Marokko: Bewaffnet und vermummt - Studierendenkonflikte in Agadir

Geschrieben von Chs am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Leben unter Allah, Vaterland & König

4-1-web-allah-chsSilbern glänzt das Metall der Axt vom Widerschein der Straßenbeleuchtung. Die meisten halten Schlagstöcke in der Hand oder gestikulieren mit Eisenrohren herum. Draußen wirft bereits das Dunkel der Nacht seine Schatten voraus. Die Uhr zeigt halb elf. Nur blass beleuchten die roten und gelben Lichter, dass sich die vermummten jungen Männer an den Häuserecken in Gruppen zusammenfinden. Fast alle sind bewaffnet, haben sich Tücher um die Gesichter gebunden oder Mützen aufgesetzt und ziehen zwischendurch skandierend durch die Wohnblocks. AnwohnerInnen schauen aus dem Fenster. Einige gehen auf ihren Balkon, um zu sehen, was sich da unten auf der Straße tut. Die Luft riecht noch immer nach den Abgasen des Tages und nach staubig-trockener Erde. Langsam weicht die schwere Wärme dieses Montags. Gleich wird im Wohnblock Ibn Zohr in Agadir die Kühle der Nacht Einzug halten. Denn in dieser Märznacht ziehen die Studenten in Marokko wieder einmal gegen ihre eigenen Kommilitonen auf die Straße. Nicht, um zu diskutieren, sondern um auf einander loszugehen.

Schaulaufen der Polit-Irren

Geschrieben von Mnd am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

4-1Die Verleihung des Steiger-Awards sorgt für Kritik

Reibungslos wird die Veranstaltung nicht über die Bühne gehen. „Der ZAD kündigt Proteste zur Preisverleihung an“, erklärte der Vorstand des Zentralrats der Armenier in Deutschland (ZAD) am Wochenende auf seiner Website. Der Vorsitzende des ZAD, Azat Ordukhanyan, fügte hinzu: „Wir warten noch immer, seit nunmehr 97 Jahren, darauf, dass die Türkei uns zugesteht, in unserer alten Heimat um die 1,5 Millionen Opfer des Völkermords von 1915 zu trauern. Das Gegenteil ist der Fall – unverändert sind unsere Landsleute heftigen Repressalien ausgesetzt.“ Es geht um die Verleihung des sogenannten Steiger-Awards am 17. März in der Bochumer Jahrhunderthalle. Mit dem Preis sollen Menschen für ihre „Offenheit, Menschlichkeit, Geradlinigkeit und Toleranz“ ausgezeichnet werden.

Bergbau war gestern

Geschrieben von CMP am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

2-2-foto5Neuste Umfrage ergibt: Ruhr.2010 hat das Image des Reviers aufpoliert

Wow, toll – der Kulturhauptstadteffekt ist da. Bergbau war gestern. Im Windschatten der Kulturoffensive Ruhr.2010 hat sich das Image des Reviers gewandelt. Andere Themen wie Kultur (aber auch Ökologie) rücken zunehmend in den Fokus, wenn es um das Bild des Potts in der bundesweiten Wahrnehmung geht. So die Ergebnisse der aktuellen Forsa-Umfrage, die vom Initiativkreis Ruhr (IR) in Auftrag gegeben wurde.

Tiefe Einschnitte

Geschrieben von Chs am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

4-1_Silke-Kaiser_pixelio.deAnti-Folterkomitee der EU rügt Kastration von Sexualstraftätern

Neben der Tschechischen Republik ist Deutschland das einzige EU-Land, das die chirurgische Kastration von Sexualstraftätern – wenn auch nur in wenigen Fällen – immer noch durchführt. In einem Bericht hat das Anti-Folterkomitee des Europarates in Straßburg diese Praxis jetzt offiziell kritisiert: Der verstümmelnde Eingriff ziehe schwere physische und psychische Folgen nach sich. Die Bundesregierung kündigt an, die Frage im Ethikrat diskutieren zu lassen.

Propaganda und Gewalt

Geschrieben von Mnd am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

3-1-flickr-pooyan-CC-BY-NC-ND-2.0Nordrhein-westfälisches Innenministerium zählt 242 antisemitische Straftaten in 2011

Die Zahl der antisemitischen Straftaten in NRW ist nach Angaben des Landes im vergangenen Jahr nicht zurückgegangen. Das ergibt die Antwort der Landesregierung auf eine kleinen Anfrage der Grünen im Landtag. Demzufolge wurden im Jahr 2011 insgesamt 242 antisemitisch motivierte Straftaten gemeldet – im Vorjahr waren es 240.

 

Musikzentrum: Angst vor Folgekosten

Geschrieben von rvr am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

1-2-van-den-Valentyn-Architektur_konzerthaus_boTrotz Kritik: Bochumer Rat will Architekturwettbewerb beschließen

Das ging schnell. Bereits drei Wochen nach der groß inszenierten BürgerInnenbeteiligung zum Bochumer Haushaltskonzept setzt sich die Politik über den Willen der angeblich Beteiligten hinweg. Schließlich lautete der mit Abstand am häufigsten geäußerte Vorschlag in dem extra eingerichteten Online-BürgerInnenforum: Die Stadt solle auf den Bau des Musikzentrums verzichten, um das Geld stattdessen in den Erhalt der bestehenden sozialen und kulturellen Infrastruktur zu stecken. Trotzdem will der Rat der Stadt an diesem Donnerstag den Architekturwettbewerb für das Musikzentrum endgültig auf den Weg bringen. Die Kosten für die Stadt sind dabei weit höher als öffentlich kommuniziert.