#728- Ein Jahr nach dem Sommermärchen

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Ein Jahr nach dem Sommermärchen
Was ist von der Stimmung geblieben?
Im Sommer 2006 bestimmte in Deutschland die schwarz-rot-goldene Flagge das Straßenbild. Nicht zu vergessen ist die Zeit, als sich Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen in den Armen lagen, miteinander feierten, träumten, hofften und weinten. Selbst unsere sonst eher pragmatisch vorgehende Kanzlerin fieberte bei den Austragungen mit. Auf dem Campus begegneten uns Studierenden täglich die verschiedensten Trikots. Studentinnen und Studenten der RUB verließen vorzeitig die Seminare und Vorlesungen, um sich gemeinsam die Fußballspiele beispielsweise auf der Leinwand des Kulturcafés anzuschauen.

Kurz: Eine Phase, als ganz Deutschland sich in eine riesige Party- und Fußball-Nation verwandelte und "die Welt zu Gast bei Freunden" war.
Wie sieht es ein Jahr nach der Weltmeisterschaft aus? Hat die Stimmung bzw. Euphorie nicht doch Spuren in eines jeden Leben hinterlassen?
Als positiven Aspekt der WM-Hochstimmung lässt sich aus medizinischer Sicht auf jeden Fall der Anstieg der Geburten neun Monate nach dem Sommermärchen nennen. Gemäß den Angaben von n-tv (25.4.2007) soll laut einer Umfrage der Wochenzeitung "Die Zeit", die in unterschiedlichen Krankenhäusern in der gesamten BRD durchgeführt wurde, vereinzelt sogar ein Geburtenzuwachs von bis zu 30% gegenüber dem Vorjahr erkennbar sein. So sei die Zahl der Neugeborenen im Bremer Zentralkrankenhaus im März um 28,6% angestiegen. Und das gerade in einer Zeit, in der Deutschland offenbar dringend einen Geburtenzuwachs benötigt.

Imageverbesserung
Zudem scheint auch das Ansehen der deutschen Nation in der Welt an Wert dazu gewonnen zu haben. Der Blickwinkel unserer Nachbarländer hat sich geklärt: Aus dem tristen Deutschland mit seinen oft als spießigen, unfreundlichen und dem preußischen Ideal entsprechenden Bewohnern ist eine weltoffene, heitere und zuvorkommende Gemeinschaft geworden. Ein Land, dass sich selbst in einem Hitzeloch, wie wir es sonst nur von den kanarischen Inseln oder den sehr weit südlich liegenden Urlaubszielen kennen, sowie in einer friedlichen Atmosphäre fast ohne Auseinandersetzungen mit Hooligans oder anderem pöbelndem Volk präsentierte, hat Deutschland wieder als Reiseziel beliebt gemacht. So spricht touristikpresse.net am 15.5.2007 von einem "Volltreffer für den Deutschland-Tourismus" sowie einer Senkung des Reiseverkehrsbilanzdefizits von 2,8 Milliarden Euro im WM-Jahr.
Aber nicht nur die anderen Nationen, sondern wir selbst sehen uns in einem neuen Licht. Gemäß idw-online.de vom 6.6.2007 sei es zu einer "Image-Verbesserung auf den Exportmärkten und Stimmungswandel im Inland" gekommen. So habe die WM-Euphorie zu einer größeren Konsumbereitschaft und optimistischeren Zukunftsstimmung geführt, was folglich auch den gegenwärtigen Konjunkturaufschwung beflügelt habe.

Studi-Sport
Die Erkenntnis, dass auch die Deutschen Fußball spielen können, sei noch nebenbei anzumerken. Dennoch hat der Fußball in Deutschland einen wesentlich höheren Stellenwert als vor der WM. So besteht in der Gesellschaft ein viel größeres Interesse an der Teilnahme fußballerischer Veranstaltungen. Daher soll nach Angaben des AStA-Sportreferenten Peter Käpernick der neue Rasenplatz hinter der G-Reihe Studenten und Fachschaften kostenlos zur Verfügung gestellt, Fußballtuniere organisiert und das Public-Viewing Angebot bei Sporthighlights mittels Premiere/Arena im Kultur-Café gefördert werden.

