#719- Schnell-Reich-Werden-Plan Mein Freund in Südafrika

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi


Wir konnten unser Glück kaum fassen, hier in der Redaktion, als uns vor einigen Tagen folgende E-Mail erreichte. Wir haben natürlich sofort geantwortet und uns über die prompte Antwort auch gefreut. Wie genau wir jetzt weiter vorgehen, ist uns noch nicht ganz klar, Scam Baiting wäre sicher eine spassige Idee, ob das Mühe allerdings Wert ist, darüber sind wir uns noch nicht ganz einig.

Lieber Freund,

Ich vermute das diese E-Mail eine Überraschung für Sie sein wird, aber es ist wahr.
Ich bin bei einer routinen Überprüfung in meiner Bank (Standard Bank von Süd Afrika) wo ich arbeite, auf einem Konto gestoßen, was nicht in anspruch genommen worden ist, wo derzeit $12,500,000 (zwölfmillionenfünfhundert US Dollar) gutgeschrieben sind.
Dieses Konto gehörte Herrn Manfred Becker, der ein Kunde in unsere Bank war, der leider verstorben ist. Herr Becker war ein gebürtiger Deutscher. Damit es mir möglich ist dieses Geld $12,500,000 inanspruch zunehmen, benötige ich die zusammenarbeit eines Ausländischen Partners wie Sie, den ich als Verwandter und Erbe des verstorbenen Herrn Becker vorstellen kann,damit wir das Geld inanspruch nehmen können.
Für diese Unterstützung erhalten Sie 30% der Erbschaftsumme und die restlichen 70% teile ich mir mit meinen zwei Arbeitskollegen, die mich bei dieser Transaktion ebenfalls unterstützen. Wenn Sie interessiert sind, können Sie mir bitte eine E-Mail schicken, damit ich Ihnen mehr Details zukommen lassen kann.
Schicken Sie bitte Ihre Antwort auf diese E-Mail Adresse:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit freundlichen Grüßen
RICHARD ODOGWU.

Unsere Antwort

Sehr geehrter Herr Odogwu,

Ihre Geschichte hört sich ja ganz schön abenteuerlich an. Aber abenteuerliche Geschichten sind meiner Meinung nach sowieso die Besten. Was wäre denn mein Part in diesem Geschäft? Muss ich nicht, um als Erbe vorstellig zu werden, nach Südafrika reisen? Dazu fehlen mir ehrlich gesagt, zumindest im Moment noch, die Mittel.
So dies nicht nötig ist, oder aber es einzurichten wäre, mir die nötigen Mittel vorzustrecken, bin ich mehr als interessiert an ihrem Vorschlag. Bitte senden sie mir weitere Informationen.

Mit freundlichen Grüßen verbleibt
Victor Lustig

Richards Antwort

ATTN:Victor Lustig,

Vielen dank fur Ihre E-mail. Ich mochte diese Angelegenheit nutzen, Ihnen mehr uber diese
Transaktion zu berichten.
Ich bin Herr RICHARD ODOGWU. wie ich schon gesagt habe,arbeite ich als Provinzielle Direktor bei der Standard Bank hier in Johannesburg Süd Afrika.Langer Zeit liegt das Geld von Herr Manfred Becker in eine konto bei diese Bank, wo ich arbeite. Er starb bei einem Automobile Unfall. Es ist lange her und es gibt keine Verwandten von Herr Manfred Becker der zu uns gekommen sind seit wir raus gefunden habe das Herr Becker gestorben ist, um sein geld von der Bank abzuholen. Und da das Konto von Herr Becker unter meiner kontrolle steht, haben meine kollegen und ich entschieden,das wir jemand in Ausland aussuchen, der wir als Verwandter von Herr Becker presentieren um dieses Fonds zu erlösen.
Meine kollegen und ich haben alle notwendigen Vereinbarungen wegen der Uberweisung des geldes gemacht. Ich hatte gerne von Ihnen beistand, dass das Geld auf ihr Konto uberwiesen wird, wenn ist moglich ist.

Ich verspreche Ihnen das diese Transaktion 100% Risiko frei ist. Ich hatte gerne von Ihnen,

1. Ihren voll Namen und Adresse.
2. kontonummer und bankanschrift wo das Geld uberwiesen werden soll.
3. Beruf und Alter.
4. Ihre Private Telefon und Fax nummer.
5. Eine Scan kopie Ihres personalausweis.

