#728- Harry Potter-Marathon

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Kultur

Ein ganzer Tag in Hogwarts, der Zaubererschule – der Traum von 300 Harry Potter-Fans wurde letzte Woche cineastische Wirklichkeit. 476 Minuten lang zeigte eine Kinokette alle vier Abenteuer des Zauberers am Stück. Schöner ist nur Fliegen auf dem Feuerblitz.

Eigentlich haben Christian und Ramona ihr Stammkino in Lünen. Für den "Harry-Potter-Marathon" ist das Paar aber gern nach Dortmund gekommen. "Für Harry würden wir fast alles tun", schmunzelt die RUB-Studentin. Bevor um 00.01 Uhr die Premiere des neuesten Streifens "Harry
Potter und der Orden des Phönix" anstand, flimmerten zunächst die vier bekannten Teile über die Leinwand.
"Es ist gar nicht so einfach, die Filmrollen für die älteren Filme zu besorgen", erzählt Thorben Kasch, Leiter des Kinos. Die Vorbereitungen für den längsten Marathon in der Geschichte "seines" Filmtheaters hätten ganze zwei Monate gedauert. "Ich kenne nur einen Fall, in dem ein Kino unserer Kette einen längeren Marathon gestemmt hätte", schmunzelt Kasch. "Das waren 25 Star-Trek-Teile oder so." Für Dortmund stelle aber die Potter-Mania auf alle Fälle eine Rekordzeit auf.
Nicht nur dort: Während sich durch den neuen Film und die anstehende Buchpremiere des siebten Bands eine wahre Harry-Mania rund um den Erdball in Gang setzt, schließt Autorin Joanne K. Rowling nicht mehr länger aus, dass sie noch einen achten Band schreibt.
"Man soll nie nie sagen", erklärte Rowling nach Angaben ihres Verlags Bloomsbury sibyllinisch.
Die Kinokarten gingen sowohl für den Potter-Marathon als auch für die Premiere des fünften Teils weg wie warme Semmeln.
Damit auch alle Fans Harrys Werdegang vom unbedarften Unwissenden zum "auserwählten" Kämpfer gegen das Böse wach durchstehen, ist eine "Kaffee-Flatrate" im Eintrittspreis von 19 Euro inbegriffen. 120 Tassen fließen allein vor dem ersten Teil durch die Kehlen - Koffein ist heute Grundzutat aller Zaubertränke. Auch Kathrin Müller braucht Hilfsmittel zum Durchhalten. Sohn Dirk hat extra zwei Kissen dabei. "Teil Zwei kenn ich schon", da kann der 11-Jährige schlummern. "Und was mach ich?", grinst seine Mutter. Auch Tochter Lina (14) hat alle Bücher seit "Harry Potter und der Stein der Weisen" verschlungen. Der erste Band erschien 1997, da war Dirk ein Jahr alt. "Aber als ich lesen konnte, habe ich sofort mit Harry angefangen", erzählt der Hauptschüler stolz. Mutter Kathrin denkt pragmatischer: "Ich habe bisher keinen der Filme gesehen - durch den Marathon verstehe ich wenigstens den neuen Teil."

"Kaffee-Flatrate
und Kissen dabei"
Zwischen den Filmen wird den magischen Marathonteilnehmer jeweils 15 Minuten Pause eingeräumt. Zeit zum Durchschnauben, denn die Filme werden von Teil zu Teil actionreicher. Im fünften Teil "Harry Potter und der Orden des Phönix" muss der Titelheld eine Menge aushalten. Zum einen wird der junge Magier von Visionen heimgesucht, und zum anderen quält ihn eine neue Lehrerin an der Zauberschule Hogwarts. Potzblitz!
"Gerade das mag ich an der Serie", sagt Elke Lutzka. "Die Geschichten gefallen Kindern, haben aber auch tolle Momente für Erwachsene." Es gefällt ihr, mit dem Helden mitzufiebern: "Damit flüchte ich mich aus dem Alltag. Man wird in andere Welten hineingezogen." Die 38-Jährige ist mit Ehemann Frank da. "Meine Frau hat mich infiziert", lacht er.
Auch wenn die 300 Hardcore-Harry-Fans im Saal fast unisono die Bücher bevorzugen, dieser Tag im Kino fasziniert sie alle. "Ich bin damit einen Tag im Magierreich", bringt der 11-jährige Dirk es auf den Punkt. Für einen Muggel wie ihn ist das sonst eben schlecht möglich.