Auswirkungen auf das
Campus-Leben
Noch vor einem Jahr konnten wir feststellen, dass selbst unsere Profs, von denen wir meist glauben, dass sie außerhalb der Uni kein Leben mehr führen, ihre Seminare und Vorlesungen pünktlich zum Anpfiff auf dem Rasen vorzeitig beendeten. Da hatten selbst Gegner des runden Leders ihre Vorteile und konnten bei strahlendem Sonnenschein die Uni ein Stündchen eher verlassen.
Diese Zeiten scheinen aber längst zum Archiv der Universität zu gehören und nur noch in der Überlieferung am Leben zu bleiben. Das Leben auf dem Campus hat sich längst normalisiert. An ein Sommermärchen glaubt wohl keiner mehr. Auch wenn einem das bei dem anstehenden Klausuren schon mal ganz lieb wäre, nicht in der Realität zu sein…! Aber das ist ein anderes Thema.
Kurzum: WM-Fieber und Campus-Leben scheinen außer dem Bindestrich im Namen keine Gemeinsamkeit mehr zu haben. Trotzdem können wir sicher noch auf zahlreiche Veranstaltungen auf dem Campus hoffen, die die Möglichkeit bieten, zusammen zu feiern und ein bisschen von diesem Feeling wieder aufleben zu lassen.
Dennoch können wir als Studenten nur hoffen, dass uns eine Stimmung, wie die vor einem Jahr, möglichst bald wieder ergreift. Der Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl können wir bis zur WM und darüber hinaus aber trotzdem beibehalten.
Denn nach der WM ist vor der EM!
                    Â




m kh / jen

#727- Dichte Tage

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Dichte Tage
Kein Stau auf der A 40
Die Autobahn 40 befindet sich seit letztem Freitag im Abschnitt Mülheim-Winkhausen bis Essen-Frohnhausen in einem Zustand, der jedem aus Richtung Duisburg kommenden, Auto fahrenden Studenten kaum bekannt sein dürfte: Sie ist ausnahmsweise einmal staufrei! Genauer gesagt sogar ganz frei - zumindest für elf Tage.

Bisher verging wohl kaum ein Tag, an dem man auf der A 40, die sich von Dortmund aus durch das gesamte Ruhrgebiet erstreckt, nicht einmal wieder im Stau stand. Nicht umsonst wird der Ruhrschnellweg von den Bewohnern der Region auch liebevoll als "Ruhrschleichweg" oder "längster Parkplatz des Ruhrgebiets" bezeichnet. Doch diese Situation wird sich in den nächsten Tagen zunehmend verstärken, da die A 40 seit dem 6. Juli auf einer Strecke von 3,3 Kilometern gesperrt ist. Dieser Zustand wird bis zum 16. Juli anhalten, dann ist die Gegenrichtung an der Reihe.
Die Studenten unter uns, die bisher mit dem Auto zur Uni gefahren sind, werden die Totalabsperrung dieses Abschnitts also wohl oder übel hinnehmen müssen.

