Engagieren! Aber wie?

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2-2-web-Milestoned-CC-BY-2.0Die Studienzeit ist mehr als büffeln

Geschafft! Die Einführungsveranstaltung im Audimax ist überstanden, das Kurs-Angebot gesichtet und verlaufen hast du dich in deinem neuen Gebäude auch schon. Nun bist du endlich „an der Uni“. Doch halt – Irgendetwas fehlt immer noch. Vielleicht fallen dir die Geschichten deiner Eltern ein, wie sie damals an der Uni in politischen Gruppen aktiv waren, Transparente gemalt haben und Demos organisierten. Du willst dich ebenfalls engagieren. Aber wie? Und wo?

Zunächst das Naheliegendste: An deiner Hochschule! Hier gibt es eine Menge Initiativen, Gruppierungen und Verbände, denen du gerade richtig kommst. Als wichtigstes studentisches Vertretungsorgan fungiert der Allgemeine Studierendenauschuss, kurz AStA. Dies ist so etwas wie die „Regierung“ der Studierenden, und wird vom Studierendenparlament (StuPa) gewählt. Das StuPa wiederum setzt sich aus verschiedenen Listen der Hochschule zusammen, die immer Anfang des Jahres durch die Studierendenschaft gewählt werden. Hier kommst du ins Spiel.
Du hast nun die Möglichkeit, dich in einer dieser Listen zu engagieren. Dies können politisch unabhängige Listen sein, wie die Linke Liste (LiLi) oder Schöner Wohnen in Bochum (SWIB). Dann gibt es die parteinahen Listen: Grüne Hochschulgruppe (Grüne), RUB Piraten (Piratenpartei), die Jusos (SPD), die Jungen Liberalen (FDP) und der CDU nahe RCDS. Die weniger allgemein politischen, dafür mehr fächerorientierten Listen sind die Liste der Naturwissenschaftler (NAWI), sowie die Liste der Geisteswissenschaftler (GEWI). All diese Listen sitzen, zusammen mit der Spaßvereinigung „Der schwarze Ritter ist unbesiegbar“, im aktuellen Stupa.

Auch Kulturelles kommt nicht zu kurz: Der Studienkreis Film bietet im Semester stets eine ausgewogene Filmreihe, beim Campussender Radio c.t. werden auch lokale Interpreten präsentiert. Im Musischen Zentrum kann man seine Kreativität in den verschiedensten Kunstformen ausleben, von Bildhauerei über Musik bis hin zum Theater. Darüber hinaus freuen sich Gruppen wie „Attac Campus“ oder das Bildungsstreik-Team über Zulauf. Bei Interesse hilft wie so oft ein Klick ins Netz (www.asta-bochum.de).

Get Active – Auch außerhalb der Uni

Doch auch außerhalb vom Campus bewegt sich viel. Der traditionsreiche Bahnhof Langendreer bietet schon seit 1986 Raum für politische Aktivitäten. Er wurde ins Leben gerufen, um die schwelenden politischen Konflikte um die Bochumer HausbesetzerInnen-Szene zu befrieden. Da man alternative Wohnprojekte wie das Heusnerviertel geräumt hat, bot man den AktivistInnen das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofes als Treffpunkt an. Neben den regelmäßig stattfindenden Kulturveranstaltungen wie Partys, Konzerte und Lesungen finden hier die verschiedensten politischen Gruppen einen Platz, aktuelle politische Themen werden stets kontrovers begleitet. Hier trifft sich das Friedensplenum, Dritte-Welt-Solidaritätsgruppen, Anti- Atominitiativen, Queer- und Gendergruppen, aber auch Verbände wie Religionsfrei im Revier oder die Rote Hilfe Bochum. Wenn du also Party und Politik verbinden möchtest, bist du hier an der richtigen Adresse. Nur echt mit schwarz-rotem Stern auf dem Dach.
In etwas kleinerem Rahmen, dafür aber umso spannender präsentiert sich das „Soziale Zentrum“ (SZ) in der Schmechtingstraße. Was von außen wie eine unscheinbare Eckkneipe wirkt, beherbergt eine ganze Reihe Bochumer Initiativen. Neben eher theoretischen Zirkeln wie der Kommunistischen Gruppe Bochum oder der AG feministische Theorie und Praxis gibt es hier kostenfreie Sozialberatung, einen Kost-Nix-Laden, das alternative Medienprojekt Notstand sowie die Bochumer Geschichtswerkstatt. Außerdem finden auch hier regelmäßig Diskussionen zu aktuellen politischen Themen statt. Den lockeren Rahmen im SZ bildet die EntflammBar, du kannst also erst mal auf ein Bier vorbeischauen, und dich in Ruhe informieren.

Vernetzung lohnt sich

Ein guter Tipp ist auch das Internetportal bo-alternativ.de. Dieses hat den Anspruch, gesellschaftskritischen, linken, eben alternativen Gruppen und Projekten eine Plattform zu bieten. Es gibt, neben stets aktueller Berichterstattung aus dem politischen Bochum, auch eine umfangreiche Link-Sammlung diverser Initiativen. Hier kannst du Kontakt aufnehmen zu antifaschistischen Gruppen, Homosexuellen- und Queerberatung, feministischen, internationalistischen und kulturellen Vereinen.
Du siehst also: Es ist einiges los in Bochum! Den aktuellen Überblick darüber, was so alles in Bochum läuft, findest du (im Semester) wöchentlich in Deutschlands dienstältester Uni-Zeitung: Deiner bsz. Wir sehen uns.