"Ein ganzer Tag
im Magierreich"
Nach dem vierten Teil servierte das Kino ein chinesisches Büffet, ganz nach dem Geschmack von Harry-Freundin Cho Chang. Die wird der "Quidditch"-Spieler schließlich im neuen Film küssen dürfen. Das wird gegen 1 Uhr auf der Leinwand zu sehen sein.
Auch wenn die eine Hexe oder der andere Zauberer trotz Getränken und Verteidigung gegen die dunkle Müdigkeit zwischendurch kurz wegnickt - in diesem Moment werden alle wieder komplett konzentriert im Bann ihres Helden stehen.


m bp

#728- Rezension: Weltreise mit 19 PS

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Kultur

Rezension: Weltreise mit 19 PS
Einmal um den Block

Im Januar 1956 macht sich der Bremer Kaufmann Wolfram Block in einem Lloyd LP 600 auf eine Weltreise, die ihn durch Südosteuropa, Asien, Nordamerika und ein Jahr und fünf Monate später wieder zurück nach Bremen führen wird. Sein Reisetagebuch erschien nach dessen Weltreise bereits als Jugendbuch mit Strichzeichnungen; nun wird es zusammen mit Wolfram Blocks Fotografien neu herausgegeben.

Insgesamt 89.100 Kilometer legt Wolfram Block auf seiner Reise zurück, davon 53.300 auf Straßen, Feldwegen und Wüstenpisten mit dem Auto, einem Lloyd-Kleinwagen mit 600 ccm Hubraum, den er vom Hersteller, der Borgward-Gruppe, gestellt bekommt. Den Rest – Geld für Essen und Sprit – muss Block aus der eigenen Tasche aufbringen, denn für großangelegte Unterstützung fehlt dem Bremer Automobilhersteller, der 1961 Konkurs anmelden wird, die Bereitschaft. In ein ungewisses Jahr 1956 startet Wolfram Block und macht sich auf den Weg, der zunächst über Jugoslawien, die Türkei, Irak und Iran nach Indien führt. Die Sowjetunion verweigert Block kategorisch die Einreise. Er übernachtet entweder im Wagen und ernährt sich von Zigaretten, Brot und Bohnen aus der Dose oder kehrt in ein auf dem Weg liegendes Gasthaus ein. Zwischendurch ist Wolfram Block auch Gast von im Ausland lebenden Deutschen, zum Beispiel einem in Teheran wohnenden Ehepaar. In der Türkei freundet sich Block mit dem Deutschlehrer Kemal Bey an, dessen Unterricht er beurteilen soll und bei dem er dafür kostenlos speisen und logieren darf.
Über Ceylon, Malaysia und Indonesien gelangt der Globetrotter nach Australien, wo Wolfram Block schließlich das Geld ausgeht und ihm nichts anderes übrig bleibt, als von August bis November, also im australischen Frühling, einer geregelten Arbeit nachzugehen – ausgerechnet bei der Lloyd-Vertretung "Stokoe Motors" in Melbourne. Block wird "Mädchen für alles" und darf Kühlschränke schleppen, Vergaser "einregulieren" (nicht von Autos, von Rasenmähern) und zum Schluss sogar die Borgward- und Lloyd-Modelle des Händlers verkaufen. Zusammen mit den Zeitungsinterviews, die der Weltreisende nun immer öfter geben muss, hat er im November schließlich genug Geld zusammen, um seine Reise fortzusetzen; natürlich nicht, ohne ein Foto von der Ankunft des Olympischen Feuers in Melbourne zu schießen. In den Vereinigten Staaten stößt Block schließlich auf großes Interesse, denn für die Lloyd-Vertreter vor Ort, die den Zweizylinder-Kleinwagen ins Land der Straßenkreuzer importieren, ist der Weltreisende aus Deutschland eine wirksame Werbung und beschert ihnen eine unerwartete Steigerung der Verkaufszahlen.
Eigentlich mit der Absicht, das Jugendbuch aus den 50er Jahren über Blocks Weltreise neu aufzulegen, nahm Herausgeber Jan Eggermann Kontakt mit dem inzwischen 85 jährigen Wolfram Block auf. Schon bald wurde offensichtlich, wie sehr der Inhalt des Reisetagebuchs damals unter der Kürzung gelitten hat und wie viele unveröffentlichte Fotos zur Verfügung stehen, worauf das ursprüngliche Projekt einer unveränderten Neuauflage entsprechend geändert wurde. Ein Abenteuerroman ist die "Weltreise mit 19 PS" nicht, dafür aber ein authentisches Stück Fünfziger-Jahre. Die Einträge aus dem Reisetagebuch Wolfram Blocks sind voller Anekdoten, Eindrücke von Land und Leuten, historischer Verweise und technischer Details. Blocks Stil ist leicht verdaulich und sein Humor manchmal ein klein wenig schadenfroh, so zum Beispiel, wenn er des besseren Getriebeübersetzungsverhältnisses wegen rückwärts eine Passstraße hinauffährt und an zahlreichen liegengebliebenen Lkws vorbeizieht.
Im Nachwort des Herausgebers wird außerdem das Verhältnis der Borgward-Gruppe und ihres Gründer Carl Borgward zu Blocks Vorhaben beleuchtet. Illustriert ist das Buch mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotos, die den Lloyd auf den Stationen seiner Reise zeigen. Zwischen Fotos und Text findet man auf fast jeder Seite Abbildungen aus dem Fahrtenbuch Blocks, von Dokumenten, Visa, Zeitungsausschnitten und Karten. Fazit: Die "Weltreise mit 19 PS" ist ein interessantes Zeitzeugnis und Bildband, nicht nur für diejenigen, die sich für alte Autos oder ferne Länder begeistern.