Sobald ich diese nachricht von Ihnen erhalten habe ,mache ich alle Urkunden auf dem Namen das sie der Verwandte von Herr. Manfred Becker sind. Mit diesem Dokument sind Sie als einziger Erbe von diesen fonds.
Sie bekommen kopie alle Dokumente, die Sterbeurkunde Herr Becker, eine Eidestäätlich Erklärung von Gericht das Sie eine Verwandten Herr Becker sind und die Freigabe Zertifikat von der Bank. Wir schicken die original Dokument zur unserer Filiale in Holland.Diese Filiale ist zustandig fur alle unserer europaischen/ Ausland kunden. Danach mussen Sie mit einer Kopie von diesem Dokument und deine guiltige personal Ausweis zu unsere Filiale im Holland gehen zum unterschreiben und fur den erlos der Fonds. Im Holland mussen Sie eine Bearbeitungsgebuhr bezahlen.Bitte fragen Sie mich, wenn sie etwas nicht richtig verstanden haben. Ich warte auf eine eilige nachricht.
Mit freundlichen Grussen

RICHARD ODOGWU.

P.S.: Wer wider Erwarten nicht verstanden hat, worum es hier geht, der oder die schaue doch bitte mal, auch im eigenen Interesse, in der Wikipedia unter "Vorschussbetrug" (engl.: "advance fee fraud")

#719- Geschlechtsumwandlung in der Mensa? Sex, Gender und Makrelen

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi


Im falschen Körper? Lust auf Geschlechtsumwandlung, aber keine Lust auf chirurgisch-psychiatrische Misshandlungen? Wer keinE VegetarierIn ist, kann sich künftig sein Wunschgeschlecht essen!

Fleisch wird hormonell deutlich aufgewertet mittels Testosteroncipionat, bovinem Somatotropin, Medroxiprogesteronacetat und anderen leicht verdaulichen Arzneimitteln, die zur wunderbaren Fleischvermehrung an Nutztieren in der Massentierhaltung verfüttert werden. Die Namen der Arzneimittel muss man sich nicht alle merken, die Geschlechtsumwandlung funktioniert auch so. Der Verzehr des behandelten Fleisches in ausreichend hohen Dosen genügt! Wer kein Fleischesser ist, interessiert sich vielleicht für eine Geschlechtsumwandlung durch Fischkonsum. Obwohl die Treibnetze in den Weltmeeren immer länger werden, wird nicht alles länger, was mit dem Meer zu tun hat. Die verklappten Chemie-Abfälle gelangen in die Nahrungskette und führen zur Schrumpfung männlicher Genitalien. Irgendein Größenausgleich muss sein, das versteht jedeR, aber spart hier das Meer nicht an der falschen Stelle? Würde es die Chemikalien in seinen Fischen dergestalt aufteilen, dass statt der männlichen Genitalien die Konsumentenköpfe schrumpften, könnten diese nicht mehr so viel Neues erfinden und deutlich weniger Chemie-Abfälle gelangten ins Meer.
Für Personen, die sich schon als Kind gerne am Farbschnüffeln beteiligt haben, kommt eine Geschlechtsumwandlung durch Verzehr von Schiffsfarbe in Seefischen in Betracht. Hierzu sollte Fisch gewählt werden, der aus einem Fang nahe einer Schiffahrtsstraße stammt, denn dort wird vermehrt TBT nachgewiesen. TBT steht für Tributylzinn und schmeckt auch so. Dieses Gift ist deutlich stärker als die in der Landwirtschaft Verwendung findenden Pestizide und stammt von einer TBT-haltigen Farbe, mit der alle fünf Jahre der Rumpf von Schiffen zu vergiften ist. Gut ist, dass dies den Schiffskörper glatt und bewuchsfrei hält. Schlecht ist, dass sich die Farbe samt TBT im Meerwasser auflöst. Der Verzehr dieses organischen Dauergiftes wirkt nun auf den Organismus wie ein Hormon, das die Geschlechtsumwandlung ermöglicht. Wer zur Geschlechtsumwandlung Süßwasserfisch bevorzugt, sollte in der Nähe von Schiffswerften an der Elbe oder Weser angeln gehen. Diese Werften werden häufig mit der Sanierung von Schiffen betraut, die mangels verbliebener Farbe die Weltmeere nicht mehr ausreichend mit TBT vergiften können. Beim Sandstrahlen des Schiffsrumpfs und Spritzen neuer Farbe gelangen beträchtliche TBT-Mengen in den Fluss, sodass es verhältnismäßig einfach ist, hier verseuchten Fisch an Land zu ziehen. Damit nicht jedeR Transsexuelle an die Elbe oder Weser ziehen muss, verfüttern ergänzend zahllose Fischzuchtbetriebe hormonell verseuchtes Futter an ihre Speisefische. Manche halten besonders leckere Edelfische bereit, die der Feinschmecker für weniger schmackhaft hält, wenn sie das falsche Geschlecht vorweisen. Durch die Verfütterung von Säugerhormonen an die Fischbrut lässt sich das leicht reparieren, und schon entwickeln die hormonell nachgebesserten Fische ein gut vermarktbares Geschlecht.
Wem Zuchtfisch zu teuer ist, der findet hormonell verseuchte Fische am Ende von Kläranlagen, die gelegentlich schon so kräftig in die Flüsse sprudeln, dass sie für die eigentliche Quelle der Fließgewässer gehalten werden. Hier sind im Flußwasser weibliche Hormone oder analog wirkende Chemikalien in solch hoher Konzentration enthalten, dass bei Fischen die Merkmale des jeweils anderen Geschlechtes günstig beeinflusst werden. Die daraus entstehenden Fisch-Zwitter sind auch nicht klüger als die InteressentInnen für eine Geschlechtsumwandlung und von diesen beim Fischfang leicht zu überlisten! Die richtige Form der Ernährung stellt sicher, dass auch der Mensch zum Wanderer zwischen den Geschlechtswelten taugt. Leider gibt es keinen Fisch mehr der für alle anderen Menschen unbedenklich zum Verzehr freigegeben werden kann. Leider auch nicht der Rechtecksfisch aus der Mensa!

