#746- Krisenprävention am Ende der Ölzeit

Geschrieben von USch am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

"Alles muss im Überfluss vorhanden sein..."
Krisenprävention am Ende der Ölzeit
Das "Schwarze Gold" wird knapper und knapper, der Ölpreis droht zu explodieren. Wie aber umgehen mit dem Szenario drohender Unbezahlbarkeit der versiegenden Ressource? Ein internationales Krisenmanagement tut Not.

#731- Connection: Failed

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Connection: Failed

Hallo, da bin ich. Vielleicht willst du es nicht wahr haben, doch sei dir sicher: Ich bin da. Du kannst mich nicht verdrängen. Ich treffe dich so, wie es am meisten weh tut. Du wirst machen, was ich will. Ich wachse aus deiner Verzweiflung und du stärkst mich mit Verdrängung. Schönen guten Tag, mein Name ist Tourette.

 Wenn das wichtigste studentische Organ am Tourette-Syndrom erkrankt ist, stellt das Gehirn das Leben auf den Kopf. Genauso geht es Olaf, der vor etwa drei Monaten die Diagnose erhielt. Schon etwa seit der fünften Klasse hatte er Veränderungen in seinem Kopf gespürt, die sich verschlimmernden Krankheitssymptome unterdrückt. Erst mit 23 hielt er die ständige Anspannung, verursacht durch die Unterdrückung, nicht mehr aus und ging zum Arzt, der ganz klar die Diagnose "Tourette-Syndrom" stellte.
Obwohl die offensichtlichen Anzeichen der Nervenkrankheit in der Öffentlichkeit klar erscheinen, sind viele Menschen unwissend und reagieren mit Spott und Unverständnis. Bei einem Erkrankten ist, nach bisherigem Forschungsstand, die Übertragung des Botenstoffes Dopamin im Gehirn gestört. Diese Störung verursacht eine Störung in der Kontrolle bestimmter Bewegungs- oder Sprachmustern, was einen sogenannten "Tic" verursacht. Ganz individuell nach Krankheitsschwere und -bild beginnen sie im motorischen Bereich bei einem Zucken der Augenlieder bis hin zu Gesichtsverzerrungen, Springen und Schlagen reichen kann. Vokale Tics reichen von Geräuschartikulationen bis hin zur Wiederholung von Gesagtem oder Flüchen und Obszönitäten. Besonders letztere, die sogenannte Koprolalie, prägt oft das Bild des Tourette-Syndroms in der Öffentlichkeit. Sie erregt wohl die meiste Aufmerksamkeit, weil sie neben einem provozierendem Effekt auch noch die Sensationsgeilheit der Menschen und der Medien befriedigt. Es sind die Mitmenschen, die das Leid der Betroffenen durch ihr Verhalten multiplizieren.
20 Prozent lachen
Das Bedürfnis, sich erklären zu wollen, hat auch Olaf, wenn er an der Ruhr-Universität ist und durch seine "Tics" auffällt. Wenn er in Vorlesungen sein Gesicht verzieht und Laute äußert drehen sich Köpfe nach ihm, obwohl er sehr offen mit seiner Krankheit umgeht. Seine Dozenten und Kommilitonen in den Fächern Sport und Germanistik haben aber seltener ein Problem damit als Menschen außerhalb der Uni. Olaf beschreibt die Reaktionen wie folgt: "60 Prozent der Leute gucken, 20 Prozen lachen und mit den anderen 20 Prozent beginnt ein interessantes Gespräch." Dabei kann sein Syndrom auch als eine Art Kontaktfilter genutzt werden, denn Menschen, die mit seiner Krankheit nicht zurechtkommen sind meist wenig respektvoll und tolerant. Trotzdem kann und will der 23jährige sich nicht jedem Menschen erklären. Die Krankheit macht jeden Tag zu einem Kampf, weswegen er seine Semesterwochenstunden seit der Diagnose reduziert hat. Das Sportstudium hilft ihm zwar durch Ablenkung und Konzentration, doch jegliche Art von Stress verschlimmert die Tics. Rückstand beim Volleyball, Prüfungssituationen, emotionale Gespräche oder Sorgen lassen den "Kobold in seinem Gehirn ihm einen Streich spielen".
Teufelskreis
Helfen können ihm, neben der Anwendung verschiedener Medikamente, progressive Muskelentspannung und mentale Stabilität. Das psychische Ausgeglichenheit mit Tourette um so schwerer zu erreichen ist und die unheilbare Krankheit sich dadurch quasi selbst verstärkt, ein Teufelskreis. Ebenso wie die Gegenläufigkeit der Tics, in stillen Situationen zum Beispiel äußern sie sich in Lauten, in geräuschvollen Kulissen, in Motorik. Dabei erlebt Olaf alle seine Tics ganz bewusst, wenn sie auch unwillkürlich sind. Es verhält sich mit ihnen ungefähr so, wie mit dem Nießen: Du kannst es zwar unterdrücken, aber nur für eine gewisse Zeit. Es ist trotzdem immer da, und je mehr du es unterdrückst, desto schlimmer wird die Anspannung und der Effekt.

