Uni ist mehr als Vorlesungen

Geschrieben von mar am . Veröffentlicht in ErstiAusgabe

Lernst du noch oder lebst du schon?

3-1RUB-CupStudieren, das ist mehr als bloß in Seminaren zu sitzen, sich Vorlesungen anzuhören und unter Bücherbergen begraben zu werden, um am Ende einen Haufen Scheine und Credit Points angesammelt zu haben, den man gegen einen Bachelor-Abschluss eintauschen kann. Und so bietet der Campus nicht nur der Forschung und der Lehre Platz, sondern auch der Kunst, der Zerstreuung und Unterhaltung, dem Austausch und persönlichen Weiterbildung.
Viele dieser Möglichkeiten, sich diese besondere Zeit im Leben so angenehm und fruchtbar wie möglich zu gestalten, gehen nicht bloß auf die Uni oder das Akademische Förderungswerk (Akafö) zurück, sondern sind zu einem beträchtlichen Teil studentische Initiativen.

Akustik

Feste Größen im kulturellen Programm der Uni schon seit Jahren sind die Livemusikabende im Kulturcafé, die vom Kulturbüro des Akafö, boSKop (bochumer Studentische Kulturoperative), organisiert werden: die Bochumer Blues Session und die JAZZ|Session|BOCHUM. Jeden ersten Freitag beziehungsweise jeden zweiten Mittwoch im Monat gibt es Livemusik von ausgewählten Bands. Danach steht die Bühne allen Interessierten offen: Drauflosjammen, improvisieren oder einfach weiter zuhören.
Für diejenigen, denen das nach zu wenig Lautstärke klingt, gibt es im Mai das Bochumer Newcomer Festival im Mai, bei dem gerne gerockt wird. Bis dahin hat der AStA für dieses Semester ein paar Rock- und Metalkonzerte in Planung, die auch im Kulturcafé stattfinden werden.
Das  größte Musikereignis an der RUB ist das Uni-Sommerfest, bei welchem nicht nur drei Bühnen auf dem Unigelände aufgebaut werden, sondern auch noch ein Feuerwerk in die Luft geballert wird und sich die Sportlichen unter den Studierenden beim Unilauf beweisen können.

Motorik

Dass Studenten und Studentinnen faule Schluckspechte sind, ist ein Klischee, das ist klar (auch wenn es solche durchaus auch geben soll). Aber so ganz ohne Partys geht es doch auch nicht. Aus diesem Grund veranstalten viele Fachschaften im Semester- oder Jahrestakt Partys, manche davon genießen regelrechten Kultstatus, wie etwa die Hutparty des Fachschaftsrates Geschichte, bei welcher der ausgefallenste Hut des Abends gekürt wird, oder die BAM Trash-Music-Party der Germanistik. Gefeiert und getanzt wird entweder freitags oder donnerstags. Wo? Entweder im Kulturcafé oder in den Institutsgebäuden. Manche Partys finden auch etwas außerhalb des Campus statt, in der Diskothek Matrix im Bochumer Stadtteil Langendreer oder in der Studikneipe Hardys in der Nähe der U-Bahn-Haltestelle Markstraße.
Im Hardys ist – neben einigen anderen Aktionen – darüber hinaus auch jeder erste Samstag im Monat „Dark Saturday“ mit Gothic- und artverwandter Musik.
Körperliche Aktivität ganz anderer Art ist beim RUB Cup gefragt, dem offiziellen RUB-Studi-Fußballturnier am 26. Oktober, organisiert vom Hochschulsport und dem AStA.

Optik

Wenn es mal ein ruhiger Abend werden soll, ist Filme gucken die Aktivität der Wahl. Auch das geht an der RUB. Der Studienkreis Film (SKF) stellt jedes Semester ein ansprechendes Programm zusammen, das sowohl aktuelle Hollywoodfilme als auch hochwertige Klassiker, aber auch trashige Kultfilme zu bieten hat. Doppelvorstellungen, Themenreihen und Kooperationsvorstellungen (wie „Broker in der Krise“ am 21.11. mit Vorträgen und Diskussionen mit WirtschaftswissenschaftlerInnen und dem Film „Wall Street 2“) bereichern das Programm zusätzlich. Sehr lobenswert: Der SKF pflegt noch die untergegangene Tradition des Vorfilms!

