#748 - (Pop)-Klassik versus Punk

Geschrieben von jk am . Veröffentlicht in Kultur

(Pop-)Klassik versus Punk

Seit Jahren engagiert sich die Bochumer Symphonie für den Bau eines eigenen Konzerthauses am Bochumer Marienplatz. Großflächige Plakate in der Stadt und sogar Infostände an der Uni sollen die Bochumerinnen und Bochumer von der Notwendigkeit dieser kostspieligen Investition (Gesamtkosten rund 30 Millionen Euro) überzeugen und sie zu Spenden motivieren, um die noch fehlenden fünf Millionen Euro aufzutreiben.

#747- 3 Tage – 3 Nächte - Videofestival mit Licht und Schatten

Geschrieben von USch am . Veröffentlicht in Kultur

3 Tage – 3 Nächte
Videofestival mit Licht und Schatten

Beeindruckend war es zweifellos, das 18. Internationale Videofestival Bochum, das vom 29. bis 31. Mai unter dem Motto "3 Tage – 3 Nächte" am Musischen Zentrum der RUB, im AStA-KulturCafé sowie im ehemaligen Cinema im UniCenter stattfand. Mit der "Volljährigkeit" des Festivals wurde auch in diesem Jahr wieder ein hoher Grad an Professionalität erreicht. Ob jedoch immer die wirklich besten Kurzfilme und "VJ-Sets" prämiert wurden, sei dahingestellt…

#747- Cirque du Soleil

Geschrieben von eRe am . Veröffentlicht in Kultur

Cirque du Soleil
Zirkus der Superlativen
Tief in einem Wald, auf dem Gipfel eines Vulkans, existiert eine ganz besondere Welt – eine Welt, in der alles möglich ist. Eine Welt namens Varekai. Der Ausdruck Varekai (ausgesprochen Va•re•‘kei) bedeutet "wo auch immer" auf Romani, der Sprache des ruhelosen Volkes der ewig Wandernden. Und Varekai ist auch der Name des aktuellen Programms des Cirque du Soleil, der vom 31. Juli bis zum 7. September neben dem Centro in Oberhausen gastiert.

#746- Et cetera bietet Ungesehenes

Geschrieben von eRe am . Veröffentlicht in Kultur

Kultur in Bochum
Et cetera bietet Ungesehenes
Und jetzt kommt etwas, das haben Sie noch nie gesehen. Und selbst hinterher, wenn Sie es gesehen haben, werden Sie sagen: Nee, so was habe ich noch nie gesehen!", verspricht Stevie Mazoschek vom Duo "Die Lonely HusBand" und beschreibt damit passend das aktuelle Programm des Varietés et cetera in Bochum.

#731- Caliban, Soilwork, Dark Tranquillity and Sonic Syndicate

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Kultur

Köln, 25.10.2007: Das Haus rockt…beziehungsweise die Live Musik Hall. Vier bekannte Bands der Metalszene geben alles und reißen das Publikum mit. Die Halle ist brechend voll und mit 2500 Metalheads ausverkauft.