Ruhrschleichweg wird zum Ruhr-Sperr-Weg

Entschuldigt wird die Sperrung durch dringend notwendige Fahrbahnsanierungen. Dies behauptet zumindest Bernd Löchter, Sprecher des "Landesbetriebs Straßen NRW". Seiner Aussage nach, haben die schätzungsweise 100.000 Fahrzeuge am Tag, welche die A 40 nutzen, um zur Arbeit, in den Urlaub, oder zur Uni zu gelangen, Spurrillen hinterlassen, die es nun zu beseitigen gilt. Denn laut einer Aussage des ADAC sorgen diese Spurrillen dafür, "dass sich die Straße bei Nässe in eine Rutschbahn verwandelt", da sie die Gefahr von Aquaplaning fördern. Daher soll der Ruhrschnellweg nun mit so genanntem "offenporigen Asphalt" überzogen werden, welcher die Griffigkeit des Belags verbessern soll.
Außerdem soll die A 40 in den nächsten drei Jahren im Rahmen der "Verschönerungsarbeiten" im Ruhrgebiet auf Grund der Ernennung zur Kulturhauptstadt 2010 hübscher werden. So schlug unter anderem Bochums Kulturdezernent Hans-Georg Küppers vor, die Dortmunder Passagen der Autobahn schwarz-gelb zu markieren, die Bochumer blau-weiß, die Essener rot-weiß, die Duisburger wieder blau-weiß und so weiter. Die Fußballfans unter uns werden sich über dieses Farbenspiel wahrscheinlich freuen, die Autofahrer hingegen wohl eher weniger Begeisterung und Verständnis zeigen. Da sind wir ja mal gespannt, was sich unsere Politiker und Städteplaner noch alles einfallen lassen, um unsere "Ruhrstadt" aufzupeppen…

Auf Umwegen das Ruhrgebiet kennen lernen

Der Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW hofft darauf, dass das "große Chaos ausbleiben wird" und rät den Autofahrern, "den Bereich weiträumig zu umfahren". Eine mit orangefarbenen Pfeilen ausgeschilderte Umleitung über die Autobahnen 3 und 52 soll den Fahrern bei der Umfahrung helfen. Und wer den Bereich schließlich eng umfahren möchte, kann ja laut Löchter dem "roten Punkt folgen".
Allerdings gibt der Landesbetriebssprecher auch zu, dass man für diese farbenfrohe Umleitung "auf jeden Fall 20 Minuten mehr einplanen sollte als sonst". Das heißt für die armen Studenten dann wohl, dass sie in den sauren Apfel beißen und noch eher als ohnehin schon aufstehen müssen. Aber der fehlende Schlaf kann ja mit ein wenig Glück im Hörsaal bei der ein oder anderen langweiligen Vorlesung nachgeholt werden. Da kann man nur von Glück reden, dass bald die lang ersehnten Semesterferien anstehen und nur noch ein paar wenige Not leidende Studenten zur Uni fahren müssen, um Klausuren zu schreiben.
Immerhin gibt uns die Sperrung des Teilabschnitts der A 40 endlich einmal die Gelegenheit, neue Teile des Ruhrgebiets zu entdecken, während man sich über Landstraßen und durch die Bochumer Innenstadt mühselig den Weg zur Uni bahnt. So bekommen wir bald einen neuen schönen Asphalt und können gleichzeitig unseren kulturellen und geographischen Horizont erweitern.

Alternative Deutsche Bahn

Für den umwelt- und finanzbewussten Studenten bleibt ja schließlich auch immer noch die Möglichkeit auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen. Das spart einem die lästige Sucherei nach neuen Wegen, man muss nicht selbst fahren und spart zur Freude der eigenen Finanzen noch Spritgeld. Wozu zahlen wir denn schließlich jedes Semester aufs Neue für das Semesterticket? Zugegeben: Bahnfahren ist längst nicht so komfortabel wie Autofahren, aber man spart Geld und tut gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt. Um die Feinstaubbelastung zu senken, setzt man sich doch gerne freiwillig in ein überfülltes, lautes und meist muffiges Zugabteil und versucht sich am Bochum Hauptbahnhof in die überfüllte U 35 in Richtung Universität zu quetschen. So lernt man immerhin neue Menschen kennen und meist auch viele neue (nicht ganz so interessante, dafür aber umso unangenehmere) Gerüche.
Und ob man nun am Bahngleis auf den Zug wartet oder mal wieder im Stau steht, kommt am Ende ja auf das Selbe raus. Da kann man nur hoffen, dass die Deutsche Bahn mit ihrem Streik fertig ist.

m JR

#727- Sozial verbrämte Kabel 1-Soap

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Sozial verbrämte Kabel 1-Soap
Trashige Telenovela-Tiefen
Â

Jühnde, ein 1000-Seelen-Dorf bei Göttingen, ist die Frauen los. Kabel 1 lässt für seine neue Doku-Soap die "Männer allein daheim". Die BBC-Adaption bietet allerdings trotz lustiger Idee ziemlich flaue Unterhaltung.

