#741- AStA zieht erste Bilanz

am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

60 Tage neuer AStA
AStA zieht erste Bilanz
Seit 60 Tagen ist der neue AStA im Amt: Zeit. um eine erste Bilanz zu ziehen. Wir sprachen mit Sven Ellmers (AStA-Vorsitzender), Christian Wolf (Finanzreferent), Karsten Finke (Referent für Frieden, Ökologie und Verkehr) und Matthias Brunnert (Referent für Kultur und Wohnen)

bsz: Bereits am 13. Februar wurde der neue AStA gewählt, wohl nach den kürzesten Koalitionsverhandlungen der letzten Jahre.
SE: Ja. Die Listen, die vor der Wahl für die Abwahl des alten AStA angetreten sind, haben einen klaren Auftrag der Wählerinnen und Wähler bekommen und diesen haben wir in zügigen Verhandlungen umgesetzt. Dies ermöglichte es uns, schon vor den Ferien den AStA zu übernehmen und die vorlesungsfreie Phase für die Planung des Sommersemesters zu nutzen.

bsz: Was habt ihr in der vorlesungsfreien Zeit getan?
CW: Uns eingearbeitet. Zunächst einmal mussten wir die Reste der Vorgänger aufarbeiten. Nicht nur die Mensaparty im Dezember war noch nicht abgerechnet, auch Überweisungen von über 100.000 Euro hat der alte AStA auf Halde gelegt. Mittlerweile haben wir aber alles überwiesen, wobei auch immer noch Rechnungen wegen der Mensaparty auflaufen. Aber wie gesagt, wir haben auch fürs Semester geplant

bsz: Was sind eure konkreten Pläne?
SE: Meine Pläne klingen ganz einfach: Mehr Geld verdienen. Die Wirtschaftsbetriebe sind in den letzten Jahren immer teurer für den AStA geworden. Wir wollen mit neuen Produkten im Kulturcafé neue Kundengruppen erschließen und die Angebote in den Kopierbetrieben besser in der Studierendenschaft bewerben.

bsz: Karsten, mit dir gibt es wieder einen Friedensreferenten im AStA, diesmal gemeinsam mit dem Referat für Ökologie und Verkehr. Warum?
KF: Nun, das ist wohl am ehesten den Personen geschuldet, die in diesem Referat tätig sind. Wir sind der Meinung, dass Frieden in dieser Zeit ein Tätigkeitsfeld ist, dass nicht brach liegen darf, haben aber weder die finanzielle noch personelle Ressourcen, dies in einem eigenen Referat unterzubringen...

CW: Der AStA muss sparen.
KF: ... deshalb haben wir Frieden ins Öko gepackt, da mir beides am Herzen liegt. Wir sind in Semester 1 des NRW-Tickets, da wird es viel Fragen geben, was man mit dem Ticket machen kann und was nicht und gerade im Bereich Campussanierung gibt es eine Menge zu tun, jetzt wo der erste Spatenstich für das neue Gebäude ID getan ist.

bsz: Auch das Kulturreferat hat einen neuen Zuschnitt zusammen mit dem Bereich Wohnen erhalten.
MB: Ja, das passt ja auch zusammen, Wohnen und Kultur sind halt wichtige Bereiche im Leben die zeitlich neben dem Studium stehen. Und um diesen Bereich wollen wir uns kümmern.

bsz: Was habt ihr vor?
MB: Im Sommersemester steht als Höhepunkt natürlich wieder das Sommerfest an, an dem wir zusammen mit FSVK und den Fachschaften ein Angebot auf dem Nordforum stellen wollen. Aber auch das Kulturcafé wird voll im kommenden Semester, und das auch vermehrt wieder mit eigenen Veranstaltungen

bsz: Von Euch?
SE: Ja auch, schließlich gibt es wieder ein Referat für kritische Wissenschaften, das schon einige Veranstaltungen plant. Aber auch das Referat für Grund und Freiheitsrechte und das für Internationalismus werden Vorträge, Filmabende etc. veranstalten.

MB: Wir wollen den kurz PolDi (politischer Dienstag, Anm. d. Redaktion) ) wieder aufleben lassen und jeden Dienstag Abend - ein Abend, der von den meisten Partyveranstaltern geschmäht wird - der einem politischen Thema im Kulturcafé die Bühne geben.

bsz: Zum Schluss möchte ich noch zum Referat für Hochschulpolitik kommen. Wird es das vom alten AStA geplante Volksbegehren gegen Studiengebühren geben?
SE (lacht): Wohl eher nicht. Aber man weiß nicht, was die Opposition so plant, weder in Düsseldorf noch hier. Der AStA wird aber kein Geld mehr in dieses Projekt stecken. Dieses Begehren ist ein stumpfes Schwert: Es zwingt den Landtag lediglich zur erneuten Befassung, wenn es denn erfolgreich ist, und da haben CDU und FDP die Mehrheit.
KF: Genau! Der AStA ist konsequent gegen Studiengebühren, aber wir setzen darauf, zu informieren, zu politisieren und dem Bochumer Senat klar zu machen, warum Studiengebühren wieder abgeschafft gehören.

bsz: Vielen Dank für dieses kämpferische Schlusswort.
rvs