m abc

Verlag: edition Garage 2cv
www.garage2cv.de
ISBN: 978-3980908238
Preis: 34,80 Euro
1. Auflage, Dezember 2006
159 Seiten
Â

#727- Vegetarische Vampire

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Kultur

Vegetarische Vampire
Die Story mit Biss

Tot. Bruno ist tot. Seit einem Jahr weilt der nette, zottelige Problembär nicht mehr unter uns. Ein letztes Mal bäumte sich der mächtige Körper, dann sank er nach unten, in die ewigen Jagdgründe. Sein Tod unergründlich, die Frage nach dem "Warum?" bleibt. Wurde sein Leben wirklich durch den tödlichen Schuss einer Flinte beendet, wie große Zeitungen und TV-Nachrichten uns reißerisch glauben machen wollten?

Oder kam alles ganz anders, und die aufgebauschte Story war nichts weiter als eine plausible Erklärung für einen tiefgründigen Sachverhalt, der mit menschlichem Verstand nur schwer greifbar ist…?
Klärung schafft in diesem Zusammenhang vielleicht das neue Buch von Stephenie Meyer "Eclipse", das am 7. August in die Läden kommt. Schon in den zwei Teilen davor, "Twilight" (Bis/s zum Morgengrauen) und "New Moon"(Bis/s zur Mittagsstunde), beschäftigt sie sich mit der etwas anderen Vampir-Thematik: Guten Vampiren, die sich von Grizzlies, Rehen und anderem Getier ernähren. Sie sehen sich als die Vegetarier unter den Vampiren und vergleichen ihren Lebensstil mit der Ernährung von Tofu: Es macht dich zwar nicht komplett satt, aber dennoch stark genug, um weiter zu leben, zu existieren. Im Gegensatz zu blutrünstigen Gestalten ihrer Art fühlen sich diese sesshaften Vegetarier unter den Vampiren dazu berufen, unter Menschen zu leben und Leben zu retten, anstatt sie auszulöschen.

Biss zum Morgengrauen
Nach jahrhundertelangem Training hat der älteste Vampir Carlisle, der mit seiner Gefährtin Esme fünf Vampir-Teenager adoptiert hat, die Fähigkeit erlangt, menschliches Blut zu sehen, ohne den alles dominierenden Hunger zu verspüren und arbeitet als Chirurg im Krankenhaus. In dem Städtchen mit dem höchsten Jahresniederschlag ist der Himmel stets bewölkt, die Unsterblichen können tagsüber agieren und hüten nur an einem der seltenen Sonnentage das luxuriöse Haus. Einziges Manko der makellosen Bewohner, ausgestattet mit schnellen Autos und übernatürlichen Fähigkeiten: Sie können nicht schlafen, als stets fitter Chirurg natürlich ein enormer Vorteil, doch dieser positive Effekt hat gleichzeitig einen entscheidenden Nachteil: Wer nicht schlafen kann, kann sich auch nicht näher kommen… Denn was passiert, wenn gegen Ende der Highschool-Zeit die Liebe ins Spiel kommt? Und zwar zwischen der Sterblichen Bella, gerade einmal 17 Jahre jung und dem seit 80 Jahren charismatischen, musikalischen Untoten Edward im Körper eines ewig 17 Jährigen, der die Gedanken von beinahe allen Menschen und Untoten um sich herum lesen kann? Die Liebesbeziehung mit einem Vampir ist alles andere als ungefährlich. Inwiefern können beide gegen das ankämpfen, was sie sind und ihre Triebe kontrollieren, ohne dass alles in einem blutigen Fiasko endet?

