The Boys are back

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2-2a-the-dorn-shamrockThe Dorn Shamrock so gut wie vor 20 Jahren

Darauf einen Korn. The Dorn Shamrock sind zurück und rocken das Rottstr.5-Theater. Das bedeutet Punkrock á la The Clash aus dem Ruhrpott. Seit über 20 Jahren in Originalbesetzung zeigen die Jungs kaum Alterserscheinungen.

Hier und da glänzt das dezent ergraute Haar im Scheinwerferlicht und auch der eine oder andere Ehering ist bei den meisten Bandmitgliedern schon hinzu gekommen. Aber auf der Bühne bewegen sie sich so selbstverständlich, als wären sie körperlich noch immer in ihren Zwanzigern. Der Sänger der Band, Ulle Keye, bringt den Laden innerhalb kürzester Zeit zum Siedepunkt. Die Jahre in der „The Clash Tribute Band“ haben ihre Spuren hinterlassen. Ulle ist quasi Joe Strummer.

Doch auch der Rest der Band steht ihrem Frontmann in nichts nach. Der Drummer arbeitet mit seinen Sticks als gäb es kein Morgen mehr. Spätestens beim ersten Stiff-Little-Fingers-Cover ist kein Halten mehr. Mit jedem Song wird das Haar wilder, Schweiß fließt in Strömen und auch das Publikum flippt völlig aus. Nur der Bassist ruht während der gesamten Show sehr balanciert in sich. Mit einer Attitüde der Teilnahmslosigkeit versetzt er die Szene in die 80er. Damals, als The Dorn Shamrock durchstarten wollten. Plattendeal bei Root-Records, erste Gigs in England und so weiter. Aber dann hatte Produzent Franz K. das Debüt versaut und langsam kam die Welle zum Erliegen. Die Gigs wurden weniger und als eines Tages das Roof-Label an den Songrechten interessiert war, da waren die Bandmitglieder nicht bereit, die Rechte abzugeben. „Ein Fehler aus heutiger Sicht“, wie Frontmann Ulle berichtet. Eigentlich eine typische Punkgeschichte.

Der Clash-Sound

Was blieb, ist dieser typische Clash-Sound, der auch heute noch vom Hocker reißt. Das Konzert wird immer schweißtreibender. Das Cover von „White Man in Hammersmith Palais“ fügte sich schnörkellos ins Repertoire ein. Überhaupt ist hier heute Oldschool angesagt. Das ist der Sound der ersten Generation. Auch heute klingt er noch frisch. Es wird die Zeit zeigen, ob man das eines Tages auch über Green Day wird sagen können. Im Grunde genommen könnte man heutzutage wieder bei Joe Strummer weitermachen und die ganzen Crossover-Versuche von Turbonegro oder Social Distortion über Bord werfen.

Ein großartiges Konzert alter Schule. Bleibt zu hoffen, dass die Jungs sich nochmal aufraffen und wieder öfter zu erleben sein werden. Da sich auch die Crew der Rottstr5 hinter der Bühne zum Fan-Dasein bekannte, wären sie wohl jederzeit bereit, Dorn Shamrock in ihren Hallen ein Konzert spielen zu lassen.