#776 - Demokratie verpflichtet!

Geschrieben von jk am . Veröffentlicht in ErstiAusgabe

Einblick in die studentische Selbstverwaltung

Vereinzelt hängen sie noch an den Wänden: die Plakate aus dem Wahlkampf für das Studierendenparlament. Ende Januar konkurrierten wieder über 450 Studierende – organisiert in elf Hochschulgruppen – um den Einzug ins Studierendenparlament der Ruhr-Uni. 35 gewählte ParlamentarierInnen werden nun für ein Jahr die Interessen der Studierenden vertreten. Doch an der Ruhr-Uni gibt es noch viel mehr studentische Selbstverwaltung. In diesem Artikel wollen wir Euch einen ersten Einstieg geben.

Die nächste Möglichkeit, aktiv von den eigenen demokratischen Rechten an der Uni Gebrauch zu machen, sind die Wahlen zum Senat und den Fakultätsräten im Juni. Die Fakultätsräte sind die zentralen Gremien der einzelnen Fachbereiche und entscheiden maßgeblich über Organisation von Studium und Forschung in den jeweiligen Fakultäten. In jedem Fakultätsrat sitzen auch drei Studierende, die von den Studentinnen und Studenten der Fakultät gewählt werden. Der Senat, der am selben Tag neu zu besetzen ist, ist für allgemeine Angelegenheiten zuständig, die von fakultätsübergreifender und gesamtuniversitärer Bedeutung sind. Neben den HochschullehrerInnen, den wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und den MitarbeiterInnen aus Verwaltung und Technik, bilden auch die Studierenden eine Senatsfraktion. Diese besteht aus vier Mitgliedern und wird von der gesamten Studierendenschaft der Ruhr-Uni gewählt. Zwar stellt die studentische Fraktion nur eine Minderheit (vier von insgesamt 25 Sitzen), sie hat aber dennoch die wichtige Aufgabe, gerade in Auseinandersetzungen mit weiteren VertreterInnen der Ruhr-Uni studentischen Interessen regelmäßig Gehör zu verschaffen.

Studierendenparlament

Als direkte Vertretung der Studierendenschaft dient das Parlament (SP) mit seinen 35 VertreterInnen. Jeweils zu Beginn des Jahres könnt Ihr Eure Favoritin oder euren Favoriten für das Parlament wählen oder Euch natürlich auch selbst aufstellen lassen. Die KandidatInnen sind in sogenannten Listen beziehungsweise Hochschulgruppen organisiert, die sich mit den Parteien auf anderen politischen Ebenen vergleichen lassen. Zum Teil stehen diese Listen/Hochschulgruppen auch den großen Parteien nahe; bei den letzten Wahlen traten jedoch mehrheitlich unabhängige Listen an. Ihr wählt aber nicht eine der Listen, sondern direkt eine/n der Studierenden. Diese Stimme kommt dann gleichzeitig der jeweiligen Liste zugute. Im Verhältnis der Stimmen werden die Sitze im Parlament verteilt. Wer für die jeweiligen Listen ins Parlament einzieht, entscheiden nun die Stimmen, die auf die einzelnen Personen entfallen sind. Ist das Parlament schließlich gewählt, wird möglichst schnell eine stabile Mehrheit zur Wahl des Allgemeinen Studierendenauschusses (AStA) gebildet. Der AStA setzt sich dann für studentische Interessen ein. Darunter fallen zum Beispiel die Einführung des NRW-Tickets im Sommersemester 2008, der Kampf gegen Studiengebühren und die Aufwertung der Uni im Zuge der Campussanierung. Zudem bietet der AStA Beratungs- und Serviceleistungen, unterstützt und veranstaltet kulturelle und politische Veranstaltungen und bereichert das Campus-Leben unter anderem durch das Angebot des Kulturcafés.

Die Fachschaftsräte und die FSVK

Für "Erstis" sind gerade die Fachschaftsräte (FSR) von besonderer Bedeutung. Wohl kaum ein/e Studierende/r der Ruhr-Uni kann behaupten, bisher nicht mit ihnen in Kontakt geraten zu sein. Sowohl zu Beginn als auch im Laufe des Studiums ergeben sich viele Probleme, die unmittelbar mit den eigenen Fächern in Verbindung stehen. Welche Veranstaltungen muss ich belegen? Was kann ich machen, wenn ich die Prüfung nicht bestehe und wo gibt es diese ominösen Scheine? Hier stehen die Fachschaftsräte mit Rat und Tat zur Seite. Mindestens einmal im Jahr veranstaltet jede Fachschaft eine Vollversammlung, zu der alle Studierenden dieses Fachs eingeladen sind. Dort werden auch die Mitglieder des Fachschaftsrats gewählt. Jeder FSR ist gleichzeitig Mitglied der FachschaftsvertreterInnenkonferenz (FSVK). Die FSVK koordiniert die Arbeit der Fachschaftsräte und repräsentiert diese gegenüber der Universität, dem AStA oder auch dem Parlament.

Weitere Informationen zur studentischen Selbstverwaltung gibt es im Internet:

Allgemeiner Studierendenausschuss:
www.asta-bochum.de

FachschaftsvertreterInnenkonferenz:
www.rub.de/fsvk

Senat der Ruhr-Uni:
www.rub.de/senat