Ausstellung: „Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg“

Geschrieben von mr am . Veröffentlicht in Kultur

Die Arbeitssklaven der Nazizeit

„Wissen Sie, für uns Deutsche zählt das Leben eines Franzosen gar nichts“, lässt die große, uniformierte Frau von der Gestapo den jungen Franzosen Jacques Leperc wissen, als diesem im Oktober des Jahres 1943 in der Münchner Gestapo-Zentrale vorgeworfen wird, englischen Rundfunk gehört zu haben. Knapp ein Jahr zuvor ist Leperc mit einer Gruppe Landsleute von deutschen Soldaten nach Bayern gebracht worden, um dort unter menschenverachtenden Bedingungen in den Luftfahrtbetrieben der BMW AG zu arbeiten. Bis zu dem Zeitpunkt des Verhörs sei er zwar nur schikaniert, nicht jedoch geschlagen worden, erzählt Leperc in seinem Zeitzeugenbericht. Das Schlimmste habe ihm und seinen Zwangsarbeiter-Kollegen da aber noch bevorgestanden.

 

Gisbert zu Knyphausen entzaubert sich selbst

Geschrieben von CMP am . Veröffentlicht in Kultur

Hurra! Hurra! – So bitte nicht

 

3-2-web-knyphausen-cmpZugegeben: Er ist ein ganz Großer. Der deutschsprachige Liedermacher Gisbert zu Knyphausen gilt vielen Fans als Erlöser aus der andauernden Misere des belanglosen Party-Liedermachertums. Leider hält seine Live-Performance mit der Erwartungshaltung des Publikums nicht mit.

Wer ist alles dagegen?

Geschrieben von fik am . Veröffentlicht in Kultur

wikimedia-Simplicus-CC-BY-SA-3Piraten wollen Bürgerentscheid zum neuen Musikzentrum

Die Pläne zum Musikzentrum in der Bochumer Innenstadt nehmen immer konkretere Züge an. Der Streit um das ursprüngliche Konzerthaus für die Bochumer Symphoniker auch. Die jahrelange Diskussion schien ein Ende zu haben, nachdem der Rat der Stadt Bochum am 1. März den Architekturwettbewerb beschlossen hat. Jetzt wollen die Bochumer Piraten, dass die Bürger_innen über das Mammutprojekt entscheiden.

Der Mensch und das Naturkonstrukt

Geschrieben von mr am . Veröffentlicht in Kultur

3.1-rabe--CC-BY-NC-ND-2„Wenn das Schlachten vorbei ist“, der neue Roman von T.C. Boyle

„Ratten […] sind weltweit für sechzig Prozent des Aussterbens von Inselpopulationen verantwortlich“, erklärt die Romanfigur Alma Boyd Takesue zu Beginn des Romanes „Wenn das Schlachten vorbei ist“. Und weil diese Ratten nun auch die Population der Bodenbrüter und Pflanzenwelt auf einer kleinen Insel vor der Küste Kaliforniens bedrohen, macht die Biologin Werbung dafür, diese Ratten kurzerhand auszurotten, um die bedrohten Arten zumindest auf dieser Insel zu erhalten. Was - staatlich finanziert - dann auch geschieht. Alles wieder im Lot? Nein, denn auf der deutlich größeren Nachbarinsel machen vom Menschen eingeführte und nunmehr verwilderte Schweine den einheimischen Inselfüchsen das Leben schwer. Auch diese müssen also ausgerottet werden. Oder etwa nicht? Dave LaJoy, die zweite Hauptfigur des Romans und Almas direkter Gegenspieler, ist der Meinung, man dürfe überhaupt keine Tiere töten. Weder Ratten, noch Schweine, noch sonst irgendwelche. Der aggressive, Obdachlose verachtende Dreadlockträger Dave versucht daher mit allen Mitteln, das Vorgehen der Naturschutzbehörden zu verhindern, um auf seine Weise die Natur zu schützen.

Uneinig Faselland

Geschrieben von mr am . Veröffentlicht in Kultur

3-2-Frauke-Finsterwalder-KrachtChristian Krachts neuer Roman „Imperium“ und die Kritik

„Imperium“, der neue Roman von Christian Kracht, sorgte schon vor dem offiziellen Verkaufsstart in zahlreichen Printmedien für Aufregung. Die LiteraturkritikerInnen ließen es sich nicht nehmen, ihren Phantasien freien Lauf zu lassen und die wunderbarsten Interpretationsthesen zu spinnen. Von Tim und Struppi über Tomas Mann bis hin zu Oscar Wilde wurde einiges an Vergleichen herangezogen. Die Meinungen zu „Imperium“ reichen dabei von Begeisterung bis Entsetzen. Letztlich entwickelte sich eine Debatte, die sich mehr mit dem Autor Kracht auseinandersetzt als mit dessen Roman. Und wie schon beim Fall Hegemann beschäftigt sich die Literaturkritik letzten Endes eher mit sich selbst als mit dem Gegenstand ihrer Betrachtung: dem Text. Um diesen soll es hier aber gehen.

Heidi & die Chicas laufen im Tonnengewölbe

Geschrieben von Chs am . Veröffentlicht in Kultur

Actionlesung und Uraufführung im Rottstr5 Theater

3-2-Nermina-KukicHeidi Klum im Reclam-Format: Schwachsinn oder künstlerisches Statement? Am 3. Februar bringt das Bochumer Rottstr5 Theater als erstes Theater der Republik das studentische Projekt von Gregor Weichbrodt und Grischa Stanjek als Action-Lesung auf die Bühne. Was als Einzelveranstaltung mit Sonderstatus geplant und deswegen innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war, wird wegen der großen Nachfrage am 9. März wiederholt.