Besser kein Fisch auf den Tisch?

am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

3-1-Fisch-Foto-Bertram-Generotzky-frs-webGreenpeace versucht zu ergründen, was man heute noch essen kann

Bereits in der fünften Auflage ist jetzt der Greenpeace-Ratgeber „Fisch – beliebt, aber bedroht“ erschienen. Er enthält Empfehlungen für nachhaltigen Konsum und erklärt den VerbraucherInnen, worauf sie beim Kauf von Speisefisch achten sollten. Aber die Seite einkaufsnetz.de, die Verbraucherorganisation von Greenpeace, kann noch mehr.

Greenpeace ist der Überzeugung, dass es nicht ausreicht, auf die Größe der Fischbestände zu achten, um zu bewerten, ob die Fischart vom Aussterben bedroht ist. Viel entscheidender sei es, auch die Umweltauswirkungen der Fangmethoden und das jeweilige Fischerei-Management in die Bewertung mit einzubeziehen. Genau dies tut die Organisation mit dem neuen Ratgeber, der kostenfrei zum Download steht. „Karpfen und Forelle können bedenkenlos verzehrt werden. Gar nicht auf den Teller gehören Aal und Rotbarsch. Weitere beliebte Speisefische wie Kabeljau, Hering und Lachs sind nur eingeschränkt empfehlenswert. Hier sollten VerbraucherInnen auf die Kennzeichnung der Produkte achten: Fanggebiet und Fangmethode geben Auskunft, ob das Produkt aus einer nachhaltigen Fischerei stammt.“ So die Zusammenfassung des aktuellen Einkaufsratgebers zum Thema Fisch der Verbraucherorganisation von Greenpeace.

Meer und Fisch

Da die meisten Fischarten heute weltweit bedroht sind, rät Greenpeace zu nachhaltiger Nutzung der Bestände. Auf Basis wissenschaftlicher Daten über Fischbestände wird diese Informationsbroschüre jedes Jahr von der Umweltschutzorganisation auf den neusten Stand gebracht. Mittlerweile umfasst die Untersuchung etwa 80 Fischarten, unterteilt in 280 Wild- Fischereien und Aquakulturen. In den Augen von Greenpeace ist es notwendig, dass die VerbraucherInnen sich selber ein Bild von den Tatsachen machen, denn auf die Gesetzgebung sei kein Verlass mehr. Erst Ende November diesen Jahres wurden von der EU erneut Fangquoten für den Blauflossen-Thunfisch, den Granatbarsch und den Blauleng vergeben, obwohl diese von ExpertInnen schon jetzt als stark überfischt angesehen werden. „Die umweltbewusste Nachfrage der Verbraucher hat großen Einfluss auf den Schutz der Fischbestände“, sagt Meeresbiologin Iris Menn von Greenpeace. „Verbraucher und Lebensmittelhandel haben es derzeit in der Hand, ob die Meere leergefischt werden. Dies wird mit jeder politischen Fehlentscheidung zu Fangquoten wichtiger.“ Da jede/r Deutsche im Jahr etwa 15,7 Kilogramm Fisch verzehrt, sieht Greenpeace die Verantwortung bei den VerbraucherInnen und ihren Kaufentscheidungen.

Mehr als Fisch

Auf einkaufsnetz.org, der Homepage der Verbraucherorganisation von Greenpeace, findet sich weit mehr als ein Einkaufsführer zum Thema Fisch. Die Organisation hat vor wenigen Monaten beispielsweise auch einen Einkaufsratgeber zum Thema „Genuss ohne Gentechnik“ herausgebracht. Auch diese Tipps kann man kostenlos herunterladen. Der Ratgeber informiert über Lebensmittel mit Gentechnik auch in deutschen Regalen.

Gesetzeslücke Kleingedrucktes

Obwohl seit April 2004 alle LebensmittelherstellerInnen einer Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Produkte unterliegen, hilft dies den VerbraucherInnen oft nicht dabei, Gentechnik wirklich aus ihren Einkaufswagen fernzuhalten, denn der Hinweis auf veränderte Produkte findet sich oft nur kleingedruckt in der Zutatenliste.

Diese gesetzliche Kennzeichnungsvorschrift hat jedoch Lücken: Ein Gutteil der weltweit angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen landen im Futtertrog eines Tieres. Wird dieses Tier aber nun zu einem Steak verarbeitet, liefert es ein Ei oder Milch, so unterliegt dies nicht der Kennzeichnungspflicht. Entscheidet sich die Verbraucherin oder der Verbraucher aber trotzdem, auf solche Produkte verzichten zu wollen, so gibt es für die HerstellerInnen seit dem 1. Mai 2008 die Möglichkeit „ohne Gentechnik“ auf die Produktverpackung zu drucken. Außerdem hilft der Greenpeace-Ratgeber „Genuss ohne Gentechnik“ mit einer umfangreichen Liste von Firmen, die weiterhin gentechnisch veränderte Pflanzen als Futtermittel verwenden. Ebenso liefert der Ratgeber eine Liste mit Firmen, die ohne die Verwendung von Gentechnik auskommen.

Selbstbestimmte VerbraucherInnen

Die Ratgeber, die Greenpeace auf seinem „Einkaufsnetz“ veröffentlicht, geben den VerbraucherInnen also die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, was sie essen wollen und was nicht. Sie vermitteln Wissen, ohne das eine selbstbestimmte Kaufentscheidung schwer möglich wäre.

Weitere Infos und die Ratgeber als pdf: http://de.einkaufsnetz.org