"Ich habe das Gefühl, dass Hunde und Kinder beide gleich schlecht auf mich hören", sagt Rüdiger Taetz. Dem 40-jährigen Feinmechaniker aus dem niedersächsischen Jühnde wird es direkt zu Beginn der ersten Folge von "Männer allein daheim" mulmig zumute. Ehefrau Kerstin ist noch nicht mal abgereist: Niklas (7) und die Zwillinge Emily und Annika (5) wuseln trotzdem schon frei Schnauze um den Familienvater herum.
Taetz ist eins von neun Versuchskaninchen im "Doku-Experiment", wie Kabel 1-Chefredakteurin Tanja Deuerling die Serie bezeichnet. "Wir wollten zeigen, wie wichtig die Frauen sind, auch wenn sie keinen eigenen Beruf haben", ließ Deuerling auf Nachfrage verlauten.Vorbild für "Männer allein daheim" war der britische Quotenerfolg "The week the women went". Bei BBC schalteten Millionen ein. Die Idee: Berufstätige Männer sollen mal sehen, wo sie ohne ihre Frauen bleiben. Dafür werden Letztere für acht Tage in den (Zwangs-) Urlaub geschickt. Episode für Episode beurteilen die Mütter nun auf dem Hotelsofa, wie sich ihre Männer schlagen.
Das Konzept kann nur in einer kleinbürgerlichen Idylle wie Jühnde aufgehen, in der Emanzipation ein Ammenmärchen zu sein scheint. Das Bioenergiedorf bietet nur Kirche und Kneipe. Der gut gewählte Handlungsort ist also ein Plus des Projekts.
Doku-Soaps scheitern indes häufig am Zwiespalt zwischen der (bisweilen langweiligen) Realität und dem Unterhaltungswillen der Macher. Daran krankt auch "Männer allein daheim". Denn nicht alle Jühnder vollziehen den Seelen-Striptease so locker und grundehrlich wie Rüdiger Taetz. Wenn Betriebsinstallateur Oliver Schumacher, ein Bär von einem Mann, bei der ersten Träne der Tochter selbst flennend davonrennt, wähnt man sich eher in traurig-trashigen Telenovela-Tiefen.                    Â
                                                 Â
m bp

#727- Führung durch den botanischen Garten

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Führung durch den botanischen Garten
Pflanzliche Schönheiten an der RUB

Das Referat für Ökologie, Infrastruktur und Verkehr hat für diese Woche eine Führung durch den botanischen Garten organisiert. Frei nach dem Motto "Erlebe die RUB in ihrer Blütenpracht" können Studenten ihre Universität von einer ganz anderen, grünen Seite kennen lernen.