jkae


Weitere Informationen zum Tourette-Syndrom: tourette-online.de

#731- "Schönstes Sonnenmobil der Welt" wird Vierter

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

"Schönstes Sonnenmobil der Welt" wird Vierter

Der Sonnenflitzer der FH Bochum raste beim "World Solar Challenge” in Australien nur um Haaresbreite am Treppchen vorbei. Kleiner Trost: Zusätzlich zum respektablen 4. Rang gewann das Gefährt die Wahl zum "schönsten Solarcar der Welt”.

Christian Wulfert steigt zur letzten Etappe in den gelben Flitzer ein. Knapp 300 Kilometer bis Adelaide sind noch zu fahren. Nach dem Kontrollstopp in Port Augusta steigt die Trossgeschwindigkeit auf 95 km/h. Ein Road Train fährt mit nahezu demselben Tempo voraus. Überholen oder nicht? In zehn Kilometern wird die Straße zweispurig, das könnte die Chance sein. Ausgerechnet jetzt kommt eine Steigung! Trotzdem Blinker rechts und Vollgas. Geschafft! Weiter mit 95 km/h dem Ziel entgegen.
Der Verkehr wird zunehmend dichter. Immer wieder müssen langsame Camper überholt werden. Die Landschaft wird zunehmend geprägt von weiten Feldern und sanften Hügeln. Auf der rechten Seite ist immer wieder das Meer zu sehen. Schilder am Straßenrand bieten Oliven und Austern an. Die Zivilisation hat das Team der Hochschule Bochum wieder. 100 Kilometer vor Adelaide eine einspurige Baustelle. Begleitfahrzeug "Support" handelt mit dem Bauarbeiter, der die lebende Ampel darstellt, aus, dass "SolarWorld No.1" ungehindert durchfahren kann.
40 Kilometer vor der Zeitmesslinie, vor den Toren von Adelaide, liegt ein leichtes Kribbeln der Vorfreude in der Luft. Um 11:52 Uhr geht es über die Linie. Alle liegen sich in den Armen, La-Ola -Wellen branden durch das deutsche Team, die ein oder andere Freudenträne wird vergossen. "Einen ganzen Kontinent mit einem Solarcar zu durchqueren, ist schließlich keine Kleinigkeit", erklärt FH-Sprecher Stefan Spychalski. Christoph Bönneken wurde übrigens aus den vier Fahrern ausgelost, um bis zum Victoria Square zu fahren. Hier wartet das offizielle Empfangskomitee. Die Einfahrt auf dem Victoria Square wird zum rauschenden Empfang. Die Studis stimmen Jubelgesänge an, Sekt spritzt. "Man spürte die Sympathie ganz deutlich, die uns entgegenschlug", so Spychalski. Im Ziel auf Platz 4 in der Challenge Class: Ein grandioser Erfolg für die kleine FH Bochum, die in diesem Wettbewerb mit den großen, internationalen Elite-Universitäten konkurriert. 41 Stunden reine Fahrzeit war SolarWorld No.1 unterwegs, das bedeutet einen Schnitt von 73 km/h auf den knapp 3000 Kilometern von Darwin nach Adelaide. Nach vorläufiger Wertung hat Verfolger Michigan 46 Stunden gebraucht, denn der Halt in Alice Springs wird für den Bochumer Sonnenflitzer dementsprechend verrechnet.
Kleiner Trost am Ende: Für die überragende und innovative Form des deutschen Sonnenwagens erhielt die FH den "Design Award". Damit können die Bochumer mit Recht behaupten, das "schönste Solarcar der Welt" gebaut zu haben... Übrigens: Auf ProSieben, genauer gesagt in der Infotainment-Show "Galileo" gibt es im November einen Bericht über das Solarcar der Bochumer Studis. Der Sendetermin steht noch nicht fest, die bsz wird aber rechtzeitig Bescheid sagen.
bp

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#730- Solarflitzer unter australischer Sonne

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Solarflitzer unter
australischer Sonne

Der flotte Flitzer ist im Outback angekommen. Das australische Straßenverkehrsamt signalisiert: Der Sonnenwagen "SolarWorld No.1" der Fachhochschule Bochum ist bereit für seine erste große Fahrt. In diesen Tagen beginnt für das futuristische Gefährt und seine Konstrukteure das Rallye-Abenteuer "World Solar Challenge".

