Deutschlands trauriger Musterschüler

Geschrieben von fik am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Die Proteste gegen das Kürzungsdiktat gehen weiter

2-1Die Finanz- und Wirtschaftskrise wütet seit etwa fünf Jahren in ganz Europa. Zuerst geriet Irland ins Schlingern und dann Island. In den vergangenen zwei Jahren bestimmt die Situation von Griechenland und Spanien die Nachrichten. Jetzt liegt der Fokus auf Portugal, das schon als „gerettet“ galt. Besonders der vorauseilende Gehorsam der portugiesischen Regierung gegenüber der Troika, bestehend aus Internationalem Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission, zieht den Zorn vieler Menschen auf sich.

Krisen essen Zuversicht

Geschrieben von Chs am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Ohnmacht und Verzicht: Als das Lächeln aus Portugal verschwand

2-2ChsGriechenland, Spanien und Portugal leiden unter der europäischen Finanzkrise – so lautet eine verbreitete Zuschreibung in vielen Medien. Die abstrakte Darstellung, dass Länder die Opfer der Krise seien, ist allerdings maximal die halbe Wahrheit. Die Krise hat ganz reale Auswirkungen auf die BürgerInnen, die in diesen Ländern leben. Sie ist deutlich spürbar in den Straßen, Supermärkten, Wohnzimmern, Küchen und Kinderzimmern. Das Geld beim Einkauf reicht oft nicht einmal mehr für die Grundnahrungsmittel. Im Gegenzug stieg zum Beispiel in Portugal der Konsum von Alkohol und Drogen bereits kurz nach der Umsetzung der ersten Sparmaßnahmen nachweisbar an.

Krisenchronik Portugal

Geschrieben von de am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Beginn der Schuldenkrise

Während Portugal schon seit Langem das ärmste Land Westeuropas war, trifft es das Land in der Weltfinanzkrise in den 2000ern besonders hart: das Bruttoinlandsprodukt fällt, die Staatskasse ist nahezu leer und die Arbeitslosigkeit erreicht ein Rekordhoch von elf Prozent. Die großen Ratingagenturen senken daraufhin ihre Entwicklungsprognosen von Portugal. Das lässt die Zinsen für den Staat ansteigen und belastet den Haushalt noch mehr.

Sparpolitik und Generalstreik

Im September 2010 verkündet der sozialistische Ministerpräsident José Sócrates auf Druck der EU und der Finanzmärkte ein Kürzungspaket, dass eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 21 auf 23 Prozent, eine Senkung des Rentenniveaus und Lohnabzüge für öffentlich Beschäftigte beinhaltet. Das ist die größte Ausgabenkürzung in der Geschichte der portugiesischen Demokratie seit 1974. Drei Millionen Arbeiter*innen protestieren daraufhin im ersten Generalstreik seit 22 Jahren. Die portugiesische Regierung und die EU-Kommission dementieren Berichte, wonach das Land demnächst internationale Hilfen benötigen würde.

„Rio es um F.D.P.“

Geschrieben von rvr am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Schulbesetzung, Polizeigewalt und ein beleidigter Bürgermeister

4-1-2Freitag Abend, 18 Uhr. Am Marquês-de-Pombal-Platz, neben der Kirche Nossa Senhora da Conceição, herrscht reges Treiben. Menschen strömen aus der Metro, die Pasteleria um die Ecke verkauft trotz der vorgerückten Stunde noch jede Menge Kuchen und Torten. Ein älterer Herr, der an der Bushaltestelle wartet, dreht sich skeptisch um. Aus dem unscheinbaren Haus hinter ihm, direkt neben der Kirche, kommen seltsame Geräusche: Lautes Gitarrengeschrammel, Bass, Gegröle. Alle paar Minuten klopfen junge Menschen an die nicht gekennzeichnete hohe, rote Tür – und werden eingelassen. Was der ältere Mann vielleicht nicht weiß, ist in der alternativen Szene in Porto allgemein bekannt: Die Casa Viva, eine seit sieben Jahren von den Behörden geduldete linke Besetzung, hat ihre Türen wieder für die Öffentlichkeit geöffnet.

Der Zwang zum Normalsein

Geschrieben von fik am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Psychiatrie-Erfahrene treffen sich an der Ruhr-Universität

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Wer entscheidet in unserer Gesellschaft darüber, wer psychisch erkrankt ist? Es sind Ärztinnen und Ärzte, die bestimmen, ob eine Person in eine Psychiatrie eingewiesen werden soll. Aus dem System der Psychiatrien wieder herauszukommen, ist hingegen sehr schwierig. Am 8. September fand der Selbsthilfetag des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener NRW im AusländerInnen-Zentrum des Studierendenhauses an der Ruhr-Universität Bochum statt. Das Motto dieses Treffens lautete: Stress haben, Stress machen, Stress bewältigen.

 

„Wir ertragen es nicht mehr.“

Geschrieben von rvr am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Flüchtlingsprotestmarsch von Würzburg nach Berlin

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Seit Samstag sind sie unterwegs, 600 Kilometer zu Fuß von Würzburg nach Berlin: Rund 60 Flüchtlingsaktivist*innen haben kollektiv und öffentlich die Residenzpflicht gebrochen – eine der umstrittensten Regelungen im deutschen Asylverfahrensgesetz. Die aufsehenerregende Aktion ist der bisherige Höhepunkt der bundesweiten Flüchtlingsproteste. Seit inzwischen sechs Monaten fordern die Betroffenen mit Protestcamps und Hungerstreiks menschenwürdige Lebensverhältnisse, einen sofortigen Abschiedsstopp und die Abschaffung der Flüchtlingslager. Eine Demonstration mit etwa 450 Teilnehmer*innen hat die Aktivist*innen am Samstag in Würzburg verabschiedet. Unterstützung für die Protestierenden gibt es auch in Bochum.