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Lyrik

Nicht nur Musik, auch Literatur lässt sich live erleben. Diesen Herbst feiert die Literaturinitiative Treibgut ihr zehnjähriges Bestehen mit ausnahmsweise zwei Veranstaltungen im Semester: Unter dem Motto „Gestrandet 32: Die Welt ist eine Schreibe“ gibt es am 28. November im Kulturcafé und am 2. Dezember im Freibeuter im Bermuda3eck junge Literatur aus Bochum. Die gibt es übrigens auch bald zu kaufen. Zum Jubiläum erscheint nämlich die zweite Treibgut-Anthologie „Pandoras Büchsenöffner“. Als Gäste mit dabei sind Oliver Uschmann und Sebastian23. Letzterer moderiert auch den Poetry Slam im Kulturcafé am 23.10.
Noch mehr junge, originelle Literatur gibt es bei den sporadisch und spontan stattfindenden Wiesensturm-Sommerlesungen. Mit der Botschaft, dass es Wichtigeres gibt im Leben als Credit Points, frischen Texten und Freibier bewaffnet stürmen junge Literaten die Wiese vor den G-Gebäuden. Wenn‘s kalt wird, wird die Wiese gegen das HGB und das Bier gegen Glühwein ausgetauscht.
In der Lesereihe „[Lit:Lounge] – Dozenten lesen Lieblingstexte“ hat man die Gelegenheit, DozentInnen mal nicht über Theorien und Thesen reden zu hören, sondern in entspannter Atmosphäre ihren Lieblingstexten zu lauschen.

Plastik

Mit den Kunstsammlungen unterhalb der Universitätsbibliothek unterhält die RUB ein eigenes Kunstmuseum. Kostenlos kann man sich hier antike Skulpturen ansehen, die sich die Räume mit zeitgenössischer Kunst teilen. Zurzeit ist zusätzlich die Ausstellung „Bunte Götter – Die Farbigkeit antiker Skulptur“ zu sehen, die uns zeigt, dass die Antike nicht steingrau war, sondern farbenfroh. Führungen durch diese Ausstellung gibt es mittwochs und sonntags um 16.00 Uhr, durch die Dauerausstellung wird mit wechselnden thematischen Schwerpunkten jeden ersten Sonntag im Monat geführt.
Ebenfalls kostenfrei zugänglich sind die Ausstellungen im Foyer des Musischen Zentrums. Zu sehen sind meistens die Ergebnisse aus Projekten, Workshops und Kursen, die das MZ den Studierenden anbietet. Dies sind Kurse in Fotografie, Bildender Kunst, Musik und Theater.

Theatralik

Im Wintersemester 2012/13 hält die Studiobühne des MZ elf Theaterstücke bereit. Los geht es bereits am 29. September mit einem Stück aus deutsch-polnischen Kooperation. „Der Sandkasten – Piaskownica“ entstand in Zusammenarbeit der Uni Krakau und der RUB. Bis Februar gibt es unterschiedliche Darbietungen zu sehen. Ergebnisse von Optionalbereichskursen, Wiederaufnahmen und Premieren von Klassikern wie auch von Stücken aus studentischer Feder bis hin zu Improvisations- und Tanztheater.
An der RUB entstanden ist auch das Theaterfestival megaFON, dass alljährlich junge Kunst und junges Theater aus der ganzen Welt nach Bochum holt.

Botanik

Es ist kein Geheimnis, Beton ist nicht unbedingt der schönste Baustoff, und doch besteht die RUB fast nur daraus. Wem das Grau zu viel wird, sei ein kleiner Ausflug ins Grüne ans Herz gelegt. Hinter der Mensa die Treppe runter und man nähert sich dem Botanischen Garten. Genau das Richtige, um in einer Freistunde zwischen zwei Seminaren den Kopf frei zu kriegen. Im Teich gibt es Frösche, in den Gewächshäusern tropisches Klima und im chinesischen Garten eine sehr entspannende Atmosphäre.

Politik

Was einE richtigeR AkademikerIn ist, pflegt auch eine anständige, reflektierte Informations- und Diskussionskultur. Deshalb vergeht auch kaum eine Woche, in der nicht irgendwo auf dem Campus ein Dokumentarfilm gezeigt, ein Vortrag gehalten oder zu einer Diskussion eingeladen wird. Der Politische Dienstag, kurz PolDi, bietet Aufklärung zu aktuellen Themen und ein Diskussionsforum. Wissenschaftliche Gastvorträge werden oft von den Instituten organisiert. Eine medizinisch-ethisch-politische Vortragsreihe ist im Begriff sich zu etablieren. Am 12.10. gibt es etwa einen Vortrag zur gegenwärtigen Lage in Afghanistan.

Wichtig

Was für Vorträge gilt, gilt natürlich für alle anderen Gebiete auch. Die studentischen Initiativen und Fachschaften an unserer Uni leisten viel, um den Campus lebendig zu erhalten. Es lohnt sich auf jeden Fall, Augen und Ohren offen danach zu halten, was sich tut an der Uni.

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