Studis müssen essen - auch im Revier, aber wo?

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3-2-Essen-ChsMan könnte meinen, Studierende gehen gerne in die Unimensa, weil sie dort günstig essen können, gewagtere Gerichte ständig wechseln und Bestseller bleiben. Immerhin finanzieren Studis mit ihrem halbjährigen Sozialbeitrag die kleinen Mensapreise mit. Die subventionierten Speisepreise nicht zu nutzen, obwohl die Möglichkeit besteht, wäre demnach ziemlich blöd, oder? Doch was tun, wenn man die Gerichte des Mensamenüs zwar im größeren Gesamtzusammenhang zu schätzen weiß, aber ganz konkret mittlerweile nicht mehr sehen kann?  Zwischen welchen Alternativen können Studis wählen, wenn sie die Mensa mal für ein paar Wochen meiden und nicht selbst kochen wollen?

Ihre Beliebtheit verdanken die Mensen der Region oftmals dem nicht zu unterschätzenden Faktum, dass Studierende prinzipiell knapp bei Kasse sind. Damit wären wir bei einem zentralen Faktor der studentischen Futtersuche: Pinkepinke. Für Geld gilt: entweder man legt es auf die hohe Kante oder man wirft es zum Fenster raus. Deswegen folgen Angebote für VerfechterInnen beider Varianten. Lediglich Extrempositionen wie „Hauptsache viel und billig“ oder „Koberind, gestreichelt und geknetet, immer her damit“ müssen an dieser Stelle aus diversen Gründen vernachlässigt werden.

 

Das Geheimnis des Kartoffellords

Schwierig wird es oftmals schon dann, wenn die Gerichte vegetarisch oder vegan sein sollen. Aber das sind Anforderungen, an denen selbst die Menüplanung der Mensen noch regelmäßig scheitert. „Arabic beim Kartoffellord in Dortmund geht immer“, sagt Ulf. Sein Urteil: „Ein Klassiker der vegetarischen Brückstraßenernährung.“ Arabic ist eine Brotfladentasche mit Soja, Soße und Salat. Klingt simpel, sorgt aber für wahre Begeisterungsstürme bei Gästen. Ulf sagt: „Man bekommt ihn beim Kartoffellord in Dortmund. Der kleine Imbiss gehört einem Iraner, der seit 28 Jahren sein Arabic verkauft. Das hat er sich patentieren lassen. Es ist ein Geheimrezept, das er beim besten Willen nicht rausrücken will“ – sehr zur Betrübnis seiner Kundschaft.

Maffia Maffia Jamm Jamm Jamm

Schnell, zentral und ohne unliebsame Überraschungen – das sind die Argumente, die für eine Currywurst im Bermudadreieck sprechen. Den beliebten Klassiker unter den kleinen Mahlzeiten zwischendurch bekommt man beim kleinen Bratwursthaus von Dönninghaus. Gesund ist anders, aber gute Vorsätze sollten bei Gelegenheit auch mal aktiv torpediert werden. In diesem Sinne können FastfoodfreundInnen im gleichen Atemzug getrost an das belgische Pommesbüdchen Max Frituur verwiesen werden. Die Soßenauswahl ist einmalig. Einzig die Vorlieben sind bei manchen Gästen eine echte Glaubensfrage: Würzig pikant mit Maffia oder doch besser Wasabi? Darüber lässt sich dann bei einer Fleischkrokette und einem belgischen Starkbier vortrefflich streiten. Aber Achtung: Die Kartoffelstäbchen werden hier doppelt frittiert. Das macht so satt, dass Pommes und Leffe oft schon zu viel auf einmal sind.

Pflichtstationen für Alternativesser

Im schauspielhausnahen Viertel Ehrenfeld finden VeganerInnen auch im Café „Freibad“ einen Burger, bei dessen Herstellung auf tierische Produkte verzichtet wird. Ansonsten sieht es mit der veganen Auswahl eher mau aus. Einzig ein Nachtisch im Provinzcafé sei noch genannt. Für alle Fans von Torten, Kuchen und Gebäck eine Pflichtstation. Der Hype um die Bioburgerbar Blondies (Kortumstraße/Ecke Nordring) ist schon wieder verblasst. Gestartet war der gemütlich eingerichtete Laden im Kern mit einem veganen, vegetarischen und klassischen Burgerangebot aus Bioprodukten. Etwas teuer, aber mit fantastischen Pommes und geschmackstarken Burgern durchaus seinen Preis wert. Mit frenetischem Jubel feierten Bochums Alternativesser alle Gerichte vom Big Caluha Burger bis hin zu den veganen Blaubeermuffins. Lecker war es. Doch seit einiger Zeit – es kann mit den neuen Burgerbrötchen von Wickenburger zusammenhängen – mischt sich gehäuft auch Unzufriedenheit unter die Bilanzen. Die Portionen sind kleiner geworden, die Brötchen trockener. „Hier ist bei Weitem nicht alles super. Aber weil es gerade im Ruhrgebiet noch einen großen Mangel beim veganen Angebot gibt, können die sich das auch einfach so erlauben“, sagt Svenja, die früher immer gern ins Blondies ging. Sie isst momentan am liebsten im Stadt- oder Westpark direkt vom eigenen Grill. Eingelegte Zucchinischeiben, gefüllte Spitzpaprika, Tofuwürstchen und Seitansteaks – so klingt veganes Selbergrillen. Dass sie sich hierbei allerdings an den Jahreszeiten, Niederschlagswahrscheinlichkeiten und Jahresmitteltemperaturen orientieren muss, bleibt ein einschränkendes Manko, das sie jedoch mit allen Grillbegeisterten teilt. Für den Rest des Jahres gilt in Sachen studentischen Schlemmens: Weitersuchen und Weitersagen.