Das "Solar Challenge"-Team der FH Bochum ist gerade erst in Darwin, mitten im australischen Outback, angekommen, schon bekommt es Besuch - von Bill und Wayne. Die Inspektoren vom australischen Straßenverkehrsamt nennen ihre Nachnamen nicht - aber sie prüfen alle sicherheitsrelevanten Teile des "SolarWorld No.1". Das ist Voraussetzung für die Teilnahme des gelben Sonnenwagens an der "World Solar Challenge", der Tour der besten sonnenbetriebenen Fahrzeuge der Welt. 45 Bochumer FH-Studis haben fast ein Jahr gewerkelt - nun fiebern sie dem Wettbewerb entgegen.
"Noch nie hatten wir ein so gutes Fahrzeug am Start", schraubt Projektleiter Stefan Spychalski die Erwartungen hoch, "und dazu noch nie ein so gut aussehendes." Auch Bill und Wayne sehen das so. "Das Interesse der beiden Prüfer geht deutlich über das amtliche Maß hinaus", meint Spychalski.
Die Prüfer zeigen sich beeindruckt vom Hightech "made in Germany" und loben die extravagante Form des Solar-Renners. "Unser Mobil ist das vierte, das in diesem Jahr geprüft wurde", weiß Spychalski. Das Nuon- und das Twente-Team aus Holland und Umicor aus Belgien haben auch schon die Freigabe für Testfahrten im öffentlichen Straßenverkehr.
Die Vorgaben sind für das Bochumer Solarcar kein Problem. Blinker und Bremslichter funktionieren, bei einer Geschwindigkeit von 35 Stundenkilometern soll das Fahrzeug innerhalb von 12,5 Metern zum Stehen kommen. Die Zulassung der "SolarWorld No.1" für australische Straßen ist reine Formsache.
Boxenstopp mitten im Outback
Gesagt, gerast. Einen Tag später geht’s zum "Boxenstopp im Outback". Die erste Testfahrt unter tropischen Bedingungen steht an. Wie im Wettbewerb startet dabei eine Kolonne von drei Fahrzeugen auf dem Arnhem Highway. "Die offizielle Strecke für die World Solar Challenge, der Stuart Highway, darf nach Vorschrift des Veranstalters nicht mehr befahren werden", erklärt Spychalski.
Die mit gelben Rundumleuchten ausgestatteten Begleitbusse sichern den Bochumer Konvoi ab. Geübt wird auch der Rennalltag: Startvorgang, Kommunikation über Funk, Datenübertragung aus dem Solarcar, Linksverkehr.
Eine schleifende Schraube am vorderen Fahrwerk macht einen Stopp am Straßenrand notwendig. "Der heiße Asphalt hat den Reifen ausgedehnt, das Schleifen war die Konsequenz." – Reifenwechsel, eine gute Übung für das Team. Schließlich soll im Rennen selbst alles glatt gehen.                            bp

· Von der Konstruktion bis zum Rennalltag ist das Projekt "SolarWorld No.1" in Studi-Händen.
· Beteiligt sind FH-Studierende der Fachrichtungen Elektronik, Elektrik und Mechanik. Auch Studenten aus anderen Fachrichtungen trugen in der Gruppe "Organisation" zum Gelingen bei.
· Ingesamt wirkten 45 Studierende mit, derzeit begleiten 35 ihren "flotten Flitzer" im australischen Darwin.
· Die Strecke der "World Solar Challenge" führt von der südaustralischen Stadt über eine 3000 Kilometer lange Strecke bis nach Adelaide.
· Weitere Informationen im Internet unter www.wsc.org.au

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#730- Ramadan: Ein Resümee

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Ramadan: Ein Resümee

Vor zwei Wochen ging der neunte Monat des islamischen Mondkalenders zu Ende. Was Studierende unserer Uni dieser Monat bedeutet, wie sie ihn dieses Jahr verbracht und erlebt haben und was für sie das Wichtigste am Monat Ramadan ist? Wir haben nachgefragt.