Nils Fonteyne

#719- Eine Empörung über Fr. Schwarzers Sexualpredigten Immer einen Hauch zu viel… von allem

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi


Wer hat es nicht mitbekommen: Frau Gabriele Pauli, die umstrittene CSU-Landrätin, ihres Zeichens eher konservativ eingestellt, posierte in einer Art Domina-Outfit inklusive Latexhandschuhen für das Magazin "Park Avenue". Und natürlich empört das nicht nur die Konservativen aus den eigenen Kreisen, nein, nein, selbstverständlich sind auch wieder alle Feministinnen, an der Spitze Frau Alice Schwarzer, dabei. So wetterte Sie in einem langen Essay in der von ihr herausgegebenen EMMA über die "naive" Pauli und die Frauen, die so gerne "sexy" sein möchten.

Zu allererst: Ich bin selbst bekennende Feministin und erachte das Wort "Emanze" mittlerweile als Kompliment. Wenn mir mal wieder so ein beschränkter Machiavelli–Verschnitt meint, auf der Straße genau dieses Wort hinterher schreien zu müssen, nicke ich ihm freundlich zu und bedanke mich recht höflich.
Aber, bitte! Warum müssen eigentlich Frauen untereinander immer aufeinander rumhacken? Machen das die Männer nicht weiterhin zur Genüge?
Ja, Frau Schwarzer, die Dame trägt auf den Bildern Lack, ja, Frau Schwarzer, sie sieht aus, wie eine fickbare Gummipuppe und ja, Herrgott, das darf man als Frau ja nicht. Himmel!
Was darf man als Frau eigentlich in Ihrem Sinne? Ich frage das, obwohl ich Ihre Zeitschrift, die EMMA, stolz abonniere, weil ich einfach nicht so ganz kapiere, oder kapieren will, was Sie denn, bitteschön, wollen (neben der bei weitem noch nirgends auf der Welt erreichten Gleichstellung von Frau und Mann)! Wir Frauen sind stark, klug, schön, erfolgreich, emanzipiert, lassen uns nicht unterkriegen, geben Contra, wehren uns, reißen die Klappe auf und dann wollen Sie auch noch darauf bestehen, dass wir unsere Sexualität voll und ganz genießen und ausleben. Aber tun wir dies auf eine Weise, die Ihrer Meinung nach aus Männerphantasien entstanden ist, so sind alle eben aufgezählten Punkte null und nichtig. Weil wir uns verraten haben. Jawohl! Und alle anderen Frauen gleich mit.
Manchmal glaube ich wirklich, Sie haben den Schuss nicht gehört! Damals in den 70ern, speziell als Sie 1977 endlich EMMA (um genauer zu sein: die erste EMMA erschien am 26. Januar 1977) ins Leben riefen, da musste man laut sein, da musste man konsequent handeln und rigoros alle Mauern einreißen. Man musste extrem agieren und Extremes fordern! Keine Frage, nur so konnte man die Mehrheit der Menschen wachrütteln.
Heute allerdings sollte man dann vielleicht doch mal ein wenig differenzieren.
Was haben Sie sich darüber aufzuregen, ob sich eine Frau ihre Muschi rasiert?! Oder ob sie Reizwäsche trägt und gerne Mini mit High Heels kombiniert. Ja, solche Frauen gibt es – und diese Frauen machen das nicht den Männern wegen! Sie schauen sich gerne Pornos an, in denen Menschen, ob Frau oder Mann, als Sexobjekt dargestellt werden, sie schlagen sich gerne gegenseitig (schon mal etwas von der Verbindung zwischen Lesben und SMS gehört?! Nein? Lesen Sie mal das l.mag!), ohne, dass dabei der bzw. ein Mann auf die Idee kommt, sie gaffen sich hinterher und malen sich dreckige Dinge aus. Aber, oho, daran sind ja entweder die Männer Schuld oder irgendwann einmal gewesen.

