lügde, Vlotho, Westbarthausen und Halen in Niedersachsen. In Hessen könnt Ihr nach Bad Karlshafen, Dillenburg, Willingen und Biedenkopf fahren. In Rheinland-Pfalz gilt das Ticket nach Au (Sieg), Struthütten, Daaden, Ingelbach, Linz (Rhein), Remagen und Gerolstein. Außerdem könnt Ihr in den Niederlanden von Gronau nach Enschede fahren. Natürlich gelten alle Verbindungen auch in die entgegengesetzte Richtung.

Sonderregelungen im VRR

Die Sonderregelungen, die im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) gelten, könnt Ihr nicht in ganz NRW nutzen. Im VRR könnt Ihr in allen Zügen mit Gepäckwagen oder Gepäckabteil von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss ein Fahrrad mitnehmen; außerdem geht das in allen Zügen ohne Gepäckwagen oder Gepäckabteil von Montag bis Freitag, außer zwischen 6.30 - 9.00 Uhr und an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ganztägig. In Stadtbahnen, Straßenbahnen und Bussen ist die Fahrradmitnahme montags bis freitags von 9.00 Uhr bis Betriebsschluss sowie samstags, sonn- und feiertags ganztägig möglich.
Darüber hinaus könnt Ihr jeden Tag ab 19 Uhr eine weitere Person mitnehmen. An Wochenenden, Feiertagen sowie am 24. und 31.12. ist dies ganztägig möglich.

Ausnahmeregelungen und
Rückerstattungsmöglichkeiten

Die folgenden Regelungen stammen teilweise noch vom VRR-Ticket. Diese Teile sind zwar kein Bestandteil des Vertrages zum NRW-Semesterticket, dennoch sind sie beim NRW Ticket gültig, da Ihr laut Vertrag ein "regionales” (VRR-)Semesterticket braucht, um ein NRW-Semesterticket bekommen zu können.

Alle, denen es finanzielle Schwierigkeiten bereitet, den Semesterbeitrag zu bezahlen, möchten wir auf die Möglichkeit hinweisen, den Härtefallfonds des AStA in Anspruch zu nehmen. Informationen hierzu bekommt Ihr in den AStA-Referaten für Ökologie, Frieden und Verkehr sowie im Referat für Service, Soziales und Sport.
Ausgenommen von der Pflicht zur Entrichtung des Semesterticket-Beitrages sind Gast- und Zweithörende, Studierende im Urlaubssemester, Behinderte, die sowieso schon frei fahren können oder aufgrund ihrer Behinderung den ÖPNV nicht nutzen können, oder Studierende, die sich aus Studiengründen nachweislich außerhalb des Gültigkeitsbereiches aufhalten.
Bei Urlaubssemestern, Gast-, Zweithörenden und Behinderten wird von vornherein nur der ermäßigte Semesterbeitrag erhoben (Nachweise sind bei der Einschreibung bzw. Rückmeldung vorzulegen). Studierende, die sich nachweislich (z.B. wegen eines Praktikums) außerhalb des VRR oder von NRW aufhalten, bekommen ihren Semesterticket-Beitrag im AStA auf Antrag erstattet.

Wenn Ihr weitere Informationen zu Eurem neuen Semesterticket haben möchtet, könnt Ihr gerne im AStA vorbeischauen oder direkt Kontakt zu den Verkehrsverbünden aufnehmen. Die VRR-Auskunft erreicht Ihr unter: 01803/504030 (9 Cent/Minute) und unter www.vrr.de im Internet. Die Auskunft der Deutschen Bahn erreicht Ihr unter 11861 (3 Cent/Sekunde), die kostenlose automatische Fahrplan-auskunft der Deutschen Bahn unter 0800/1507090 und die Deutsche Bahn im Netz unter www.bahn.de.


Wir wünschen Euch viel Spaß bei der freien Fahrt in ganz NRW!

Karsten Finke
Referent für Ökologie, Frieden und Verkehr