Ramadan heißt für viele Muslime mehr als nur Fasten. Für Sie ist es eine Möglichkeit ihre Gottesfurcht zu beweisen, Teil einer Idee zu sein und zu einer Gemeinschaft zu gehören.
Der Anlass
Im neunten Monat des islamischen Mondkalenders wurde die Schrift Gottes zu dem Propheten herab gesandt. Im christlichen Glauben würde man sich hier des Lateinischen bedienen und es mit "in spiritus sancti" bezeichnen. Der Überlieferung nach war Muhammad nämlich Analphabet und bekam nur durch die Sendung der göttlichen Schrift die Fähigkeit den Koran zu Papier zu bringen. In Gedenken an dieses Ereignis und zur Feier der Schrift ihrer Religion begehen die Muslime diesen Monat seither mit dem monatlichen Fasten im Monat Ramadan. Darunter zählt zum einen, während des Tages keine Lebensmittel zu sich zu nehmen, zum anderen auf sexuelle Handlungen zu verzichten. Für viele ist diese Zeit aber nicht nur eine Zeit der Gottesfurcht, sondern vielmehr auch ein gesellschaftliches oder zumindest familiäres Ereignis. Auch viele, die sich über das Jahr hinweg nicht unbedingt immer an die strikten Auflagen ihrer Religion halten, nutzen diesen Monat um sich ihrer Herkunft zu besinnen und viel Zeit mit der Familie zu verbringen.
Fasten als Diät?!
Die Beweggründe für das monatliche Fasten und die Erlebnisse und Empfindungen im Zusammenhang mit diesem gehen dabei erstaunlich weit auseinander. Während für die Einen der religiöse Gedanke im Vordergrund stand haben andere wiederum nicht geleugnet, dass es für sie hauptsächlich eine gute Gelegenheit darstellt, vor dem Winter noch einmal ein paar Pfunde loszuwerden. Das Zuckerfest, welches am Ende des Monat Ramadan gefeiert wird, ist für die meisten der muslimischen Studierenden an der Ruhr Uni das Highlight. Klar wer feiert nicht gerne?! Während für den Großteil immer noch der Glaube und der Beweis der eigenen Gottesfurcht im Vordergrund steht wurde von den Meisten doch auch immer wieder betont, dass es etwas ganz besonderes ist Abends mit der Familie und Freunden zusammen zu kommen und gemeinsam das Fasten zu brechen.
Als Teil eines Ganzen
So verschieden die Beweggründe für das Fasten im Monat Ramadan auch waren, entscheidend ist, dass es für viele Studierende ein Monat voller Selbstdisziplin und Anstrengung ist, die letztlich aber belohnt werden durch ein Gemeinschaftsgefühl und das gute Gefühl, es geschafft zu haben.         jst

#729- Behinderte Studierende werden Opfer von rechtem Übergriff

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Behinderte Studierende werden
Opfer von rechtem Übergriff

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde eine Gruppe behinderter und nicht behinderter Studierender von einer Frau mit rechten Parolen beschimpft und körperlich angegangen. Unbeteiligte schauten weg.

Die Studierenden hatten sich am Freitagabend an der U-Bahn-Station "Ruhr-Uni" eingefunden, um gemeinsam ins Bermuda3eck zu fahren und dort zu feiern.
Ebenfalls an der U-Bahnstation stand eine bisher unbekannte Frau, einem Betroffenen zufolge "mitte vierzig", die die behinderten Studierenden offen mit rechtsextremen Parolen beschimpfte. Dann trat sie einer Betroffenen gegen ihre Prothese. Als die U-Bahn kam, stieg die Gruppe Studierender ein, die Frau folgte ihnen. Die U-Bahn war zu diesem Zeitpunkt gut gefüllt, was die Rechtsextreme aber nicht hinderte, die behinderten Studierenden weiter lautstark zu beleidigen.
Keine Zivilcourage
Von den anderen Fahrgästen zeigte jedoch niemand die Courage, den Studierenden zu helfen. Ein Betroffener zeigte sich bestürzt über die "Wegschaumentalität" der Bevölkerung.
Polizei sucht
nach Zeugen
Die Frau ist ca. 45, hat kurze dunkle Haare und blaue Augen. Sie trug zum Tatzeitpunkt ein weißes T-Shirt und eine beige Jacke. Wer etwas gesehen hat, wird gebeten sich unter Tel. (0234) 909 4505 zu melden.
abc
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