Wie war das mit der
Gleichberechtigung?

Sehen Sie, das ist folgendermaßen: Zwischen Schwarz (böse, bööööse Männer) und Weiß (liebe, tolle Frauen) gibt es noch Grau (böse Frauen und liebe Männer), sowie einen Haufen an Abstufungen und verschwommenen Tönen. Ja, es gibt Frauen, die machen sich gerne hübsch, ganz alleine für sich, es gibt Frauen, die tragen gerne Lack und Leder, weil sie das Gefühl mögen, es gibt Frauen, die stehen sogar auf Gang Bang! Da machen Sie Augen, was?!

Ein Mann in Ketten?

Was wäre, wenn sich ein Mann so ablichten lassen würde? Da würde doch die halbe Welt Kopf stehen. Aber halt, Moment, das gibt es ja bereits – bei den Schwulen. Aber die dürfen das ja, sind ja schwule Männer. Nur wir Frauen, wir sind entweder blöde Sexobjekte oder kluge, aber frigide Fregatten! Nein, Frau Schwarzer, das mache ich nicht mit!
Ich verbrenne keine BHs (meiner Mutter tat es auch nicht und ist dennoch eine Power-frau), ich will im Alter schließlich keine Hängetitten, ich verwende meine Miniröcke ab jetzt nicht als Putzlappen, ich ziehe sie im Sommer lieber an, ich sehe meine Handschellen nicht als Unterdrückungsinstrument meines Freundes an, ich musste ihn sogar dazu bekommen, sie zu verwenden, und, last but not least, werde ich auch nicht die Lesbenpornos auf meinem Rechner löschen, die sind nämlich toll.

Bin ich eine schlechte Emanze?

Aber ich werde mich weiterhin einsetzen! Für Frauen und Männer, aber speziell für Frauen. Ich werde weiterhin dafür kämpfen, dass der Traum der Gleichberechtigung wahr wird und man irgendwann hoffentlich einmal nicht mehr nach Geschlechtern sortiert, sondern nach Menschen, dass in Zukunft in China keine Embryos mehr abgetrieben werden, weil es Mädchen werden könnten, dass in Afrika keine Frauen mehr verstümmelt und missbraucht werden, dass wir in einer besseren Welt leben können.
Lassen Sie doch Frau Pauli ihre Erotikbilderchen, schließlich hat sie damit die Idioten der CSU ganz schön erzürnt und an ihren Grundfesten gerüttelt. Das wollen Sie doch sonst immer Frau Schwarzer?! Ja, Frau Pauli war ein wenig blöd und naiv zu glauben, dass das alle toll finden werden, dass sie da besonders sexy aussieht (na ja, es geht so), dass damit alle in der Partei einverstanden wären und ihr gratulieren würden.
Aber lassen Sie ihr doch das bisschen Mädchenträumerei!
Kümmern Sie sich lieber wieder um so komische Missgeburten, wie Eva Herman, Verona Feldbusch, äh, Pooth, oder Angela Merkel. Denen täte nämlich so ein Hauch von Latex mal gut. Und Ihnen, sehr geehrte Frau Schwarzer, wünsche ich in weiterhin tiefer Bewunderung, einen Hauch mehr … Gelassenheit. Entspannen Sie sich – am Besten klappt das bei einem guten Porno, glauben Sie mir!

aw

#718- Virginia Tech ist überall Alltägliches Gefahrenpotential

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi


Letzte Woche Montag brachten uns die Medien die Nachricht, dass Cho Seung Hui an der Virginia Tech University 32 Menschen erschossen und sich danach selbst gerichtet hatte. Damit ist dies einer der schlimmsten Amokläufe an einer Bildungseinrichtung. Wie Erfurt zeigt, ist so ein Ereignis nicht nur auf die waffenvernarrten USA beschränkt, was zu der Frage führt, wie wahrscheinlich ein solches Szenario hier an der RUB ist.