Dark Romance
"About three things I was absolutely positive. First, Edward was a vampire. Second, there was a part of him – and I didn’t know how dominant that part might be – that thirsted for my blood. And third, I was unconditionally and irrevocably in love with him…” Durch die Story führt Bella. Sie schildert ihre Erlebnisse mit den charmanten Untoten aus der sterblichen Perspektive. Eine interessante Wende im Vergleich zu den Chroniken der Vampire von Anne Rice, in denen der Leser das Geschehen stets aus Sicht der Blutsauger erlebt. Die Folge sind urkomische Dialoge, die das Buch zu einer unheimlich unterhaltsamen Lektüre werden lassen.
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Entstehungsgeschichte der Trilogie. Denn Autorin Stephenie Meyer hatte nie die Absicht, einen Vampir-Roman (oder überhaupt jemals ein Buch) zu schreiben. Eines Nachts träumte sie von einem wunderschönen, makellosen Vampir, der mit einer Sterblichen gemeinsam auf einer Lichtung stand und sich in sie zu verlieben schien. Meyer war fasziniert von ihrem Traum und den Charakteren, und um, wie es bei Träumen allzu leicht passiert, von dem Traum und seinen Details nichts zu vergessen, setzte sie sich an den Computer und fing an, sie aufzuschreiben - und zu schreiben und zu schreiben und zu schreiben…
Entstanden ist ein etwas anderer Vampir-Roman. Natürlich dürfen in diesem Rahmen auch die klassischen Konflikte nicht fehlen. Vor dem Hintergrund der ungewöhnlichen Beziehung werden die uralte Vampir-Werwolf-Thematik, der Kampf Gut gegen Böse, das Opfern des eigenen Lebens für jemand anders, (moralische) Schwierigkeiten rund um die Transformation von Sterblich zu Unsterblich und last but not least vegetarische gegen menschenblutsaugende Vampire in einer bissig-alternativen Romeo und Julia-Facon behandelt.
Der dritte Teil erscheint pünktlich zu den Semesterferien am 7. August, Teil IV ist bereits für Herbst 2008 in Planung. Und ein Ende ist nicht abzusehen…

m jbö

Stephenie Meyer "Twilight"      Stephenie Meyer "New Moon”
ISBN-10: 0-316-01584-9Â Â Â Â Â Â ISBN 978-1-904233-87-9
$8.99               U.K. £ 9.99
Stephenie Meyer "Eclipse” ab 7. August erhältlich.
Â

#745- BookCrossing - wenn Bücher reisen Von der Sucht, Bücher auszuwildern

Geschrieben von FF am . Veröffentlicht in Kultur

BookCrossing - wenn Bücher reisen Von der Sucht, Bücher auszuwildern
Mancher Leserin, manchem Leser mag es vielleicht schon bekannt sein oder vielleicht betreibt er oder sie es ja sogar schon selbst: "bookcrossing". Im Englischen bezeichnet es das Reisen von Büchern von einer Hand zur nächsten. Diese neue Form der literarischen Reise wird vor allem von einer großen Community im Internet unterstützt.

#745- Viel mehr als nur das Schauspielhaus

Geschrieben von eRe am . Veröffentlicht in Kultur

Viel mehr als nur das Schauspielhaus

Kultur in BO: Da ist für jeden etwas dabei!
Wer sich schon immer gefragt hat, ob es in Bochum Kultur nur im großen Schauspielhaus gibt, dem sei hier gesagt: Nein, gibt es nicht! Es gibt hier viel mehr Kultur, man muss nur wissen, wo man danach suchen muss.

#736- Es ist Juli

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Kultur

Die bsz und ein begeisterter Redakteur der renommierten "Aachener Nachrichten" liefern euch im Vorgang der Mensaparty wichtige Hintergründe. Folge eins: Juli