Gestatten, Ruhr-Uni!

Geschrieben von Mnd am . Veröffentlicht in ErstiAusgabe

1-1-Neu-fikHallo! Neu hier? Schön. Hiermit haltet ihr eine druckfrische Ersti-bsz in den Händen. Wir wollen euch eine erste Orientierung geben für das, was da alles auf euch zukommt. Die Uni ist nämlich viel mehr als nur ein Ort zum Lernen und Lesen. Aber der Reihe nach.

 


Es gibt, grob gesagt, zwei Möglichkeiten, das Studium durchzuziehen. Ihr könnt euch ganz auf eure Vorlesungen und Seminare  konzentrieren und das Unigelände nur betreten, wenn ihr müsst. Das ist zwar langweilig, aber effizient. Regelstudienzeit? Kein Problem, der „freie Arbeitsmarkt“ wartet schon auf euch. Oder ihr könnt euch Zeit nehmen und entdecken, wie ihr die Uni mitgestalten könnt. Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, euch zu engagieren – auch über den Campus hinaus. Das verspricht einen Mehrwert, der über das bloße Aufsaugen von Wissen hinausgeht.

Demokratie spielen

Das Herzstück studentischer Mitbestimmung bildet der Allgemeine Studierendenausschuss, kurz AStA. Der funktioniert im Grunde wie eine Regierung. Und wie das bei Regierungen so ist oder sein sollte, wird auch der AStA von den Studierenden im Studierendenparlament (StuPa) demokratisch gewählt. Das StuPa setzt sich wiederum aus verschiedenen „Listen“ zusammen, die, um im Bild zu bleiben, den Parteien eines Parlaments entsprechen. Wenn ihr schon eine politische Heimat habt, könnt ihr euch an die parteinahen Listen wenden. Da gibt es Listen der FDP (Liberale Hochschulgruppe), der Grünen (Grüne Hochschulgruppe), der Piraten, der SPD (Jusos) und den CDU-nahen Ring Christlich Demokratischer Studierender (RCDS). Anders als in der Bundespolitik können die sich aber nicht so recht zusammenraufen.
Daneben stehen weitere Listen, die parteiunabhängig sind. Das sind aktuell die Linke Liste (LiLi), die SWIB (Schöner Wohnen In Bochum), und die Internationale Liste (IL). Außerdem gibt es zwei fachbezogene Listen, die Liste Naturwissenschaften (NAWI) und die GEWI (Liste der Geistes-, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften). Den momentanen Asta bilden Jusos, NAWI, GEWI und die IL.

Wie im richtigen Leben

Bei den StuPa-Wahlen, die einmal im Jahr stattfinden, könnt ihr eine Liste mit eurer Stimme unterstützen. Das ist auch wichtig, denn wie im „richtigen Leben“ lebt so ein Parlament von einer regen Wahlbeteiligung. Die Zusammensetzung des jeweiligen AStAs hat Auswirkungen auf viele Bereiche des Campuslebens. Da geht es um politische und kulturelle Veranstaltungen, die in jedem Semester angeboten werden, also zum Beispiel Konzerte oder Diskussionen zur aktuellen Politik. Oder um die Finanzierung von Projekten. Auch nicht-Unibezogenes kann unterstützt werden, etwa Protestaktionen gegen Nazis in der Region. Vielen Initiativen in der Stadt und drumherum sind die logistische und finanzielle Unterstützung durch den AStA eine große Hilfe. Klar, dass Form und Inhalt solcher Angebote stark variieren können, je nachdem, welche Koalition gerade am Drücker ist. Wenn ihr euch nicht sofort für eine Liste entscheiden könnt und auch die Wahlprogramme wenig hergeben: Die Listen freuen sich immer auf Besuch bei ihren regelmäßigen Treffen.
Einen kompakten Überblick über den Campus, Bochum und die Region findet ihr in dem vom Akademischen Förderungswerk (Akafö) herausgegebenen  Bo-Timer. Der kostenlose Kalender informiert euch unter anderem über studentische Wohnmöglichkeiten, BAföG, Studi-Jobs, Kultur und Freizeit und den Nahverkehr. Reinschauen lohnt sich!

WIR sind die Uni

Das ist vielleicht am Anfang zu viel auf einmal. Ihr werdet aber schnell merken, dass an der Uni auch nur mit Wasser gekocht wird. Natürlich, die pompöse Eröffnungszeremonie im Audimax ist schon beeindruckend. Aber ansonsten finden dort vor allem schnarchige Orgelkonzerte statt. Im Uni-Alltag wird es also eher weniger frequentiert. Gewöhnt euch schon mal an viel zu kleine, stickige Seminarräume. Ach ja, eins noch: Die Ruhr-Uni hat sich vor kurzem der Exzellenzinitiative als Elite-Uni empfohlen. Daraus wurde zum Glück nichts, denn wir wollen keine elitäre Wissensfabrik sein, sondern eine demokratische und offene Uni, die die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigt. Deshalb ist für uns Studis klar: WIR sind die Uni – und ihr ab jetzt auch. In diesem Sinne: Herzlich willkommen an der RUB!

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