Der botanische Garten dient der Biologischen Fakultät nicht nur zur Forschung, sondern bietet seinen Besuchern auch die Möglichkeit der Entspannung und Erholung. Studenten können hier dem Klausur-Stress entfliehen. Besonders das abwechslungsreiche Pflanzenangebot löst bei den Spaziergängern Begeisterung aus.
Das weitläufige Areal der Grünanlage umfasst 13 Hektar. Allein die Gewächshäuser nehmen eine Fläche von 3500 qm ein. Hier finden sich Pflanzen des Mittelmeerraumes, Afrikas und Amerikas. Im Tropenhaus kann der Besucher neben Kräutern oder Sumpfpflanzen auch tropische Lebewesen, z.B. Tukane, bestaunen. Nach den Erfahrungen im Dschungel ist ebenfalls die Entdeckung der Vegetation in Trockengebieten möglich. Das Wüstenhaus zeigt subtropische Pflanzen aus Regionen Südamerikas, Südafrikas und Madagaskars. In den Savannenhäusern, die erst vor rund sechs Jahren errichtet wurden, findet sich vorwiegend Buschwerk aus Australien und Südafrika. Außerdem gedeihen auf den Freiflächen Pflanzen aus Asien, Europa und Nord-Amerika. Als interessant erscheint ein Besuch des Alpinums, das sowohl Gewächse aus den Regionen des Himalajas als auch einige aus der Umgebung der Alpen beheimatet. Neben den verschiedenen Abteilungen für Morphologie oder Nutzpflanzen gilt der Chinesische Garten als Highlight des botanischen Gartens, der von chinesischen Gartenexperten geplant und erstellt wurde. Seine großen Wasserflächen sind von verschiedenen Fischarten, beispielsweise Koikarpfen, bevölkert. Das Plätschern und Rauschen des Wasserfalls unterstreichen die ruhige Atmosphäre.
Folglich hat sich der botanische Garten, der seit 1971 der Öffentlichkeit zugängig ist, im Laufe der Jahre ständig erweitert und ist daher "unbedingt eine Besichtigung wert"; so Sascha Bednarz, AStA-Ökologie-Referent und Vorsitzender des RCDS Bochum.
Die Führung, bei der noch wesentlich mehr Entdeckungen gemacht werden können, wird von dem Direktor Prof. Dr. Stützel selbst geleitet und verspricht weitere, aufschlussreiche Beobachtungen. Der Rundgang soll am 11. Juli von 13 bis 15 Uhr stattfinden. Interessenten können sich entweder um 12.30 Uhr vor dem AStA oder um 12.45 Uhr auf der N-Südstraße zwischen Isotopenlabor und Ausgang ND 05 Süd einfinden.
         m jen
Â

#727- Bio-Trend

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Bio-Trend
Werden wir alle Öko?
Bio-Produkte wohin man auch schaut. In den letzten Monaten ist ein Bio-Trend entstanden, dem sich kaum einer entziehen kann.

Egal ob Mensa, Aldi oder Restaurants, alle schmücken sie sich heute mit Öko-Siegeln. In den Städten gibt es Bio-Läden an jeder Ecke, und fast jeder dritte Haushalt hat eine Öko-Test, eine Bio-Trend oder eine Bio-Boom abonniert.

Produkte
Bioprodukte sind einfach gesünder. Das ist keine Halbwahrheit, sondern wissenschaftlich erwiesen. 2006 wurden bei 46.000 Obst- und Gemüse-Proben 44%Prozent Pestizid-Rückstände festgestellt, während eine Prüfung von Bioprodukten ergab, dass diese nur zu 8% Pestizid-Rückstände aufweisen.
Fakt ist aber auch: Bioprodukte schmecken einfach besser. Plötzlich wird klar, dass die Tomate eigentlich gar nicht nach Wasser schmeckt und auch größer sein kann als eine Pflaume.
Vor Allem Allergiker, die beim Biss in den Apfel früher minutenlanges Brennen im Mund in Kauf nehmen mussten, haben durch die Bio-Produkte die Chance, wieder genießen zu können. Bei vielen Produkten ist nämlich nicht das Produkt selbst, sondern das Mittel, mit dem dieses gedüngt wurde, der Auslöser der Allergie. Aber Vorsicht: Bei einer Nahrungsmittel-Intoleranz können auch Bio-Produkte allergische Reaktionen auslösen.
Allerdings haben Bio-Produkte auch Nachteile: Zum Einen kosten sie mehr, zum Anderen halten sie auch nicht so lange. Wenn man sich allerdings bewusst gemacht hat, was der Grund dafür ist, dass andere Produkte länger halten, überlegt man sich vielleicht noch mal, wie wichtig lange Haltbarkeit ist.

