„Wir ertragen es nicht mehr.“

Geschrieben von rvr am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Flüchtlingsprotestmarsch von Würzburg nach Berlin

2-2-header2-copy

Seit Samstag sind sie unterwegs, 600 Kilometer zu Fuß von Würzburg nach Berlin: Rund 60 Flüchtlingsaktivist*innen haben kollektiv und öffentlich die Residenzpflicht gebrochen – eine der umstrittensten Regelungen im deutschen Asylverfahrensgesetz. Die aufsehenerregende Aktion ist der bisherige Höhepunkt der bundesweiten Flüchtlingsproteste. Seit inzwischen sechs Monaten fordern die Betroffenen mit Protestcamps und Hungerstreiks menschenwürdige Lebensverhältnisse, einen sofortigen Abschiedsstopp und die Abschaffung der Flüchtlingslager. Eine Demonstration mit etwa 450 Teilnehmer*innen hat die Aktivist*innen am Samstag in Würzburg verabschiedet. Unterstützung für die Protestierenden gibt es auch in Bochum.

 

Gedenken reicht nicht

Geschrieben von Nina Nachtigall am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Rassismus tötet immer noch

3-1-screenshot-youtube-hoyerswerda

Ein Blick in die Presse zeigt schnell – die Diskussion um das Asylrecht ist mal wieder aufgeflammt. Neben den leider alltäglichen Dramen von EmigrantInnen auf dem Seeweg über das Mittelmeer schafft es nun auch die Diskussion um die Aufnahme von syrischen Kriegsflüchtlingen die Schlagzeilen.

 

Die Poesie des Bürgerkriegs

Geschrieben von CMP am . Veröffentlicht in Kultur

Neuer Tiqqun-Band im Laika-Verlag

3-2-wikimedia-Library-of-Congress-gemeinfrei

Der nächste Aufstand kommt bestimmt. Diesen Eindruck erweckt der Buchmarkt, angesichts der Fülle an neuer Empörungsliteratur. Mit der „Anleitung zum Bürgerkrieg“ betritt das anonyme französische Autorenkollektiv Tiqqun einmal mehr das revolutionär-publizistische Spielfeld, das es in den letzten dreizehn Jahren maßgeblich mitgeprägt hat. Die große Geste des transgressiven Widerstands.

Ein Bürgerbegehren auf Abwegen

Geschrieben von rvr am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

Mit Sexismus gegen das Musikzentrum

wikimedia

„Leider ist die von uns gestern durchgeführte Pussy-Riot Aktion nicht so verlaufen wie dies von uns beabsichtigt war.“ Nach der vernichtenden Kritik an ihrer jüngsten Publicity-Maßnahme rudern die Verantwortlichen des Bürgerbegehrens gegen das Bochumer Musikzentrum zurück. Um Aufmerksamkeit für ihre Unterschriftensammlung zu generieren, hatten sie Pornodarstellerinnen nach Bochum gekarrt, um die in Russland kriminalisierte feministische Punkband nachzuäffen. Späte Einsicht nach einer misslungenen Aktion? Kaum. Die infame sexistische Struktur der Aktion bleibt bisher unreflektiert.

:bsz Kolumne: Talk Total

Geschrieben von mar am . Veröffentlicht in Kolumne

Er ist gelernter Metzger, doch anstatt Rinder und Rüsseltiere zu zerhacken und in ihre eigenen Därme zu pressen, zog er aus, die Medienwelt zu verwursten. Stefan Raab, was kann er nicht alles? Er singt, spielt Ukulele, fördert den deutschen Schlager, boxt gegen Frauen, macht Witze und Juxe, kreierte bereits Video-Meme, bevor es Youtube gab, und manchmal springt er ins Wasser. Bobfahren kann er vielleicht nicht, aber dafür hat er ja seine Küchenausstattung. Er spielt mit Autos Fußball und fährt sie danach kaputt. Er sitzt hoch zu Pferd und spielt Poker. Und wenn ihn einer schlagen will, dann sagt er nur: „Ach ja? Komm doch her!“
Es gibt wohl kein Gebiet, auf dem sich dieser talentierte Kölner Jung noch nicht hervorgetan hat. Kein Feld ist ihm fremd, kein Weg, den er noch nicht gegangen ist. Nein, auf eine Bühne hat er seinen Fuß noch nicht gesetzt: auf das politische Parkett. Seine bislang einzige Leistung, Politik in die populären Medien zu bringen, besteht darin, mit einer Bierbestellung des damaligen Bundeskanzlers Schröder in Dauerschleife einen Charterfolg zu landen. Und auf dieser Grundlage will Stefan Raab nun seine eigene politische Talkshow starten.

 

Antifacamp Dortmund vorerst im Exil

am . Veröffentlicht in Urbi et Orbi

1. September: Naziaufmarsch verhindern!

1-1-camp-MndDie Stadt Dortmund hat ein Problem mit Neonazis – und mit ihrer Sozialdemokratie. Eine Woche vor der faschistischen Demonstration in Dortmund-Hörde hat sich Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) alle Mühe gegeben, ein bundesweites Camp von Nazi-Gegner*innen zu verhindern. Einen Tag vor Eröffnung haben die Dortmunder Behörden dem Zeltlager im Tremoniapark die Genehmigung verweigert. Die Antifaschist*innen haben ein provisorisches Camp im AZ Mülheim aufgeschlagen und führen Aktionen im gesamten Ruhrgebiet durch. Hunderte Organisationen und Einzelpersonen protestieren gegen das faktische Campverbot in Dortmund.