Um 18.30 Uhr ist Einlass. Bereits zu diesem Zeitpunkt nahm die Parkplatzsuche eine gute Viertelstunde in Anspruch. Also geparkt, letztes Bier gezischt und ab in die Schlage. Nachsorgfältigen Securitycheck darf man endlich in den Innenhof, in dem ein paar Bierbänke stehen, ein Getränkewagen und der riesige Tourbus von Soilwork.
Ab 19.20 Uhr begaben sich allmählich die letzen Musikfreunde in die Halle um "Syndicate", eine schwedische Melodic-Death-Metal / Metalcore-Band aus Falkenberg, die von drei Brüdern gegründet wurde, zu sehen. Die Band wurde 2002 als "Fallen Angels" gegründet und ist damit die jüngste Band der Tour. Ihr aktuelles Album seit Mai heißt " Only Inhuman", was sie auch auf dem Wacken dieses Jahr präsentierten. Trotz der hohen Erwartungen an die weiteren Bands, schaffte es "Sonic Syndicate" die Menge zu begeistern und in Stimmung zu bringen.
Eine halbe Stunde später wurde umgebaut und die Bühne für "Dark Tranquillity", eine Melodic-Death-Metal-Band aus Schweden freigegeben. Natürlich fehlte es auch hier nicht an Stimmung und die Temperatur in der Halle stieg allmählich. Als dann die ersten Klänge von "Misery Crown" von ihrem aktuellen Album " Fiction" ertönten, waren nur noch wenige zu halten und es wurde alles gebangt, was man so hat. Auch ein paar alte Sachen wurden zum Besten gegeben, da es dieBand schon seit 1989 gibt, so dass auch die jung gebliebenen Metalfreunde, die zu den Hochzeiten von ACDC schon 30 waren, nicht zu kurz kamen.
Musik, Bier, Schweiß
Wieder einen Umbau später betrat eine schwedische Melodic-Death-Metal-Band, die innerhalb weniger Jahre zu einer der bekanntesten Bands des so genannten Göteborg-Metals wurde, die Bühne. Ihre Liveauftritte sind seit jeher geprägt von so genannten Circlepits (bei denen man im Kreis ineinander, übereinander und umeinander rennt, komme was da wolle) und ausflippenden Fans, die die unglaubliche Spielkunst des 5ers immer wieder abfeiert. Schon beim zweiten Lied wurde dieser "Tanz" angekündigt und die Menge tobte. Es wurde gesprungen, mitgebrüllt, gepogt und Bier in Euphorie verschüttet. Ohne Rücksicht auf Verluste. Bereits nach den ersten Liedern, unter anderem "Bastard Chain" und "As We Speak", konnte man nicht mehr unterscheiden, welche Flüssigkeiten auf dem T-Shirt der eigene Schweiß, der von einem Nachbar, herangeflogenes Bier oder sonstiges war. Die Setlist war komplett durchmischt von alten Songs wie "Chainheart Machine" bis zu den aktuellsten. Mit "Exile" kam sogar die erste Single vom neusten Album "Sworn to a Great Divide" auf die Setlist. Der Albumtitel ist eine Homage an die Trennung vom Hauptsongwriter und Gitarristen Peter Wichers ist, der aber von Daniel Antonsson (u.a. Dimension Zero) würdig ersetzt wurde. Nach 45 Minuten ungewohnter Körpernähe und seltenen Kopf- und Körperbewegungen, drängte das Publikum Richtung Innenhof, Toilette und Bar. Die 20 Euro Eintritt hatten sich jetzt schon zweimal rentiert und der Hauptact stand noch aus. Bei so viel guter Mucke waren auch die 3,10 Euro für ein Beck`s zu verschmerzen.
Headliner Caliban
Caliban, eine deutsche Metalcore- Band aus Hattingen an der Ruhr, war mit ihrer Performance an der Reihe und ihre 90 Minuten wurden, wie man es von den Jungs mittlerweile kennt, von Lichteffekten und einem stimmungsvollen Intro untermalt. Schnell drängten sich auch die letzten Emokids händchenhaltend durch die Menge um ihre Fantreue zu beweisen. Auch Caliban setzte schon beim dritten Lied auf ihre "Wall of Death", bei der sich das Publikum in der Mitte teilt und dann auf ein Zeichen des Sängers, Andy Dörner, aufeinander los stürmt. Ihre Hits wie "I Rape Myself" und "The Beloved and the Hatred"sorgten von Beginn an für Megastimmung und Jubel bei ihren Anhängern, die zahlreich erschienen. Caliban stieg mit ihrem sechsten Album "The Awakening" in zehn Jahren Bandgeschichte auf Platz 36 in den Albumcharts ein. Natürlich wurden auch sie gebührend gefeiert, zumal sie ja in ihrer Heimat sind. Ihren Vorteil Lokalmatadoren zu sein, rechtfertigte wohl auch die Running Order, also die Reihenfolge der Bands. Bei einem solchen Bandaufgebot als Headliner ins Rennen zu gehen war manchem Anwesenden zumindest eine verbale Diskussion mit dem Nachbarn wert.
Nichtsdestotrotz haben die Jungs gezeigt, warum sie seit Jahren die Bühnen der Welt unsicher machen, egal ob in USA, Asien oder eben auf dem guten alten europäischen Festlandsockel.
Es war ein sehr gelungener Abend, den man gerne wiederholen möchte. Falls ihr mehr erfahren und dem Aufgebot tatsächlich nach Skandinavien zum Tourabschluss folgen wollt, findet ihr Infos unter http://www.antidotetour.com/!

