Vorgetäuschte Übersichtlichkeit

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2-2-Rottstr5Rottstr5-Galerie erkundet Lebenslabyrinth

Die wohl bekannteste Straße in Bochum ist momentan weder die Königs­allee, noch der Massenbergboulevard, sondern die Rottstraße. Hier hat sich neben dem viel gelobten urbanen Off-Theater auch eine Gruppe KünstlerInnen niedergelassen, um mit ihrer Galerie eine neue kreative Keimzelle zu schaffen.

Die Räume wirken pur und hell. Der atmosphärische Eindruck der Galerie verstärkt sich besonders durch die  Auswahl der verschiedenen Kunstobjekte. Aktuell stellt die Rottstr5-Galerie Werke des Künstlers Giorgos Karatzidis aus und überrascht mit kulturellen Projekten wie einer inszenierten Lesung von Maria Wolf und Steffen Reuber. Die beiden Schauspieler trugen von atmosphärischem Klavierspiel von Dorothee Emondts begleitet Texte von Witek Danielczok zum Thema „Labyrinth“ vor. Optisch begleitet wurde die Veranstaltung durch die Werke von Giorgos Karatzidis. So wird schon kurz nach Beginn der Lesung klar: Wir verlieren uns eigentlich täglich in einem Labyrinth, dessen Mauern lediglich entvisualisiert wurden. Der optische Verzicht auf Mauern täuscht Übersichtlichkeit vor. Und doch werden die Mauern irgendwann sichtbar. Geglaubtes, Gewohntes, Gelerntes – das ist der Stoff, aus dem Konventionen bestehen. Die täglichen Täuschungen werden gleich mitgeliefert und erinnern uns daran, wie begrenzt unser Dasein wirklich ist. Nicht nur zeitlich und räumlich, sondern nicht zuletzt auch durch unser Denken. Schließlich ist die größte Schwierigkeit, die Dinge, die man ändern kann, von denen zu unterscheiden, die man nicht ändern kann. 
Wer diesen Fragen auf den Grund gehen möchte, kann dies in der Rottstr5-Galerie montags bis freitags von 16 bis 20 Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr versuchen.