Cho Seung Hui war ein Student, der zurückgezogen im Studierendenwohnheim sein eigenwilliges Leben führte. Seinen Mitbewohnern fiel er nur durch seine seltsame Art und durch die Vorfälle, in denen er Mitstudentinnen belästigte, auf. Seinen StudienkollegInnen war er nur durch die selbstgeschriebenen gewaltverherrlichenden Theaterstücke bekannt. Solche Leute finden sich allerdings sicher an vielen Universitäten auf der Welt. Bestimmt ist euch an der RUB auch schon mal jemand aufgefallen, der oder die sich im Vergleich zur Norm seltsam verhielt. Die Frage ist, ob sich diese Leute wirklich zur Gefahr für ihre Mitmenschen entwickeln können. Und darüber hinaus, ob es Mittel gibt, diesen in einer Art zu begegnen, dass ein Szenario wie in Blacksburg verhindert werden kann.

Neid auf das Leben anderer?

Das Leben in einem Studierendenwohnheim ist für die meisten geprägt durch eine nachbarschaftliche Gemeinschaft, in denen sich leicht Freundschaften schließen lassen und gemeinsamen Freizeitaktivitäten nachgegangen wird. In solchen Gemeinschaften kommt es natürlich auch zwangsläufig zu Konflikten. Aber dies sind meist alltägliche Probleme, die leicht gelöst werden können. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch immer ein paar Eigenbrödler, die sich einer solchen Gemeinschaft nicht anschließen wollen, oder ausgegrenzt werden, was durchaus auch zu Gefühlen führen kann, wie sie Cho Seung Hui auf den Videos, die er vorher gedreht hatte, als Gründe für seine Tat anführt.

Wie unterscheidet man aber zwischen harmlosen Freaks und potentiellen Massenmördern? Nun, gar nicht. Es ist leider niemandem auf der Stirn geschrieben, ob er oder sie einmal zu solchen Gewalttaten fähig ist. Was aber sicher sinnvoll ist, ist ein offenes Auge für Leute, die Frauen hinterherstellen und sie belästigen. Solche Vorgänge werden leider immer noch nicht in jedem Fall zur Anzeige gebracht. Aber alle zurückgezogen lebende oder einfach einen alternativen Lebensstil führenden nun unter Generalverdacht zu stellen ist auch sinnlos. Besser ist da schon, auch einmal über den eigenen Schatten zu springen, und sich auch mal mit Leuten zu befassen, die eher am Rande stehen, und ihnen emphatisch zu begegnen.

Wahrscheinlichkeitsrechnung

Ausschließen kann man eine solche Tragödie nie, egal ob man sich an der RUB, an einer Schule, in Deutschland, den USA oder im Irak aufhält. Ebensowenig wie bei Terrorismus, Unfällen oder anderen Schicksalsschlägen kann man nie wissen, wann es einen trifft. Hier hilft wie immer nur die Statistik, die sagt, dass man, zumindest hierzulande, eine durchschnittliche Lebenserwartung von über 75 Jahren hat, und selbst im Falle eines Massakers an der RUB die Chance, dass man selber davon betroffen ist, verschwindend gering ist.

Ein Aspekt des Hergangs des Massakers an der Virinia Tech ist allerdings noch diskussionswürdig. Würde es Sinn machen, ein System einzusetzen, dass Studierende via SMS über die Vorgänge an der Uni unterrichtet und besonders in Gefahrensituationen Warnungen ausgeben könnte. In Blacksburg waren zwar nach der ersten Schießerei Mails an alle verschickt worden, die alle aufforderte, vorsichtig zu sein. Wäre diese Warnung über das SMS-System geschickt worden, hätte es eventuell zu weniger Toten führen können. Allerdings ist dies auch nur Spekulation. Ein solches System an der RUB einzuführen wäre wahrscheinlich auch nicht sinnvoll, da fraglich ist, welche Informationen wirklich wichtig genug sind, dass man sie über diesen Weg erfährt. Zudem müsste man sich aus datenschutzrechtlichen Gründen selber anmelden können und überhaupt erstmal ein Handy besitzen, um von einem solchen System zu profitieren. Im Endeffekt können wir alle nur hoffen, dass sich solch ein Unglück nicht wiederholt.

