#741- Aufbruch 2008

Geschrieben von USch am . Veröffentlicht in Hochschulpolitik

Karten neu gemischt: Neuer AStA – neues Glück?
Aufbruch 2008
Fast auf den Tag genau 40 Jahre nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April 1968 erscheint die älteste Studierendenzeitung der Republik wieder im "Berliner Format". Mit der Rückkehr zum alten Layout ist auch ein "Zurück" zu den politischen Wurzeln der bsz verbunden, die sich nun wieder verstärkt ihrer ursprünglichen Aufgabe einer kritischen, rektoratsunabhängigen studentischen Berichterstattung wid-men wird, um eigenständig "in die universitären und gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen [einzugreifen]" und – nicht nur an den Universitäten – "eine progressive und emanzipatorische Politik" einzufordern (Statut der bsz).

Außerdem werden wir Euch natürlich regelmäßig mit brandaktuellen Campus-News versorgen – ob es nun um kulturelle Highlights wie das bevorstehende 10. Bochumer Newcomerfestival im AStA-KulturCafé geht oder um die gescheiterten Versuche des Rektorats, aus der RUB eine Elite-Uni zu machen... Bevor die neue Bsz-Redaktion voll durchstartet, um Euch immer auf dem Laufenden zu halten, wollen wir aber natürlich nicht vergessen, Euch allen erstmal ein schönes Sommersemester zu wünschen!

Nicht nur für die bsz ist 2008 ein Jahr des Aufbruchs, sondern auch für die Verfasste Studierendenschaft: Nachdem Ihr bei den Wahlen zum Studierendenparlament im Januar ein klares Votum abgegeben habt, den schwarz-rot-gelben AStA aus cdu-nahem RCDS, den RUB-Rosen (Jusos etc.) und der jungliberalen LHG durch einen links-altervativ-grünen Basisgruppen-AStA abzulösen, brechen auch dort neue Zeiten an. Die Koalition aus der u. a. den Vorsitz stellenden Linken Liste (Referat für Kritische Wissenschaft u. v. a. m.), der alternativen liste (Finanzen, Hochschulpolitik, Kultur), Grüner Hochschulgruppe (Öffentlichkeitsarbeit, Frieden) sowie der Liste Schöner Wohnen in Bochum (Ökologie, ÖPNV) arbeitet neben dieser inhaltlichen Schwerpunkte nicht nur daran, die Mensaparty-Schulden seiner VorgängerInnen in Höhe einer knappen Viertelmillion Euro zu tilgen, sondern möchte Euch im Studierendenhaus außerdem einen umfassenden Beratungsservice bieten. Zudem will der AStA natürlich alle Möglichkeiten nutzen, um darauf hinzuarbeiten, Studiengebühren in NRW möglichst bald wieder zu kippen – was sich als durchaus realistisch erweisen könnte, wie ein Blick nach Hessen zeigt. So lange die Gebühren aber Realität sind, wird sich die AStA-Arbeit auch darauf konzentrieren, fahrlässige Verschwendung und Zweckentfremdung von Studiengebühren aufzuzeigen, wenn sie – wie so oft – nicht wie behauptet zur ‚Verbesserung der Lehre‘ dienen. Dies gilt natürlich genauso für die Arbeit der Fachschaften sowie der von Euch am 3. Juni neu zu wählenden VertreterInnen im Senat und in den Fakultätsräten, für die Ihr Euch bis zum 29. April – z. B. über Eure Fachschaft – aufstellen lassen könnt. Wer sich dort einbringen möchte, ist herzlich willkommen!

Die RUB im Jahre 1 nach dem Elitewahn

Wenn wir in die nahe Zukunft blicken, sollte jedoch nicht vergessen werden, das bereits Erreichte herauszustellen. Nicht zuletzt beharrlicher Druck hochschulpolitisch aktiver Studierender hat im vergangenen Jahr dazu beigetragen, die Umwandlung der RUB in eine ‚Elite-Uni‘ bis auf weiteres aufzuhalten [-> www.protestkomitee.de -> Specials -> Exzellenz Ini (´07)]. Das Scheitern der RUB-Bewerbung bei der bundesweiten ‚Exzellenz-Initiative‘ zur Vergabe von Forschungsmitteln für künftige ‚Elite-Universitäten‘ eröffnet nun die Möglichkeit, zum Gründungsgedanken der größten Ruhrgebietsuniversität im Sinne einer für möglichst große Teile der Bevölkerung offenen Breitenbildung zurückzukehren. Dazu gehört auch ein Festhalten am Konzept der Volluniversität mit einem breiten Fächerspektrum sowie eine Abkehr von Fusionsplänen weiterer Hochschulstandorte nach dem abschreckenden Beispiel der Zusammenlegung der Unis Duisburg und Essen, die zur Abwicklung ganzer Fachbereiche führte. Daher bleibt zu hoffen, dass die Bestrebungen einer Ausweitung der ‚Universitätsallianz Metropole Ruhr‘ (UAMR) genauso scheitern werden wie der Elitewahn des Rektorats... USch