Das Bio-Siegel
Seit 2001 gibt es das Bio-Siegel, welches es für den Verbraucher einfacher machen soll zu erkennen, welche Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft kommen. Wer diese Produkte kauft, kann sicher sein, dass sie weder bestrahlt, noch künstlich gedüngt, mit Pflanzenschutz behandelt oder gentechnisch verändert worden sind.
Bei tierischen Produkten wird außerdem darauf geachtet, dass die Tiere artgerecht gehalten und mit ökologischen Erzeugnissen gefüttert werden. Ein dichtes Netz an laufenden Kontrollmaßnahmen sichert auf jeder Ebene die Einhaltung dieser Richtlinien.
Zur Zeit wird das Bio-Siegel von 2.143 Unternehmen für insgesamt 39.222 Produkte genutzt.
Wenn Produkte zwar nicht mit einem Bio-Siegel, dafür aber mit den Bezeichnungen "biologisch", "ökologisch", "Bio" oder "Öko" gekennzeichnet sind, kann man sicher sein, dass es sich hierbei um Bio-Produkte handelt, da diese Begriffe gesetzlich geschützt sind. Falls Produkte aber mit Bezeichnungen wie "alternativ", "natürliche Herstellung", "kontrolliert" oder "ungespritzt" ausgezeichnet sind, handelt es sich meistens um Mogelpackungen.
Sicherheit kann aber in erster Linie die Codenummer schaffen, denn ein Öko-Produkt muss immer mit der Codenummer der zuständigen Kontrollstelle versehen sein.

Umweltschutz
Bio-Produkte sind zum einen gesund und geschmackhaft, zum anderen schützt man durch ihren Kauf auch die Umwelt. Da für Bio-Produkte weder Pflanzenschutzmittel, noch künstlicher Dünger verwendet werden, schützen wir mit deren Konsum nicht nur unsere Gesundheit, sonder auch die der Tiere und der Natur.
Der Bio-Trend und der vermehrte Kauf von Bio-Produkten hat also viele Gründe. Einen weiteren stichhaltigen Grund liefert außerdem Nicole Rodenbach, welche von Bio-Produkten überzeugt wurde: "Das Kaufen von Bio-Produkten gibt mir einfach ein gutes Gefühl. Denn beim Kauf von Eiern oder Fleisch kann ich mir sicher sein, dass ich Massentierhaltung nicht unterstütze."


m jst



Weitere Infos zum Thema:
www.bio-siegel.de
www.oekotest.de

#727- Gut/Böse-Unterscheidungen

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Gut/Böse-Unterscheidungen
Folge 1.0

Wer mit der Unterscheidung gut/böse herumhantiert wird schnell bemerken, dass die beiden Begriffe voneinander abhängen, das sie jeweils nur eine Seite der Unterscheidung bezeichnen können, folglich als Reflexionswert der jeweils anderen Seite herhalten müssen, schließlich lautet die Unterscheidung nicht gut/kalorienreduziert oder saulecker/böse. Die eine Seite kann also ohne die andere Seite nicht gedacht werden. Doch was geschieht mit der Welt, wenn ihr die Bösewichter ausgehen?