OK

#718- JedeR kommt täglich drauf, aber nur wir sprechen drüber So ein Scheiß-Artikel

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi


Die Wahl des Themas für eine Diplom- oder Abschlussarbeit ist keine leichte Aufgabe. Es sollte ein spannendes Thema sein, Neues muss erforscht und dokumentiert werden und auch die Spannung darf nicht auf der Strecke bleiben. Geht man die Sache nicht konzentriert genug an, kann es passieren, dass ein richtiges Scheißthema dabei herum kommt, das keinen interessiert und auf Jahre in den Regalen der Fachbibliotheken verstaubt. Doch es gibt auch Menschen, nun, eigentlich ist uns nur einer bekannt, der sich mit großer Hingabe ein solches Scheißthema ausgesucht und mit Erfolg behandelt hat. Damit ihr nun nicht denkt, die bsz berichte über die langweiligste Diplomarbeit der vergangenen Dekade, dem sei mit dem Buchtitel "Das Klo im Kino" auch schnell das Wortspiel erklärt und nebenbei gesagt, dass einer unserer Ruhr-Uni-Absolventen dieses Werk als Abschlussarbeit seines Studiums der Film- und Fernsehwissenschaften vorgelegt und jüngst beim LIT-Verlag veröffentlicht hat.

Der Mann hinter dem Buch heißt Philipp Tschirbs und hat sich in der vergangenen Woche mal mit uns zusammengesetzt, um über eben dieses Buch zu sprechen. Angefangen hat sein Forschungsinteresse auf diesem eher ungewöhnlichen Terrain, von welchem auch der betreuende Professor erst überzeugt werden musste, mit der Aussage eines Komillitonen, es gäbe keine Klos im Kino und Leinwandhelden müssten nie. Binnen Sekunden hatte Tschirbs mit der Erinnereung an "Trainspotting" einen Gegenbeweis für die Existenz des Klos im Kino parat. Im Laufe der Forschungsjahre wurden es hunderte Filme, die gesichtet und auf ihre Klopräsenz überprüft wurden.

Hitchcock muss als Erster

Dabei kam heraus, dass trotz der nicht mehr ganz jungen Geschichte des Kinofilms, das Klo erst recht spät den Einzug auf die Leinwand gehalten hat. Mit Ausnahmen zweier Filme aus den 30er Jahren, gab es Jahrzehnte lang nicht viel vom doch eigentlich selbstverständlichen und alltäglich benutzen Klo zu sehen. Den Durchbruch für die Geschichte des Klos im Kino legte einer der ganz Großen: Alfred Hitchcock. Fast alle ZuschauerInnen von Psycho erinnnern sich an den Duschvorhang und den kurz darauf stattfindenden Mord, doch wer hat bemerkt, dass kurz zuvor die Klospülung betätigt und die dazugehörige Schüssel gezeigt wird? Zum damaligen Zeitpunkt ein harter Tabubruch, der für die Folge der in Filmen eingesetzten Kloszenen jedoch der Durchbruch war.
Langsam arbeitete man sich an das Thema heran. In frühen Kloszenen wurden noch teils hochelegante Mittel zur Verschleierung benutzt. Irgendjemand steht im Weg, wenn man eigentlich den Schwenk auf intime Details erwartet, eine Zeitung im Überformat wird gelesen um nur den Kopf herausschauen zu lassen oder Brigitte Bardot läßt beim Pinkeln einfach den Rock an.
Die zeitliche Entwicklung bringt dann jedoch immer mehr Details in den für die ZuschauerInnen sichtbaren Bereich, gibt Szenen mit oder auf dem Klo entscheidende Funktionen für den Verlauf der Handlung oder kombiniert in vielen Fällen den Tabubruch des Intimen mit anderen Tabus. So ist das Filmklo oft auch Ort von Gewalt und Sex.

Was rein kommt, muss auch raus

Interessant auch, wie es überhaupt erst zum Fehlen des Klos auf der Leinwand kam. Hier hilft ein Blick in die Geschichte des Stuhlgangs. Diese begangenen Stühle standen einst in den Palästen der Reichen, die, um sich vom Pöbel stylistisch abzusetzen, so etwas wie das erste Klo erfanden. Ein abgetrennter Raum zum Scheißen mit Sitzgelegenheit. Erst später hielt diese Sitte auch in den Normalhaushalt Einzug. So wanderte das Klohäuschen vom Hof in die Zwischenetagen und noch später in die Wohnung hinein, verbunden mit einer stetigen Steigerung der Intimität und Verdrängung der Thematik aus dem öffentlichen Raum und somit auch zunächst aus dem Kino.
Man sprach und spricht auch heute noch teilweise nicht gerne über die alltägliche Themen Klo und Verdauung. Der durchschnittliche Bauarbeiter noch eher als der Snob. Dabei scheißen doch alle Menschen gleich. Vielleicht liegt genau hier einer der Gründe der frühen Kloabwesenheit. Eine fehlende persönliche Differenzierung der Charaktere im Film durch eben diese Gleichheit. Beim genauen Gegenteil, dem Konsum, lassen sich hingegen vortreffliche Unterschiede fest- und darstellen.

