Die linke Szene stärker vernetzen

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Antifa praktisch

3-2-flickr-Johnk85-CC-BY-NC-SA-2„Antifaschismus ist nach wie vor für viele junge Menschen ein wichtiges Themenfeld. Bei Demonstrationen gegen rechts kommen regelmäßig  mehrere hundert, bei ‚Großevents‘ einige tausend Leute zusammen, sagt Tim Jansen, Pressesprecher der neu gestarteten „Organize!“-Kampagne. „Allerdings mangelt es tatsächlich vielerorts an Kontinuität und Verbindlichkeit.

 

Auf Demos gehen ist für viele Leute attraktiv, sich mit anderen Leuten zu einer Gruppe zusammenzuschließen und selbst etwas auf die Beine zu stellen dagegen offenbar nicht. Genau das ist aber ein großes Problem.“ Genau hier setzt die neu gegründete Kampagne an. Mit Vorträgen und Workshops will man jungen NazigegnerInnen vor Ort unter die Arme greifen. Den NeueinsteigerInnen sollen etwa Grundlagen antifaschistischer Öffentlichkeitsarbeit, Recherche und Gruppenarbeit vermittelt werden.  Gerade im Ruhrgebiet sei eine solche Kampagne vonnöten. In vielen Städten, gerade an den Rändern des Ruhrgebiets, gebe es kaum noch Gruppen, die auf lokaler Ebene die Aktivitäten der rechten Szene beobachten und dokumentieren oder in der Lage wären, selbst mal eine Demo zu organisieren“, so Jansen.
Gerade in Städten wie etwa Dortmund sei der Bedarf an antifaschistischem Engagement besonders hoch. „In fast allen größeren Städten existieren NPD-Strukturen oder parteiunabhängige Neonazi-Kameradschaften. Die Zahl der Aufmärsche hat zwar seit etwa 2005 ein wenig abgenommen, ist aber im Vergleich zu anderen Regionen immer noch sehr hoch.“ Die AktivistInnen wollen junge Leute ermutigen, sich in ihrer Stadt selbst  zu organisieren. Gerade in größeren Ruhrgebietsstädten wie Dortmund gebe es bereits Erfolge. „Nachdem diese Gruppen immer wieder über die rechten Umtriebe in der Region berichtet und Proteste gegen die neonazistischen Aufmärsche organisiert hatten, hat auch bei den Stadtoberen und in der Dortmunder Öffentlichkeit in den letzten Jahren ein Umdenken stattgefunden“, sagt Jansen. Antifaschistische Recherchearbeit führe immer wieder zu Verhaftungen rechter GewalttäterInnen. Neben der aktiven Antifa-Arbeit sollen aber auch Grundlagen der Diskussion innerhalb einer Gruppe gefördert werden. „Langfristig hoffen wir, die Antifa-Szene und die radikale Linke im Allgemeinen durch ein Zuwachs an Organisation, Verbindlichkeit und personeller Stärke wieder ein wenig handlungsfähiger zu machen“ sagt Jansen. Denn das Potenzial sei vorhanden.  Zwar gelinge dies mit der Kampagne allein nicht, es sei aber wichtig, konstruktive Impulse zu geben. Mehr Infos zur Kampagne:

http://organize.blogsport.eu/