ank

#731- Wir bauen es, wir bauen es nicht

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Kultur

Wir bauen es, wir bauen es nicht

Nach 88 Jahren sollen die Bochumer Symphoniker eine eigene Spielstätte in der Innenstadt bekommen. Den Plan gibt es schon lange, und immer ging er schief. Vielleicht klappt es diesmal.
"Soweit wir wissen, sind die Architekten seit einiger Zeit mit den Planungsarbeiten beschäftigt.", schrieb die Westdeutsche Rundschau. " Leider ist dieses für das Bochumer Musikleben so wichtige Projekt zurückgestellt worden. Aber man sollte jetzt wirklich auf Beschleunigung bedacht sein. Es ist im Interesse sowohl des Schauspielhauses als auch des Niveaus der Konzertdarbietungen wünschenswert, dass der Konzertsaal endlich gebaut wird. Dann können sämtliche Konzertserien, die jetzt auf verschiedene Häuser verteilt sind, unter einem Dach und in einem akustisch einwandfreien Saal absolviert werden." Es ist jetzt 43 Jahre her, dass dieser Artikel in der Westdeutschen Rundschau erschienen ist, aber ein neues Konzerthaus haben die Bochumer Symphoniker immer noch nicht.
Die Symphoniker gibt es seit 1919, und in den vergangenen Jahrzehnten haben sie in verschiedenen Räumen geprobt und gespielt. Ebenfalls seit Jahrzehnten soll sich dieser Zustand ändern. Der Verein "Freundeskreis der Bochumer Symphoniker" wünscht sich eine "angemessene Wirkungsstätte" mit "Nutzungsmöglichkeiten für andere kulturelle Einrichtungen unserer Stadt.". Der neue Bau soll auf dem Marienplatz in der Innenstadt stehen und 29,3 Millionen Euro kosten. 15 Millionen würde die Stadt Bochum bezahlen, der Rest soll aus Spenden finanziert werden. Fünf Millionen Euro spendet der Bochumer Lottokönig Norman Faber, der bis zum Jahr 2002 auch Hauptsponsor des VfL Bochum war. Das Geld gibt es aber nur unter drei Bedingungen, wie er vor einem Jahr bekannt gab: Zum einen muss der Bau bis zum Februar 2008 von Politik und Verwaltung beschlossen sein, damit das Konzerthaus fertig ist, wenn Bochum 2010 Kulturhauptstadt wird. Zweitens muss der Bau in der Innenstadt liegen, um die Symphoniker zu einem "vertrauten Teil städtischen Lebens zu machen". Drittens sollten andere Bürgerinnen und Bürger weitere zwei Millionen Euro spenden, um das gesellschaftliche Engagement sichtbar zu machen.
7,3 Mio. Miese
Diese Spenden konnten rechtzeitig eingetrieben werden, und auch der Stadtrat hat dem Bau mittlerweile zugestimmt. Gegen die Stimmen der Sozialen Liste und der LINKEN beschlossen die Ratsmitglieder vor kurzem, dass der Bau losgehen kann, sobald das weitere Spendengeld da ist. Es fehlen aber noch immer 7,3 Millionen Euro. Der letzte große Anlauf, den Befürwortende des Konzerthauses im Jahr 1998 für den Bau nahmen, ging schief. Am Dr.-Ruer-Platz sollte das Gebäude damals entstehen, die Pläne waren schon fertig. Am Ende wurde doch nichts daraus, und so warteten die Musikerinnen und Musiker weiter auf ihr eigenes Gebäude. Eigentlich haben sie es nach so langer Zeit verdient. In den letzten 88 Jahren mussten sie mehrmals umziehen, wegen zu kleiner Räume auf Fluren herumstehen und auf ausgefeilte Akustik verzichten. Andererseits gibt es schon große Symphoniehäuser in vielen anderen Städten des Ruhrgebiets, etwa in Essen. Braucht man wirklich ein eigenes, wenn das nächste nur einige Minuten entfernt ist? Und selbst, wenn die Stadt nur die Hälfte der Finanzierung übernimmt, sind es trotzdem noch 15 Millionen Euro, die anderswo fehlen – zum Beispiel bei den Schulen. Vielleicht würde das Geld aber auch in weit unsinnigere Projekte fließen. Schließlich bewegt sich auch der aktuell entstehende "Rote Teppich" aus farbigen Pflastersteinen vor dem Bahnhof in derselben Preiskategorie. Ob sie es nun bauen oder nicht, werden wir bald herausfinden. "Zwei Monate nach dem vorgesehen Baubeginn des Konzertsaales im Stadtpark steht nunmehr fest, dass zunächst für die kommenden Jahre aus finanziellen Gründen überhaupt nicht mit dem ersten Spatenstich begonnen werden kann.", vermeldeten die Ruhrnachrichten 1965. Vielleicht funktioniert der Plan ja dieses Mal.         sjn