Die Details im Verborgenen

 Doch wollen wir nicht zu breit über abwesende Klos reden. Denn, wie oben erwähnt, passiert auf dem gar nicht so stillen Örtchen oft Entscheidendes oder Spannendes. Durch die räumlich bedingte Anordnung eines Klos als Sackgasse, können Begegnungen an einem solchen Ort böse enden. Ein Fluchtweg fehlt und man ist der Gefahr, die sich durch die einzige Tür nähern könnte, ausgeliefert. Andersherum bietet gerade die Abgeschiedenheit eines Klos auch Versteckmöglichkeit vor den Augen Anderer, und das nicht nur zum Kacken, sondern auch als Fluchtmöglichkeit, für sexuelle Handlungen, Drogenkonsum ("Christiane F."), Gewalt (John Travolta stirbt in "Pulp Fiction" nach dem Klogang) oder als Versteck für Gegenstände (Das Tagebuch in "8mm" oder die Waffe in "Saw"). Man ist alleine und fühlt sich sicher. Was für den Film einen doppelten Tabubruch darstellt, ist für die Protagonisten eine Erlösung.
Mit dem Blick in die scheinbar private Atmosphäre des Klos der Protagonisten, erhalten die ZuschauerInnen also wichtige Einblicke, die dem Rest der Akteure verborgen bleibt, lernt eventuell sogar noch etwas über den Charakter des Betroffenen. Ist es ein sauberer Mensch, ein verheirateter Mensch, ein Guter oder ein Böser? All das kann das Klo im Kino leisten. So bietet sich auch die Möglichkeit der Identifikation mit der Figur auf der Leinwand anhand typischer und vielleicht nur auf dem Klo erkennbarer Verhaltensmuster.
In einer Vielzahl neuerer Filme, insbesondere aus dem Komödiengenre, wird die Darstellung des Klos mittlerweile völlig enthemmt und überzogen dargestellt. Die Begegnungen dienen mehr der Belustigung (Ben Stillers eingeklemmter Schniedel, Die nackte Kanone in jedem Teil), als der Erklärung. Die Tricktechnik hat Einzug gehalten in die vier Wände des Klos und der Einsatz von Fäkalien in allen Formen und Mengen scheint kein Problem für das Publikum mehr darzustellen.
Eine positive Entwicklung in Anbetracht der Tatsache, dass der Umgang mit dem Thema Klo, Verdauung und Defäkation uns eigentlich in die Wiege gelegt wird und wir scheinbar nur verlernt haben, richtig damit umzugehen. Hier sollen auch keine Urängste vor Gefahren und Unreinheit als vorgehaltener Grund dienen, etwas alltäglich durchgeführtes so an den Rand der Gesprächs- und Darstellungswelt zu drängen.
Philipp Tschirbs Buch "Das Klo im Kino" leistet so einen Beitrag zur Normalisierung und Unverkrampfheit. Das Interesse an dem Thema scheint, genau wie ein gewisser Aufklärungsbedarf, vorhanden zu sein.

Verdaung im Kinosessel


Beim nächsten Kinogang werdet ihr die Handlung nun hoffentlich mit ganz anderen Augen und Vorkenntnissen beobachten. Hier ein Klo, dort ein Griff in die Schüssel. Oder euch fallen auf Anhieb noch drei bis fünf nicht hier erwähnte Kloszenen aus Filmen ein, die ihr schon längst gesehen habt. Das Buch bietet zur Recherche selbstverständlich eine Filmographie aller relevanten Werke im Anhang und, wie es sich für eine wissenschaftliche Veröffentlichung gehört, auch eine Vielzahl spannender Verweise auf weiterführende Literatur. Bei aller Brisanz der Thematik bietet Tschirbs durch das gesamte Werk eine intensive und fundierte Abhandlung über das Klo im Kino, so dass keine Fragen offen bleiben.
Der Weg in die Forschung und Analyse ist nun also frei für Euch. So will es der Autor schließlich. Ein wenig Aufmerksamkeit fordern und fördern, um die Film- und Fernsehwissenschaft populärer zu machen und in den Augen der ZweiflerInnen etwas mehr Anerkennung zu schüren. Vielleicht schafft ihr es demnächst, genau wie Phlipp Tschirbs, euer Ruhr-Uni-Studium efolgreich abzuschließen und mal ein Buch darüber zu schreiben. Und wenn nicht, dann scheiß drauf.

