#776 - Jugendarbeit der Rosa Strippe

Geschrieben von CMP am . Veröffentlicht in ErstiAusgabe

Café freiRAUM lädt junge Schwule und Lesben ein

Der gemeinnützige Verein für die Emanzipation homosexueller Menschen "Rosa Strippe" hat in seinem über fünfundzwanzigjährigem Bestehen bereits vieles erreicht. Erst im Dezember 2008 gewann der Verein den dritten Platz des schwulen Netzwerkes NRW für das HIV-Präventions-Projekt "Prävention interaktiv – Ich mache mit!". Neben dem Beratungsbereich betreibt die Rosa Strippe seit ungefähr zehn Jahren auch Jugendarbeit. Das Café freiRAUM hat sich zum beliebten Treffpunkt junger Schwulen und Lesben entwickelt. Die bsz sprach mit der für die Jugendarbeit der Rosa Strippe zuständigen Diplom-Pädagogin Linda Anscheit.

Linda Anscheid (Diplompädagogin, Rosa Strippe - Jugendarbeit)Das Café freiRAUM befindet sich in den Räumen der Rosa Strippe, Kortumstraße 143, und bietet diverse Angebote für Lesben und Schwule vom 14. bis zum 27. Lebensjahr an. Linda Anscheit betont im bsz-Gespräch, dass jede/r willkommen sei. Das Café bietet jungen homosexuellen Menschen einen Raum, in dem sie so sein können, wie sie wollen, ohne Angst vor Diskriminierungen haben zu müssen. Auch kann im Café offen über das Coming-Out gesprochen werden. Neuerdings befindet sich im Café sogar eine Bibliothek, in der beispielsweise die Bücher von Mirjam Müntefering oder Stephan Niederwieser gelesen oder ausgeliehen werden können. Ein weiteres Augenmerk verdienen die regelmäßigen Veranstaltungen im freiRAUM. So findet jeden Montag ein "girls-day", jeden Dienstag ein "boys-day" und jeden Freitag ein "mixed-day" von jeweils 16.00 bis 22.00 Uhr statt. Doch damit nicht genug: Ab dem 5. März startet das Projekt "HeimSpiel". Ein gruppenpädagogisches Angebot, zu dem jeden Donnerstag von 18.00 bis 21.00 Uhr zu Aktionen, Spiel und Freizeit eingeladen wird. Ziel wird es sein, die Selbstorganisation sowie die Eigenverantwortung der Jugendlichen zu fördern.

Für ein schwul/lesbisches Jungendzentrum in NRW

Doch die engagierte Jugendarbeit der Rosa Strippe beschränkt sich nicht nur auf das Café freiRAUM. Unter dem Ziel ein schwul/lesbisches Jugendzentrum in NRW zu gründen, erfolgt eine landesweite Vernetzung. Linda Anscheit erklärt, dass das Projekt "JuLe" (Junge Lesben im Pott) in Kooperation mit den Städten Dortmund (Sunrise), Gelsenkirchen (The Point), Essen (Café Vielfalt) und Mühlheim (enterpride) ab Sommer 2009 bis zum Ende des Jahres in fünf Städten diverse Aktionen starten wird. Doch neben der Organisation von Open Stages, Lesungen und Speed Datings gilt "JuLe" auch als Anlaufstelle für das Lesbenfrühlingstreffen zu Pfingsten in Köln. Hier können sich die Teilnehmerinnen kennenlernen und Fahrgemeinschaften bilden. Zum Lesbenfrühlingstreffen werden in diesem Jahr neben zahlreichen Events auch eine Jugend-Area und ein Meeting-Point für junge Lesben realisiert.

Die Jugendarbeit der Rosa Strippe hat sich zu einem Erfolgsprojekt entwickelt. In einer Gesellschaft, in der es immer noch zu Homophobie und Diskriminierung von homosexuellen Menschen kommt, gelang dem Verein Beachtliches. Nun sei es wichtig, so Linda Anscheit im bsz-Gespräch, dass befristete Stellen erhalten bliebe und das Angebot erweitert werde. Daher werden für das Jahr 2010 höhere Forderungen im kommunalen Kinder- und Jugendförderplan angestrebt. Wir wollen hoffen, dass bei den Verantwortlichen der Groschen fällt.

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Kontakt:

www.rosastrippe.de

www.freiRAUM-bochum.de

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Weitere Links zum Thema:

- Junglesbenportal:
www.gorzi.de

- Schule ohne Homophobie:

www.schule-der-vielfalt.de

- Bed & Breakfast Network:

www.ebab.de