Nicht nur der amerikanische Feldzug gegen die Achse des Bösen, sondern auch der neue "Die Hard 4.0"-Film zeigen es überdeutlich: Die Zeit der Superbösewichte ist vorbei. Das wahrhaft Gute hat keine Gegner mehr. Bosheit als Passion, das ist lange vorbei. Die Zeiten sind komplizierter geworden, so scheint es zumindest. Das Böse sucht sich zuweilen Mitstreiter in den Reihen des/der Guten, die es verführt. Dazu bedarf es freilich keines sehr großen Raffinements: Es genügt den Bösewicht glauben zu machen, seine fiesen Aktionen seien dem Guten schlussendlich doch von Nutzen, er also auch: einer der Guten. In "Die Hard 4.0" sieht das dann so aus: Durchgedrehter Karrieremensch (mindestens fünf Praktika neben dem Studium) will in der Behörde seiner Wahl (Computersicherheit; davon versteht der Kinozuschauer praktischerweise eh nix) eine wahnwitzige Karriere starten und wird dabei dann von der Zaghaftigkeit der Alteingesessenen Behördenmenschen ausgebremst. Frustriert beschließt der angehende Bösewicht seine Visionen auf eigene Faust in die Realität umzusetzen, also den Beweis anzutreten, dass er richtig lag und der Rest der Welt: falsch.
Aber das ist naturgemäß kein Gegner für einen waschechten Aktionshelden wie Detective John McClane. Ein Beamter, der auch noch so ausschaut, als sei er soeben aus einem Dolce & Gabana-Ei geschlüpft, ohne verwegene Narben im Gesicht, ohne verschrobene Haustiere (Frettchen, Nattern, Haie etc.) stellt aber nicht den benötigten Kontrast her, den es braucht, um einen Aktionshelden zum leuchten zu bringen. Es ist der Kontrast, der die Sache funktionieren lässt.
Wundersamerweise ist es in der Realität gerade anders herum: Austauschbare US-Präsidenten wechseln sich im Kampf gegen die Superbösewichte der Welt ab, mal mit roter, mal mit blauer Krawatte. Die Superbösewichte aber sind die wahren Charaktere und Konstanten dieses Kampfes: verwirrter Diktator, der, mit einem Al Capone Hut auf dem Kopf, Freudensalven in den Himmel von Bagdad abgibt, verwirrter Diktator mit einem Faible für Pornosonnenbrillen und Atombomben, der seine Generäle gern mit absurd überdimensionierten Orden behängen lässt, verwirrter Diktator ohne Abneigung gegen ballonseidene Trainingsanzüge, dafür mit einer ungesunden Resistenz gegen den Trend zum Nichtrauchen ausgestattet.
Wenn eines Tages die Bilder vom Tod des letzten Bösewichts (wie auch immer: Erhängen, Köpfen, Vierteilen, Kreuzigen) über den Äther gesendet wurden, was werden die Guten dann machen? Was ist das Ziel all dieser Demokratisierungsversuche, so könnte man fragen. Oder anders gefragt: Was macht John McClane, wenn er eines Tages den letzten Schurken dingfest gemacht hat und in Pension geschickt wird?
Die Antwort für den Filmhelden kann man praktisch nur durch Negation finden: Alles, was er in einer anderen Zeit gemacht hätte, was in der heutigen Zeit aber nicht mehr geht, also Großwildjagden in Kenia, Großwildjagden in Simbabwe, Großwildjagden in Botswana. Übrig bleibt dann nur noch, sich als impotenter Rentner mit dem Space Shuttle ins All schießen zu lassen.
Doch was macht die Gesellschaft, wenn ihr die Bösewichter ausgegangen sind? Hieße es dann womöglich nicht mehr Amerika gegen das Böse, sondern gute Amerikaner gegen böse Amerikaner? Die Frage ist nur, wer der Böse sein will, oder ob es nicht vielmehr die Verwendung der Unterscheidung gut/böse an sich ist, die das Böse vorstellt.
Die andere Möglichkeit besteht naturgemäß im "Die Hard"- Szenario: Aus einem Dolce & Gabbana – Ei schlüpft ein charakterloser Streber, der tatsächlich nichts Besseres zu tun hat, als sich über seine verkorkste Karriere zu ärgern und daraufhin anfängt zu toben wie Käpt’n Iglo wenn ihm die Piraten seinen goldgelben Alaskaseelachs in knuspriger Panade stibitzen. Die Botschaft von "Die Hard 4.0" lautet also in ihrer dekonstruierten Form: Wenn es langweilig wird (postmodernes Ende der Geschichte) werden gelackte Spießer auf den Plan treten und aberwitzige Kriminalfälle mittels Internet anleiern. Hoffentlich ist dann noch jemand da, der einen Kampfjet mit einem Ziegelstein vom Himmel holen kann…

m Benz