RRR

Philipp Alexander Tschirbs
Das Klo im Kino
LIT-Verlag, 296 S., 24,90 Euro
ISBN 3-8258-0100-4

#718- Fuck your Neighbour live In Dortmunder Burgruinen

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi


Geruhsame Feiertage – ja, das war einmal. Wie der Begriff bereits impliziert, wird heutzutage ordentlich Party gemacht. Gelegenheiten gibt es im Jahr schließlich genug. Und nächste Woche ist es mal wieder soweit: Der 1. Mai wirft seine Schatten bereits voraus...

"Tanz in den Mai", bei diesen Worten freuen sich schon jetzt zahlreiche Feierwütige darauf, eine Nacht lang das Tanzbein zu schwingen. Wer dem skeptisch gegenüber steht, für diejenigen wurden bereits alternative Varianten dieser Feierlichkeiten kreiert, zum Beispiel "Rock in den Mai", von denen es im Ruhrgebiet zahlreiche anzutreffen gibt. Kult ist und bleibt eine Dortmunder Alternativveranstaltung in der diesjährigen Walpurgisnacht: "Rock in den Ruinen" der Hohensyburg. Diese soll hier näher vorgestellt werden.
Wer jetzt Schwierigkeiten hat, sich zu erinnern, was es mit der Walpurgisnacht noch mal auf sich hat, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass es mit Bibi Blocksberg und deren Reitstunden recht wenig zu tun hat. Kurz und knapp: In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai feiern die Kelten den Beginn der Sommerzeit, den Zeitpunkt, wo die Erde nach dem kalten Winter wieder richtig zu leben beginnt. Auch werden bundesweit Hexenfeuer angezündet mit dem Ziel, böse Geister zu vertreiben. Und last but not least - tanzen und feiern in derselben Nacht angeblich auch die Hexen auf Erhebungen und warten auf die Ankunft des gehörnten Gottes... Und der wird in den heruntergekommenen Burgruinen dem Publikum gleich in mehrfacher Ausführung erscheinen: Verantwortlich für harte Rhythmen sind in erster Linie "King’s Tonic" (aktuelle EP "Fuck your neighbour"). Der flotte Dreier, bestehend aus James Mean (Gesang), Swen O. Heiland (Gitarre) und Basti Pauke (Drums), wird den Fans mit einer ordentlichen Portion Ruhrpott-Rock gehörig einheizen. Das Wichtigste dabei für die drei Musiker: bei jeder Show ihrem Motto treu zu bleiben "we rock or we suck!" Mit neuem Drummer und hartem neuen Material wollen sie die Ruinen so richtig rocken, bevor sie die Band Gammalux, die ebenfalls vertreten sein wird, auf deren Asientour unterstützen werden. Doch die Dortmunder Ruhrgebietsrocker haben nicht als einzige die Mission erhalten, die Burgruinen der Hohensyburg in der Walpurgisnacht in ihren Grundfesten lautstark zu erschüttern, im Gegenteil: Zusammen mit den Musikern von "The Heartbreak Motel", "Internal Tornment", "Different Inside", "Los Perversos", "Mode execute ready" u.a. werden in den Burgruinenordentlich Stimmung machen.

StudentInnen aller Länder, vereinigt Euch!

Vor allem in den skandinavischen Ländern wie Finnland und Schweden werden in der Walpurgisnacht mittlerweile die größten Stundentenfeste im ganzen Jahr gefeiert: mit Maifeuern, viel Tanz und natürlich, wie im Heimatland des Biers – viel, viel Alkohol! Und das kann auch ruhig so sein… Damit ihr euch ordentlich die Kante geben könnt und vom "Rock in den Ruinen" trotzdem sicher wieder nach Hause kommt, werden alle 30 Minuten Busse von Dortmund HBF zur Hohensyburg fahren, alle 15 Minuten von Dortmund-Hörde Bahnhof. Zurück gibt es den Shuttle-Service von der Hohensyburg zum Dortmunder HBF bis gegen 1 Uhr nachts, der durch Vorlage des Veranstaltungsticket frei zu nutzen ist für diejenigen, die ihr Semesterticket beim überstürzten feuchtfröhlichen Aufbruch gen Dortmund in den heimischen Gefilden gelassen haben.
Sonst noch sinnvoll zu wissen: Der reguläre Eintritt beträgt 6 Euro, 10 Euro inklusive drei Wertmarken. Einlass: 14:30 Uhr Beginn: 15:00 Uhr.
Ort des Geschehens: Burgruine Hohensyburg Dortmund.
In dem Sinne: Rockt den Mai!

jbö